22°

Freitag, 03.07.2020

|

zum Thema

Bürgermeister Wolfgang Nierhoff: "Das ist ein Wahnsinn"

Nachfolger von Uwe Raab will nun alle Kräfte bündeln - Klarer Vorsprung vor Werner Lappat - 29.03.2020 21:41 Uhr

Glücklicher Wahlsieger: Wolfgang Nierhoff freut sich nach dem Triumph in der Stichwahl gegen Werner Lappat. Der Kandidat der Pegnitzer Gemeinschaft siegte deutlich und wird neuer Bürgermeister von Pegnitz. © Foto: Hans von Draminski


Wolfgang Nierhoff zeigte sich "überwältigt": "Das ist ein Wahnsinn. Ich bin geplättet." Er sei dankbar für den "riesigen Vertrauensbeweis". Der 49-Jährige bedankte sich neben den Wählern auch bei seinem Wahlkampfteam, allen voran seiner Frau, seiner Schwester und dem Vorstand der Pegnitzer Gemeinschaft. "Wir sind alle gemeinsam Bürgermeister geworden."

Nun gelte es, die Kräfte zu bündeln, so Nierhoff: "Wir werden gemeinsam versuchen, das Beste für Pegnitz rauszuholen. Parteipolitik muss jetzt hinten anstehen. Dafür stehen wir als Pegnitzer Gemeinschaft." Bereits vor der Stichwahl sei diese Zusage von allen anderen Kandidaten gekommen, zuletzt auch von Werner Lappat.

"Das hat mich sehr gefreut", sagte Nierhoff am Wahlabend. "Es ist ein Signal, das in diesen schweren Zeiten wichtig ist." Er verspreche allen Pegnitzern – "auch denen, die mich nicht gewählt haben" – , ein Bürgermeister für alle zu sein. "Wir können die Herausforderungen, die auf uns zukommen, nur gemeinsam bestehen. Jetzt hoffe ich, dass jeder zu seinem Wort steht."

Auf Wolfgang Nierhoff entfielen 61,44 Prozent der Stimmen, auf seinen Gegenkandidaten Werner Lappat 38,56. Nierhoff gewann dabei jedes einzelne Wahllokal. Die Wahlbeteiligung lag bei fast 71 Prozent.

Fairer Verlierer: Werner Lappat von der CSU ist enttäuscht über das Ergebnis. Nun wird er aber als Stadt- und Kreisrat die Kommunalpolitik mitgestalten. © Foto: Hans von Draminski


"Natürlich bin ich enttäuscht, aber das Leben geht trotzdem weiter", sagte der unterlegene Stichwahlkandidat Werner Lappat (53), der in seinem Haus in Troschenreuth den Sonntag verbrachte. Alle hätten engagiert gekämpft, sein Team, seine Frau. Er gratuliere Wolfgang Nierhoff zu dessen Sieg. Offensichtlich müsse man in der Kommunalpolitik bekannt sein, um Erfolg zu haben. Als Quereinsteiger, der in Pegnitz auf der politischen Bühne noch keine Erfahrung sammeln konnte, musste Lappat aus dem Nichts heraus antreten.

Etliche Wochen verloren

Wegen der Corona-Krise sei er zurückgeworfen worden. Etliche Wochen habe er dadurch verloren, in denen er noch Wahlkampf hätte betreiben können. Überall, wo er vor der ersten Wahl Haustürbesuche absolvierte, habe er gute Ergebnisse erzielt.

Nun habe er wieder seine Freiheit gewonnen. "Ich bin grundsätzlich optimistisch – so oder so. Der Wahlkampf sei eine "schöne Zeit" gewesen. "Ich habe viel gelernt und gesehen. Als Stadtrat und Kreisrat könne er nun die Politik mitgestalten. Eine herausgehobene Position im Stadtrat – etwas als CSU-Fraktionssprecher oder als Stellvertreter des Bürgermeisters strebe er nicht an. "Mein Anspruch war, Bürgermeister zu werden. Ich wollte ernsthaft gestalten. Das kann ich als Zweiter nicht."

Wolfgang Nierhoff stehe vor einer schwierigen Aufgabe. Corona werde auch für die Stadt Pegnitz gravierende Auswirkungen haben. Er selbst hoffe, dass der Höhepunkt der Corona-Epidemie bald erreicht ist und die Menschen wieder raus können. "Die menschlichen Kontakte fehlen."

JULIAN SEIFERTH UND HANS-JOCHEN SCHAUER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz