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Mittwoch, 05.08.2020

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Bei Drogentest Urinprobe mit Wasser ausgetauscht

35-Jähriger wurde nach Auffahrunfall auf A9 vom Opfer zum Täter - Papiere des Bruders vorgelegt - 01.07.2020 16:04 Uhr

Am Dienstagvormittag wurden die Beamten der Verkehrspolizei Bayreuth zu einem leichteren Auffahrunfall gerufen: Auf der A9 in Fahrtrichtung Süden, auf Höhe Weiglathal, wäre ein polnischer Kleintransporter auf einen Leipziger Pkw aufgefahren, hieß es.

Bei der Unfallaufnahme stellte sich heraus, dass der 37-jährige polnische Fahrer unter Drogen stand. Ein Test verlief positiv auf Amphetamin und Cannabis.

Doch es gab noch mehr Arbeit für die Polizei: Im weiteren Verlauf der Unfallaufnahme konnte der vermeintliche Geschädigte des Unfalls, der 35---j Jährige Leipziger, weder einen Ausweis, noch einen Führerschein vorzeigen. Zunächst gab er an, dass er diese Dokumente zu Hause vergessen hätte. Aufgrund der äußeren Erscheinung und seines Verhaltens bestand zudem der Verdacht, dass der Leipziger ebenfalls unter Drogen stehen könnte.

Ein freiwilliger Urintest konnte mehrmals nicht durchgeführt werden. Aufgrund der Beharrlichkeit der Beamten führte der junge Mann dann schließlich doch einen Test durch. Den Beamten fiel dabei jedoch auf, dass der Leipziger den Urin mit Wasser ausgetauscht hatte. Auf der Dienststelle ergab dann eine erneut durchgeführte Probe das positive Ergebnis. Der Fahrer hatte Amphetamin, Metamphetamin und Cannabis konsumiert.

Bei der Überprüfung seiner angegeben Personalien blieben die Beamten ebenfalls skeptisch. Nach umfangreichen Recherchen stellte sich heraus, dass sich der Leipziger als sein zwei Jahre älteren Bruder ausgegeben hatte. Der Grund dafür war auch schnell klar; dem jüngeren Bruder wurde vor Jahren die Fahrerlaubnis entzogen.

Der Leipziger muss sich jetzt vor dem Staatsanwalt und vermutlich auch vor Gericht unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, falscher Verdächtigung, Vortäuschens einer Straftat, Fahrens unter Drogeneinfluss und des Besitzes von Betäubungsmitteln verantworten. Den polnischen Kraftfahrer erwartet eine Strafanzeige wegen Straßenverkehrsgefährdung infolge Drogenkonsums.


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