16°

Dienstag, 15.10.2019

|

zum Thema

Bürgermeister mit Zeit zum Lesen und Bierbrauen

Betzensteiner Stadtoberhaupt Claus Meyer feiert am Ostersonntag seinen 50. Geburtstag - 21.04.2019 08:06 Uhr

Betzensteins Bürgermeister Claus Meyer macht sich vor Ort ein Bild von der Straßensanierung. © Hans von Draminski


In Pegnitz geboren, wuchs Meyer in Mergners auf. Nach der Grundschule besuchte er die Realschule Pegnitz und machte nach dem Abschluss der mittleren Reife eine Lehre als Fernmeldehandwerker bei der Bundespost. Danach erwarb er an der Fachoberschule Bayreuth die Fachhochschulreife und studierte in Nürnberg Nachrichtentechnik. Er fing bei der Telekom in Fürth zu arbeiten an, wechselte 2000 zur Firma NEFkom, später M-net Telekommunikations GmbH in Nürnberg und ist dort Netzplaner. 1996 heiratete er. Mit seiner Frau Manuela hat er drei Töchter.

2002 zog er für die Freien Wähler in den Stadtrat Betzenstein ein und ließ sich sechs Jahre später als Kandidat für das Bürgermeisteramt aufstellen. Zusammen mit CSU-Mann Hans Schmid kam er in die Stichwahl, aus der er als Sieger hervorging. Bei der Kommunalwahl 2014 war Meyer der einzige Kandidat und bekam weit über 90 Prozent Zustimmung.

Ob er bei der nächsten Wahl 2020 zum dritten Mal antritt, lässt er zurzeit noch offen. Im Sommer dieses Jahres will er sich entscheiden, ob er es noch einmal macht. Meyer ist ehrenamtlicher Bürgermeister. Zwei Tage in der Woche ist er Rathauschef, den Rest der Woche arbeitet er in Nürnberg; auch am Wochenende ist er als Bürgermeister gefordert.

Am Anfang war es noch schwierig für ihn, Job, Amt und Familie unter einen Hut zu bringen. "Das war ein ziemlicher Spagat", erinnert er sich, weil er sich verpflichtet gefühlt habe, überall, auch bei Versammlungen am Wochenende, dabei zu sein. "Man fängt mit vielen Visionen an, wird aber oftmals geerdet."

Beruf und Amt hat er längst im Griff, auch "wenn man den Bürgermeister selten aus dem Kopf herausbringt". Bildlich gesehen geht er nach einem Arbeitstag in Nürnberg "wie durch eine Schleuse" und umgekehrt. Das eine hinter sich lassen und sich auf das andere einstellen. Zudem funktioniert das Delegieren, vor allem von Repräsentationsaufgaben, an Zweiten Bürgermeister Peter Marschall und Dritte Bürgermeisterin Johanna Graf "sehr gut".

Auf seine "gute Mannschaft", (Rathausverwaltung) lässt er nichts kommen. Nicht zuletzt sei es seine Familie, die ihn unterstütze: "Sonst hätte ich das nicht machen können." Heute hat er nach elf Jahren Routine in Beruf und Amt wieder mehr Zeit für die Familie und seine Hobbys Lesen und Bier brauen und für ein bisschen Sport ( Gymnastik und Radfahren).

In den letzten elf Jahren seiner Amtszeit hätten viele Themen "viel Raum eingenommen". Zum Beispiel die Stadtsanierung oder der Bau des Feuerwehrhauses. Der Neubau einer Halle für den städtischen Bauhof und eine ordentliche Ausstattung mit Arbeitsgerät seien ihm ein sehr wichtiges Anliegen gewesen: "Es ist wichtig für eine Flächengemeinde, dass der Bauhof anständig arbeiten kann und nicht nur reparieren."

Mit Überzeugung habe er die Investition in regenerative Energien vorangetrieben, wie beispielsweise den Bau einer Photovoltaikanlage auf der ehemaligen Bauschuttdeponie oder das Aufstellen der beiden Windräder bei Hüll. "Als mein kleiner Bruder geboren worden, ist Tschernobyl hochgegangen, das hat meine Generation geprägt", sagt Meyer. "Und in diesem Bereich wird man auch weitermachen müssen, egal, wer im Stadtrat sitzt und Bürgermeister ist. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe."

Für den neuen Stadtrat stehe im nächsten Jahr der Bau der Turnhalle schon auf der Agenda. Zudem komme das Weiterarbeiten an den "weißen Flecken" in der Gemeinde, was das schnelle Internet betrifft. Man müsse sich weiterhin um Baugebiete kümmern, die Dorferneuerungen in Ottenberg und Leupoldstein stehen an und letztendlich werde das Thema Abwasser einen großen Raum einnehmen. "Das sind die Pflöcke für die nächsten Jahre."

Das ehrenamtliche Engagement in der Bevölkerung ist Meyer etwas zu stark zurückgegangen. Ein Hoffnungsschimmer ist für ihn die Generation Z – also die jungen Leute, die seit Monaten für den Klimaschutz auf die Straße gehen. "Ich denke, die Jugend wird wieder politischer." An seinem Geburtstag hat er nur einen Wunsch: "Gesund bleiben."

KLAUS TRENZ

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Betzenstein