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Der König verkauft mehr Wurst

Mitmachen beim Bratwurstgipfel lohnt sich: Der Titel bringt den Gewinnern mehr Umsatz - 31.05.2019 13:41 Uhr

Stephan Jamm, Sieger des Pegnitzer Bratwurstgipfels und bis zur Königskür 2019 amtierender Bratwurstkönig: Die Krone beim Pegnitzer Wettbewerb hat eindeutig Umsatzsteigerungen gebracht. © Hans von Draminski


Manfred Max hatte Recht: "Der Bratwurstgipfel wird ein Selbstläufer", prognostizierte er, als die Metzger zum ersten Mal ihren König suchten. Das war 2011 und die Metzgerei Max aus Hof machte das Rennen mit einer Schoko-Chili- Mischung. Der Seniorchef ging damals mit auf die Bühne, die Krone durften sich aber Tochter Angelika Rädlein und Enkel Maximilian Rädlein aufsetzen. "Ich dachte mir: Jugend vor", sagt Max.

Jedes Jahr bestieg ein neues Gesicht den Thron, doch ein Titel ist ihm geblieben: "Wir sind der allererste König." Über 20 verschiedene Bratwurstkreationen bietet die Metzgerei an, am zweitbesten verkaufe sich Schoko-Chili, sagt Manfred Max. Kein Zufall, findet er: "Das geht ganz klar auf den Titel beim Bratwurstgipfel zurück. Das merken wir heute noch." Vielleicht auch, weil er weiterhin mit dem Titel des ersten Bratwurstkönigs wirbt.

2012 gab Max die Krone an den Pegnitzer Klaus Lindner weiter – und zusätzlich ein von den Hofern gestiftetes Zepter. Lindner holte bei den drei Wettbewerben "Publikumsliebling", "klassische Bratwurst" und "Spezialbratwurst" insgesamt die meisten Punkte. In der Kategorie "Publikumsliebling" siegte er. Im Bereich "klassische Bratwurst" wurde er allerdings "nur" Zweiter - übertroffen von Romuald Hoinka aus Nürnberg.

Mit der Königswürde steigen die Verkaufszahlen. © Ralf Rödel


"Das Mitmachen hat sich auf jeden Fall gelohnt, wir haben viele neue Kunden bekommen und bestimmt ein Drittel mehr von der Wurst als vorher verkauft", resümiert Hoinka. Doch nach etwa drei Wochen sei die ganz große Lust der Kundschaft auf die preisgekrönte Bratwurst verflogen gewesen. Bei Hoinka ist sie einer weit verbreiteten Erkenntnis unter Metzgern gewichen: "Die Leute kaufen lieber im Supermarkt. Sie wollen für gute Lebensmittel nichts mehr bezahlen."

Rückkehr als Zuschauer

Trotzdem war Hoinka gerne beim Bratwurstgipfel und möchte wiederkommen. Aber wahrscheinlich nur als Zuschauer. "Den großen Gewinn macht man durch den Wettbewerb nicht. Aber ich will vorbeischauen und mal gucken, was sich die Konkurrenz so einfallen lässt." Markus Wagner aus Hausen gewann mit seiner Spargel-Bratwurst den 2018er Bratwurstgipfel in der Kategorie "kreativ".

Seitdem gehört auch das Plaudern im Geschäft zu seinen Hauptaufgaben, "die Menschen kommen vorbei, wollen probieren und mich beglückwünschen", sagt Wagner, "mit solch einer Nachfrage hätte ich nicht gerechnet." Dass es doch so kam, hängt für Wagner mit dem ersten Platz zusammen. 2016 trat er ebenfalls beim Gipfel an, "mit Chiliwurst und grober Bratwurst. Aber da habe ich nicht gewonnen. Da haben danach keine neuen Kunden angerufen."

Nach dem letztjährigen Gipfel hoffte Wagner, dass er länger vom Erfolg zehren kann: "Es wäre schön, wenn wir für zwei, drei Wochen im Gespräch bleiben und die durch den Gipfel aufmerksam gewordenen Kunden auch bei anderen Produkten hängen bleiben. Diese Werbung muss man einfach für sich mitnehmen."

Auch für Stephan Jamm, Gesamtsieger und Bratwurstkönig 2018, hat sich das Mitmachen gelohnt. Seine klassische Bratwurst war für den Gaumen der Jurymitglieder die beste und ist momentan ein Kassenschlager der Metzgerei Deininger aus Markt Einersheim. "Wir haben den fünffachen Absatz", sagt Jamm, "es kamen sogar Kunden aus Nürnberg zu uns. Die sind dafür extra 100 Kilometer gefahren."

Gegen einen Umsatzkiller hilft auch die Krone nichts, ist Jamm sicher: "Nach der Grillzeit wird der Absatz wieder zurückgehen. Aber ein bisschen was wird durch den Titel schon haften bleiben, auch beim Bratwurstkönig 2019."

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Der Bratwurstgipfel ist ein echter Besuchermagnet. Auch wenn heuer keine 20.000 Besucher in Pegnitz waren, ziehen die Veranstalter ein positives Fazit.Die kleinen Besucher konnten sich am naheliegenden Spielplatz austoben, während die Eltern und Großeltern sich durch rund 25 klassische und Kreativbratwürste probieren. Den Titel "Bratwurstkönig" sicherte sich in diesem Jahr Stephan Jamm aus Unterfranken.


Marcel Staudt

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