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Mittwoch, 23.10.2019

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Frankenpfalz-Kletterfestival wieder ein Szene-Event

Viele Besucher tummelten sich bei Vorträgen und Vorführungen in Königstein und Auerbach - 23.06.2019 21:45 Uhr

Die Slacklineshow von Lukas Irmler im Naturbad Königstein lockte viele Zuschauer an. Für Kletterfans aus nah und fern wurden wieder zahlreiche Veranstaltungen angeboten. © Foto: Klaus Trenz


Sorgte 2017 noch ein Boulderparcours über dem Naturschwimmbecken im Königsteiner Freibad für Showeinlagen, hatte man jetzt "nur" zwei Slacklineeinlagen des Highline-Weltrekordlers Lukas Irmler aus Freising als Showelement im Programm. Auch der noch 2016 ausgetragene Bouldercup in der Helmut-Ott-Halle fand wie schon 2017 nicht mehr statt.

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Derartige Spektakel brauchen die Kletterer auch nicht. Sie haben ihre ganz persönlichen Attraktionen an den Felsen des Oberpfälzer Jura und der Fränkischen Schweiz. Deshalb ist tagsüber auf dem Gelände und den Zeltplätzen im Königsteiner Freibad auch nicht sehr viel los. Die Kletterer sind draußen in der Natur und machen das, was sie am liebsten tun: Klettern. "Die Kletterer schlafen lang und sind dann aber den ganzen Tag unterwegs", sagt Königsteins Bürgermeister Hans Koch.

Die Festivalbesucher machen bei zahlreichen Workshops mit oder hören Vorträgen zu. Am meisten zogen die Vorträge der international bekannten Kletterer Fabian Buhl und Chris Sharma in der Sporthalle in Auerbach an: Rund 700 Zuhörer interessierten die Schilderungen der beiden Kletterer, untermalt von atemberaubenden Fotos.

Klettern am Breitenstein bei Königstein ist sehr beliebt. © Foto: Klaus Trenz


Festivalbesucher Jens Puschmann aus Chemnitz bringt es auf den Punkt: "Die Kletterer brauchen keine Events. Wichtig ist, dass man ins Gespräch mit anderen Kletterern kommt." Der 45-jährige ist durch Zufall auf das Kletterfestival gestoßen. Er verbrachte das Wochenende in der FrankenPfalz und hat beim Begehen des Höhenglücksteigs in Hirschbach von Kletterern von der Veranstaltung erfahren. "Das ist eine Superveranstaltung und ich würde auf jeden Fall wieder hierherkommen. Das Ambiente ist genial."

"Toller Treffpunkt"

Sie sieht das auch Steffi Paulus (24) aus Coburg: "Ich wollte ein paar schöne Tage in der Fränkischen Schweiz verbringen. Der Rahmen für das Festival ist sehr schön und es ist ein toller Treffpunkt für die Kletterer." Thomas Herres (57), ebenfalls aus Coburg, kann das bestätigen: "Ein sehr schöner Platz, ein schönes Setting – ich hoffe, dass es weitergeht".

Vortrag Fabian Buhl in der Helmut-Ott-Halle Auerbach. © Foto: Klaus Trenz


Dass es mit dem Kletterfestival weitergegangen ist, freut auch die Bürgermeister des Mitveranstalters der Arbeitsgemeinschaft FrankenPfalz. Nach dem Kletterfestival 2017 ist der Hauptorganisator abgesprungen. Deshalb war 2018 Pause. Mit der Firma Petzl wurde ein neuer Organisator gefunden, der zumindest nicht ausschließt, dass das Kletterfestival wieder jedes Jahr stattfindet. "Das ist jedenfalls der Plan", sagt Nils Beste von der Ausstatterfirma, der sich am Samstag am dritten Festivaltag sehr zufrieden zeigte: "Viel besser kann es nicht sein".

Auerbachs Bürgermeister Joachim Neuß, hofft jedenfalls auf einen jährlichen Rhythmus. Veranstaltungsorte sollen Königstein und Auerbach bleiben. Showeinlagen vermisst auch er nicht: "Wichtig ist, dass die Kletterer begeistert herkommen und begeistert wieder abfahren."

Wie viele Festivalbesucher es letztendlich waren, lässt sich schwer sagen, erklärt Hans Koch: "Das ist ein Kommen und Gehen". Viele würden nur ein oder zwei Tage bleiben. Dass die Kletterer tagsüber unterwegs sind und der Eintritt ins Königsteiner Freibad und das Zelten an den Festivaltagen kostenlos ist, es nur freiwillige Kostenbeiträge gibt, erschwert den Überblick. Letztlich schätzt Koch die Besucherzahlen auf bis zu 1500, später sogar auf 2000.

Den Festivalbesuchern stellen die Bürgermeister und insbesondere Koch das beste Zeugnis aus. "Die Leute sind es gewohnt, sich selber zu organisieren und schlafen notfalls auch unter den Felsen." Die Campingplätze würden absolut sauber hinterlassen, da bleibe nichts liegen. "Ich muss niemanden rumschicken, um dort aufzuräumen", so Koch: "Man muss der Zielgruppe ein großes Lob aussprechen."

Info: 2016 fand in der Auerbacher Ott-Halle noch ein vom Deutschen Alpenverein (DAV) durchgeführter Bouldercup statt. 2017 war damit Schluss. Den Grund erläutert Auerbachs Bürgermeister Joachim Neuß: "Der DAV würde gerne wieder mit nach Auerbach kommen, aber er hat sich eine neue Boulderwand angeschafft". Diese sei noch steiler als ihr Vorgänger und würde deshalb auch eine größere Ablastung verlangen. "Diese hätte uns den Hallenboden zerdrückt". Von der Idee, den Bouldercup unter einem Zeltdach durchzuführen sei man schnell wieder abgerückt. Alleine das Zelt würde Kosten von rund 20 000 Euro verursachen.

KLAUS TRENZ

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