Dienstag, 19.11.2019

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Dank rettender Investoren: Gewerbegebiet Saaß offiziell eingeweiht

Für viel Geld wurde das Gewerbegebiet Saass erschlossen, nun sollen weitere Firmen und Arbeitsplätze folgen. - 16.10.2019 05:55 Uhr

Rolf Unterberger (re.) von Cherry und Harald Deiss (3.v.re.) von ZF freuen sich über die neuen Straßenschilder. Im Gewerbegebiet Saaß sind diese schwarz auf weiß gehalten, in Auerbach weiß auf blau. Mit im Bild ist Bürgermeister Joachim Neuß (vorne li.) und stellvertretender Landrat Martin Weiß (2.v.re.).


 

Die Einweihungsfeier sei das Ergebnis einer weitsichtigen kommunalpolitischen Entscheidung aus dem Jahr 1996, betonte Bürgermeister Joachim Neuß (FW/AA). Die Entstehungsgeschichte sei der beste Beleg dafür, dass Kommunalpolitik klare Visionen, langfristige Strategien, Kontinuität im Verfolgen von Zielen und konsequentes Durchhaltevermögen brauche.

1997 waren erste Flächen gekauft worden. Im Dezember 2000 wurden im Stadtrat die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufarbeitung eines Bebauungsplanes beschlossen. Damals gehörte der Stadt nur ein Zehntel der Fläche. Erst Ende 2016 ging das letzte Teilstück des 240 000 Quadratmeter großen Areals ins Eigentum der Stadt über.

20 Jahre war die Nutzbarmachung des Gebietes zwischen dem Ortsteil Saaß und der Bundesstraße 85 für die Ansiedlung von Betrieben kontinuierlich vorangetrieben worden. Es folgten die Erschließung und der gleichzeitige Neubau für die Cherry GmbH in vergleichsweise rasantem Tempo. Das ambitionierte Vorhaben fand laut Neuß manchmal in geradezu halsbrecherischem Tempo statt, um dann zwischendurch aufgrund erheblicher Stockungen wieder zum Stillstand zu kommen.

Rettender Investor

Ein großes Lob zollte der Rathauschef dem Stadtrat, der Mitte 2017 die vorausschauende Entscheidung getroffen hat, die äußere Erschließung auszuschreiben. Der einstimmige Beschluss fiel ohne konkreten Plan, ohne Bauantrag oder Kaufvertrag. Als die Maßnahmen gerade ausgeschrieben worden waren, stockte plötzlich das Projekt Cherry. Mit der Altincik Holding wurde schließlich ein Investor gefunden. Die Brüder Gökhan und Ilhan Altincik wollten der Heimatstadt etwas Gutes tun, freute sich Neuß. "Dafür gilt Euch mein und unser aller Hochachtung und größter Dank", so der Rathauschef. Lob zollte er auch Bauunternehmer Dieter Hofmann, der planerisch in Vorleistung gegangen war, lange bevor ein Auftrag erteilt worden war. Über die Sparkassen wurde das Kapital für das Projekt Cherry regional generiert.

Ein neuer Sitz für die Cherry GmbH ist nur der Anfang im neuen Gewerbegebiet. Noch in diesem Jahr wird der Notarvertrag mit der Firma Christ unterzeichnet. Die bauliche Umsetzung der Ansiedlung erfolge dann im nächsten Jahr. Mittelfristig gehe es darum, das Gelände mit Bedacht zu beleben, skizzierte Neuß. Es sei nicht sinnvoll, den Verlockungen schneller Besiedelung zu unterliegen, betonte der Bürgermeister. Vielmehr solle auf die Qualität der Unternehmen geachtet werden.

Die Stadt hätte schon das gesamte Gelände veräußern können. Neuß nannte als Beispiele Logistik-Unternehmen mit wenigen Arbeitsplätzen, aber viel Verkehrsaufkommen oder industrielle Gärtnereien. "Dafür haben wir Saaß nicht entwickelt. Vielmehr sind wir und alle nachfolgenden Entscheidungsträger in der Stadt aufgerufen, diese einst wertvollen Agrarflächen in einer sinnvollen Parität zwischen Flächenverbrauch und Arbeitsplätzen zu vermarkten."

Im Beisein vieler Festgäste – darunter alleine 14 Stadträte sowie Vertreter der Planungsbüros und am Bau beteiligte Fachfirmen – nannte der Rathauschef einige Eckdaten des neuen Gewerbegebietes Saaß: Es wurden rund 110 000 Kubikmeter Erdreich bewegt, 3600 Meter Trinkwasserleitung, 4200 Meter Schmutzwasserkanal und 1800 Meter Regenwasserkanal verlegt. 1,2 Kilometer Straße wurde gebaut und etwa fünf Kilometer Straßenränder aus Granitsteinleisten realisiert.

7,7 Millionen Euro

Mit einem Kostenaufwand von rund 7,7 Millionen Euro stellt die Erschließung das finanziell bislang größte Einzelvorhaben der Stadt Auerbach dar. Etwa 1,2 Millionen Euro entfallen auf den Grunderwerb, rund zwei Millionen auf die äußere und etwa 4,5 Millionen Euro auf die innere Erschließung.

BRIGITTE GRÜNER

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