19°

Sonntag, 21.07.2019

|

Ein köstliches Feuerwerk der Wandlungsfähigkeit

"Vom Saulus zum Paulus": Lustspiel der Theatergruppe des Gesangvereins Breitenlesau kam beim Publikum gut an - 02.04.2019 23:46 Uhr

Viel Situationskomik, bei der das Publikum voll auf seine Kosten kam, gab es bei der Premiere des amüsanten und spritzigen Lustspiels „Vom Saulus zum Paulus“. Von links im Bild zu sehen sind Anita Bieberstein, Heinrich Richter, Benedikt Richter, Cornelia Sönning und Lisa Bieberstein. © Foto: Dieter Jenß


Bei der Premiere der Komödie in drei Akten stellte die Breitenlesauer Bühne unter Beweis, dass sie mit köstlich aufbereiteten Lustspielen mit herzerfrischender Situationskomik, die Zuschauer in ihren Bann ziehen kann. Im ausverkauften Bürgerhaus zündete die bewährte Theatertruppe von Regisseur Heinrich Richter mit dem amüsanten Stück ein köstliches Feuerwerk der Wandlungsfähigkeit, Pantomime wechselte mit Stimmungsbildern ab und bot beste Theaterkost.

Die Besucher jedenfalls kamen bei dem an Pointen reichen Theaterstück des mit viel Hang zur Professionalität auftretenden zehnköpfigen Ensemble auf ihre Kosten. Der verdiente Lohn nach drei Stunden war bei den beiden ersten Aufführungen am vergangenen Wochenende ein stürmischer Schlussbeifall. Als Sternekoch, um bei der Theaterkost zu bleiben, gelang Heinrich Richter, der selber mitwirkte, mit seinem Team ein umwerfendes Menü von hohem Unterhaltungswert. Er ist der Vater des Erfolges der Theaterbühne Breitenlesau, der bereits seit Jahren auch den Part des Autors übernimmt.

Die vorgegebene Rezeptur für das Lustspiel spielt sich um das Familienoberhaupt Paul Lechner ab. Benedikt Richter übernahm wieder einmal die Hauptrolle. Eine Glanzleistung des seit Jahrzehnten auf der Breitenlesauer Bühne stehenden Laienschauspielers, dessen Mimik und Wandlungsfähigkeit Spitze sind. Er hatte den Part übernommen, die in seinem Haus eingerichteten Ferienwohnungen und -zimmer unvermietet zu lassen, weil er keine Fremden in seinem Haus haben will.

Der Rest der Familie, vor allem die "Geld gebende" Schwiegermutter, sahen dies allerdings anders, fügten sich aber schließlich. Eine Prachtrolle füllte wieder Anita Bieberstein aus – dieses Mal als Schwiegermutter. Das Theater-Urgestein lieferte sich ständig verbale Gefechte mit ihrem Schwiegersohn Paul. Ihre "Duelle" waren das Salz in der Suppe des Stückes.

In die Rolle der Friedhofsbekanntschaft der vielseitig erprobten und herrlich agierenden Anita Bieberstein schlüpfte Regisseur Richter selbst. Er fand mit seinen hochtrabenden künstlerischen Ausführungen unter Verwendung von Aussagen großer Dichterfürsten allerdings nicht immer die Vorliebe seiner Mitmenschen. Cornelia Sönning, bereits seit 38 Jahren dabei und eine unverzichtbare Laienspielerin der Theaterbühne, verdiente sich ein Sonderlob für ihre gelungenen Auftritte. Etwa als sie mit viel Charme und weiblicher List dem Ehemann nach ihrer Rückkehr von einem Kurzurlaub ein im Schlafzimmer gefundenes verführerisches Damennachthemd unter die Nase hielt.

Mit jugendlicher Frische

Und dann wäre noch Daniela, die Tochter des Hauses, gespielt von Lisa Bieberstein, die einen herrlich jugendlichen Wind in das Stück brachte. Sie und Anna Stenglein kommen aus der Schar der nachrückenden Nachwuchsschauspieler und haben sich bereits großartig ins Ensemble eingefügt. Der Hausherr hatte während der Abwesenheit seiner Frau, nachdem ihm der Bürgermeister (gelungen gespielt von Matthias Alberth) und seine Angestellte Cordula (Anna Stenglein) den amtlichen Erlass des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge auferlegt hatten, zwingend Migranten in leerstehende Privaträume aufzunehmen, kurzerhand beschlossen: "Ich brauche keine Fremden, höchsten andere Fremde, die nicht so fremd sind." Und so landeten Claudette Primel, dargestellt von Theresia Stenglein bei ihrem Debüt, und ihr unter dem Pantoffel stehender Ehemann, in dessen Rolle Stefan Richter schlüpfte, im Hause Lechner und wurden als "Unfallgeschädigte" kostenlos aufgenommen. Nur, damit dass das Haus voll werde. Nicht zu vergessen Martin Richter als Rocky Rohrbändiger, den Tochter Lisa engagierte, um ihren Vater "einzuheizen". Zwischendurch überraschten Benedikt, Heinrich und Stefan Richter mit einem Loblied auf die Männer.

ZRestkarten sind noch für 12.,13. und 14. April bei Heinrich Richter unter der Telefonnummer (0 92 79) 14 85 erhältlich. Die Aufführungen vom 5. bis 7. April sind bereits ausverkauft. 

DIETER JENß

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Breitenlesau