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Sonntag, 21.07.2019

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Blütenblätter für Altäre stammen meist von Rosen

Fronleichnams-Teppiche heuer weitgehend ohne Flieder und Rhododendron - Spenden aus Privatgärten - 19.06.2019 18:44 Uhr

Im frühen Morgengrauen werden die Teppiche für den Feiertag Fronleichnam gelegt. 2016 arbeiteten die fleißigen Helfer in Michelfeld im Nebel. © Foto: privat


Der Altar beim "Böhm" wird von der Pfarrei Michelfeld gestaltet. Emilie und Luitpold Dietl und meist je sieben Frauen und sieben Männer sind für den Altar beim Pfarrhaus und bei der Statue des Heiligen Nepumuk zuständig.

"Die Männer brauchen wir, denn wir stellen einen Hausaltar auf und bringen außerdem eine Fahne an. Da brauchen wir die Handwerker", sagt Luitpold Dietl.

Natürliche Pflanzen

Familie Dietl und die Helfer nehmen nur die besten Blütenblätter von natürlichen Pflanzen für die Fronleichnamteppiche.

Dieses Jahr werden die Blütenblätter, hauptsächlich von Rosen, verwendet. Der Grund: Flieder und Rhododendren sind bereits verblüht. Zum optischen Unterfüttern werde Gras und Farn benutzt. "Wir schauen, was die Natur so hergibt, dann überlegen wir das Muster. Da sind wir kreativ und flexibel", sagt Emilie Dietl. "Wir bekommen auch immer Blumenspenden aus verschiedenen Gärten." Für den Altar beim Heiligen Nepumuk hat Dietl das Abendmahlbild aus der Michelfelder Asamkirche anfertigen lassen.

Besonders stolz sind sie auf den einzigartigen Hausaltar, ein Erbstück der Familie Humsberger. Früher stand dieser direkt beim Geschäft an der Hauptstraße. Nachdem die Familie Humsberger den besonderen Altar an die Pfarrei Michelfeld gestiftet hatte, bekam dieser seinen heutigen Standort beim Pfarrhaus. "Hier kommt er besonders gut zur Geltung", schwärmt Dietl.

Am schönsten seien die seitlichen weißen Lilien, die ebenfalls zum Altar gehören. Dietl vermutet, dass das Schmuckstück ursprünglich aus Wien stammt und eventuell ein Modellaltar gewesen sein könnte. Früher wurde so ein Anschauungsobjekt zur Planung von großen Kirchenaltären gebaut. Sogar echte Kerzen werden an Fronleichnam angezündet.

Zum weiteren Ablauf erklärt Fronleichnam-Fachmann Dietl: "Wir lassen immer alles stehen bis etwa 13 Uhr, denn es kommen immer viele Leute zum Fotografieren." So war es zumindest in den vergangenen Jahren.

Den ersten Teppich haben sie 2012 gelegt. Mit den Töchtern und drei weiteren Helfern hat die Familie Dietl damals die Aufgabe von der Familie Lindner übernommen. Sie hatten die Fronleichnamteppiche jahrelang organisiert. "Der Pfarrgemeinderat kam auf uns zu, nachdem Nachfolger gesucht wurden", erinnert sich Dietl. Nach und nach kamen immer neue Freiwillige dazu.

"Nach dem zweistündigen Schmücken in den frühen Morgenstunden gibt es immer ein geselliges Weißwurstfrühstück für die Helfer, das muss sein", lacht Dietl.

Nachwuchs für das Blütenteppichschmücken für die Fronleichnamprozession habe sich auch jetzt wieder angemeldet.

Bewohner helfen mit

Im Klosterhof gestaltet Sakristanin Schwester Sigbalda zusammen mit den Bewohnern von Regens-Wagner und mit Unterstützung des Gartenteams von Regens-Wagner den Blumenschmuck für den Altar.

"Wir sprechen uns gemeinsam ab und haben an den Vorbereitungen viel Freude. Die Gemeinschaft und das gute Miteinander bei der Arbeit sind das Wichtigste", sagt Schwester Sigbalda zu dieser frommen Aufgabe.

  

BARBARA SCHUSTER

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