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Sonntag, 26.05.2019

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Droht Plech wegen Wunderland ein Finanzloch?

Dunkle Wolken über dem Haushaltsplan für 2019 - Markt versucht sich als Grundstücksmakler - 09.04.2019 21:30 Uhr

Könnte zum Millionengrab werden: das brachliegende Fränkische Wunderland. Die Gemeinde hat das Gelände für 610 000 Euro gekauft und will es für 1,45 Millionen Euro an eine potentielle Investorin veräußern.


"Damit steht und fällt der Vermögenshaushalt", so der Geschäftsleitende Beamte Roland Leuchner. Sollte das nicht funktionieren, sei unter Umständen ein Nachtragshaushalt und eine Kreditaufnahme zum Haushaltsausgleich notwendig. Der Markt hat die Flächen vom ehemaligen Wunderlandbetreiber Ernst Schuster für 610 000 Euro gekauft und ist nun Besitzer des brachliegenden Freizeitparks.

Dies ist die höchste Ausgabe 2019. Gleich danach kommt die Erschließung des Baugebiets Kreuzsteinstraße mit Kosten von rund 560 000 Euro. Der Grunderwerb dafür schlägt mit 175 000 Euro zu Buche. Allein für den Brandschutz – darin enthalten sind unter anderem ein neues Mehrzweckfahrzeug für die Feuerwehr Ottenhof und die Kosten für die Löschwasserbehälter in Bernheck und Plech – gibt die Gemeinde 160 000 Euro aus.

Für Straßensanierungen und -bau sowie für Gehwege (Herrlesgrund) stehen über 200 000 Euro zur Verfügung. Ein weiterer größerer Ausgabeposten ist die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft Betzenstein von 112 000 Euro. Die Summe von 300 000 Euro soll in die Rücklagen gestellt werden.

Für die Darlehenstilgung müssen 63 000 Euro ausgegeben werden. Damit sinkt der Schuldenstand, den die Gemeinde seit 2015 abbaut, erneut. Ende 2019 sollen sich die Schulden auf rund 650 000 Euro belaufen, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von knapp 500 Euro bedeutet. Klappt der Verkauf des Wunderlands, ist keine Neuverschuldung angezeigt.

Plus bei den Steuereinnahmen

Durch zusätzliche Ausgaben im Verwaltungshaushalt kommt es zu einer geringeren Zuführung zum Vermögenshaushalt, also für Investitionen, als 2018, was vor allem an höheren Personalkosten liege. Sie sei aber dank einer stabilen Einnahmen- und Ausgabensituation mit 178 000 Euro noch "ordentlich", so Leuchner. Dabei seien die Gewerbesteuereinnahmen mit 200 000 Euro sehr zurückhaltend kalkuliert. Dies ist deutlich weniger als jeweils in den vergangenen fünf Jahren einging. Allein 2018 belief sich die Gewerbesteuer mit rund 530 000 Euro auf mehr als das Doppelte als der aktuelle Haushaltsansatz. An Schlüsselzuweisungen hat die Marktgemeinde 340 000 Euro zu erwarten – rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch der Einkommensteueranteil steigt in diesem Jahr um etwa sechs Prozent auf knapp über 750 000 Euro. Die Kreisumlage als Ausgabe schlägt mit 466 000 Euro zu Buche. Heinz Stark (ÜWG) bezeichnete den Haushalt als "sehr ausgewogen". Für die "kleine Gemeinde" sei das Wunderland ein "Riesenprojekt". Er hofft, "dass alles gut geht".

Für die Zukunft habe man mit der Sanierung der Kläranlage hohe Kosten zu erwarten, die sich "leicht aufschaukeln" könnten, sagte Stark. "Wir werden nicht darum herumkommen, an der Hebesatzschraube zu drehen, spätestens nächstes Jahr werden wir uns darüber Gedanken machen müssen." Zweite Bürgermeisterin Renate Pickelmann (ÜWG) teilte diese Einschätzung. 

KLAUS TRENZ

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