Dienstag, 15.10.2019

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Erlebnisreiche Bahnfahrt: "So klein ist unsere Welt"

Über Zufallsbekanntschaft wieder Kontakt zu Jugendfreund in den USA gefunden - 14.04.2019 19:11 Uhr

Mit dem VGN und der Bahn kann man viel erleben, nicht nur wegen der tollen Ausflugstipps. © Reinl


Ich fahre seit Jahren mit Bahn, Bus und Anruf-Linien-Taxi zu Konferenzen in Nürnberg, zu Kreistagssitzungen in Bayreuth, wo mich aber noch nie ein Politiker begleitet hat, auch wenn es dort um den Klimaschutz geht. Ich komme so auch zum Frühschoppen in Leups oder zum Mittagessen in Büchenbach, wo ich meist einziger Nutzer des Anruf-Linien-Taxis bin, und zuletzt zu den Bluestagen in Roth, weil man da mit der Bahn bis Mitternacht in eineinhalb Stunden wieder daheim ist.

Vor einem solchen Konzert fragte mich ein Fremder nach dem Weg zur Kulturfabrik. "Begleiten Sie mich, ich gehe auch dorthin", bot ich ihm an, nicht ahnend, welche Überraschung mich erwartete. Er kam aus Rednitzhembach, kannte sich aber trotzdem gut in Pegnitz aus. "Hat in den letzten Jahren etwas verloren!"

Weiter erzählte er mir von Bekannten in Zips und einem Freund aus dem Raum Pottenstein, den er jüngst in dessen neuer Heimat Amerika besucht habe. "Wie heißt denn der", wollte ich wissen und staunte nicht schlecht: Das war einer meiner besten Jugendfreunde, den ich nach seiner beruflichen Veränderung nur mehr sporadisch getroffen hatte, zuletzt jahrelang nicht mehr.

Es wurde ein interessanter Fußmarsch. Wir schwelgten in Erinnerungen um unseren gemeinsamen Freund. Ich erzählte, dass ich mit diesem Spezi schon einmal ein sensationelles Erlebnis hatte. Als Begleitperson einer Abschlussfahrt mit einer Klasse der Sammetschule wollten wir den Jugendlichen Paris bei Nacht zeigen. Was passierte: Ausgerechnet vor dem "Moulin rouge" stieg jener Kumpel mit einer Geschäftspartnerin aus einem Auto. Unglaublich.

"So klein ist die Welt" sagten wir uns in Roth und schickten ein gemeinsames Selfie in die USA. In der Konzertpause war schon die Antwort da. Auch er konnte die Story von unserer Zufallsbekanntschaft kaum glauben und setzte noch eins drauf: "Ich wollte nach Deutschland fliegen, um meinen Vater und auch dieses Konzert zu besuchen. Aber drei Tage vorher hat die US-Fluglinie pleite gemacht." So wurde ein Dreier-Gipfeltreffen in Roth verhindert.

Im Nachhinein bin ich froh, mit dem Zug gefahren zu sein. Der verspätet sich zwar ab und zu, aber pleite geht die Bahn kaum. So haben 15 Minuten ausgereicht, wieder Kontakt zu einem alten Freund zu bekommen und einen neuen zu gewinnen. Ein gemeinsames Treffen ist schon geplant.

Bleibt mir nur, an Sie zu appellieren, öfter mal mit Bahn oder Bus zu fahren. Das Angebot ist besser, als viele denken. Sie werden viel erleben, viel mehr als in endlosen Staus auf der Autobahn.

ISI REINL

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