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Flinderer-Bier gibt es erst nach der Schicht

Katja Greiner und Christine Raß-Nehring gehören beim Pegnitzer Bierfest zum Stammpersonal - 14.05.2019 23:40 Uhr

Katja Greiner und Christine Raß-Nehring gönnen sich während ihres Einsatz beim Flinderer kaum einen Schluck Bier. Nur beim Flinderer-Auftakt im FC-Heim „versenken“ sie zur Motivation ein „U-Boot“. © Foto: Klaus Trenz


Nur beim Flinderer im FC-Heim stärkt sich das gesamte Team zum Auftakt mit einem "U-Boot". Aber nicht um danach abzutauchen, sondern "um uns zu motivieren", fügt Raß-Nehring an. Es ist ein schöne Tradition, die zusammenschweißt und das Miteinander beschwört.

Anfragen von anderen Wirten

Auf dem Buchauer Berg begann die Flinderer-Karriere der beiden Frauen. Christine Raß-Nehring, die im Verein lange Jahre als Betreuerin tätig war, half beim FC Pegnitz erstmals im Jahr 2003 beim Flinderer mit. Danach gab es Anfragen von anderen Wirtschaften, ob sie auch dort beim Flinderer bedienen könne.

Bei Greiner war es ähnlich. Auch sie stieg vor fünf Jahren beim FC Pegnitz in das Flinderer-Treiben ein. Dann hat sich das so nach und nach entwickelt. In diesem Jahr bediene sie in vier Wirtschaften beim Flinderer. "Zu Hochzeiten waren es bei mir in manchen Jahren fünf bis sechs Gasthäuser", erinnert sich Raß-Nehring.

Auftakt der Flinderer-Saison war für die zwei in der Ratsstube, wo sie in ihren auffälligen blauen T-Shirts mit dem Schriftzug des FC Pegnitz nicht zu übersehen sind. Beide bedienen nur im Nebenjob. Christine Raß-Nehring arbeitet hauptberuflich in der Buchhaltung von Cherry, und Katja Greiner, eine gelernte Hotelfachfrau, ist in der Gastronomie tätig.

"Wenn man weiß, dass man eine harte Woche vor sich hat, dann nimmt man auch mal Urlaub. Jeden Tag bis spätabends auf den Beinen zu sein und am morgen um sieben Uhr wieder am Schreibtisch im Büro zu sitzen, ist ausgeschlossen", sagt Raß-Nehring.

Ein Pluspunkt ist, dass beide in einem Team von fünf bis acht Frauen arbeiten, so dass die Bedienungen flexibel eingeteilt werden können. Da man wisse, wann und wo wie viel los ist, werde die Personalstärke angepasst.

Das Wetter spielt dabei eine große Rolle. Ist es warm, dann sind die Tische im Freien meist voll besetzt. Die Bedienungen wieseln flink umher. Raß-Nehring und Greiner wissen aus Erfahrung, dass passendes Schuhwerk ganz wichtig ist.

Greiner erinnert sich an Mädchen, die in Ballerinas gekommen seien und sich schnell Blasen zugezogen hätten. "Bequem müssen die Schuhe sein, am besten flach."

Und wer gut im Kopfrechnen ist, sei im Vorteil. "Du rechnest nach Filzl ab und nicht nach Kassenzettel", betont Raß-Nehring. Hellwach müssen die Flinderer-Bedienungen bei besoffenen Gruppen sein. "Dann musst du schauen, dass du alles drin hast."

Beim Trinkgeld komme es darauf an, wie zufrieden die Gäste seien. Langes Warten mögen sie nicht. "Sie lassen es dich spüren, wenn das Essen nicht geschmeckt hat", weiß Raß-Nehring. Und Greiner ergänzt: "Man merkt es beim Trinkgeld, wenn es Lohn gegeben hat."

Insgesamt gehe es beim Pegnitzer Flinderer recht gesittet zu, haben die zwei festgestellt. Begrapschen durch Betrunkene komme recht selten vor.

Wenn Gäste übergriffig oder beleidigend werden, dann würden diese lautstark zurechtgewiesen, damit es alle hören. "Die sollen sich schämen. Wir sind ja kein Freiwild", sagt Greiner. "Man darf nicht auf den Mund gefallen sein", meint Raß-Nehring.

Besonders Spaß macht ihnen die Arbeit beim FC-Flinderer. "Für uns ein Heimspiel." Der Zusammenhalt begeistere. Spieler, Spielerinnen und Eltern würden alle mitmachen. "Wir kennen die Leute und die Leute kennen uns", sagt Raß-Nehring. Auch der Flinderer in Buchau sei sehr schön, weil der Biergarten einen besonderen Flair habe.

Die zwei Bedienungen wissen die Flinderer-Spezialitäten zu schätzen. Raß-Nehring mag besonders Kesselfleisch am ersten Tag, Greiner schwärmt vom Obatztn. Doch zum Essen kommen Flinderer-Bedienungen selten. Beim FC gebe es "Fingerfood". Im Vorbeigehen werden schnell Häppchen zu sich genommen.

Auf vier verschiedenen Gasthäusern müssen sie heuer ran. Schmecken einem danach noch Bratwürste Schäufela oder Krenfleisch, wenn das Ganze vorbei ist? "Das hält nicht lange an", meint Katja Greiner. Nach vierzehn Tagen könne sie wieder Bratwürste essen. "Ich liebe Bratwürste", sagt Christine Raß-Nehring.

 

HANS-JOCHEN SCHAUER

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