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Montag, 27.01.2020

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Auerbach bekommt ein Repair-Café

Das Auerbacher Repaircafé startet Ende Februar 2020, Mitstreiter ist der Verein Schnupperwerkstatt. - 11.12.2019 14:55 Uhr

Von links: „Das passt gut zusammen“, sagte Auerbachs Bürgermeister Joachim Neuß zum Projekt Klima- und Repaircafé, vorgestellt von Projektleiterin Linda Trager und Helga Trenz-Wittmann sowie Siegfried Neukam vom Verein Schnupperwerkstatt. © Foto: Klaus Trenz


Die Frage: Alles neu kaufen und die Sachen wegschmeißen, weil die Reparatur teurer kommen könnte als ein neues Gerät? Oder selbst einen Reparaturversuch unternehmen? Vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass eventuell nur ein kleiner Handgriff Abhilfe schaffen könnte. Aber was tun, wenn man davon keine Ahnung hat?

Ab Januar gibt es in acht Orten im Landkreis Amberg-Sulzbach — auch in Auerbach — ein Klima- und Repaircafé. Eine Art Treffpunkt für solche, die Hilfe und Unterstützung beim Reparaturversuch brauchen und andere, die handwerklich geschickt sind oder eben "echte" Handwerker sind. Gemeinsam soll dann der kaputte Gegenstand, soweit möglich, instand gesetzt werden.

Dabei kann man sich nebenbei noch über Themen, wie Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Konsumverhalten informieren. Denn darum geht es der Projektleiterin Linda Trager von Zen, dem Zentrum für erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit in Ensdorf, nämlich in erster Linie: Müll reduzieren, Dinge wiederverwenden und wegkommen von der Wegwerfgesellschaft.

"Das Motto ist Hilfe zur Selbsthilfe", erklärte sie bei der Vorstellung des Projekts bei Bürgermeister Joachim Neuß im Auerbacher Rathaus: "Es wird CO2 eingespart und damit bringen wir auch die Klimaziele des Landkreises etwas voran." Kosten tut das Ganze auch nichts, man ist aber dankbar für Spenden.

Mitstreiter hat sie bereits in Auerbach gefunden: Den Verein Schnupperwerkstatt, der sein Domizil im ehemaligen Goldnen Löwen hat. Helga Trenz-Wittmann und Siegfried Neukam sowie die Mitglieder des Vereins werden die Sache in die Hand nehmen. "Das passt doch gut zusammen", so Neuß.

Man wird den ehemaligen Gastraum im Goldnen Löwen zum Repaircafé machen. Vier Mal im Jahr, an einem Samstag von 13 bis 16 Uhr. Und macht gleich deutlich, was die kommunikative Werkstatt nicht sein soll: Ein Gerät nur hinbringen und reparieren lassen, sei nicht der Sinn des Projekts, das vorerst auf zwei Jahre begrenzt ist.

Dafür gibt es die professionellen Handwerker in der Stadt. Man will auch keine Konkurrenz zu einem Reparatur- oder Fachbetrieb sein. Das, so vermutet Neukam, wird auch nicht so gesehen werden: "Die Handwerker haben Aufträge genug".

Was jetzt gesucht wird, sind Handwerker aller Art, die sich ehrenamtlich engagieren und ihr Wissen weitergeben wollen. Rentner seien hier wohl die Zielgruppe. Oder eben handwerklich geschickte Menschen, die zum Beispiel zeigen könnten, wie man einen Knopf annäht, eine kalte Lötstelle lötet oder ein Loch in der Hose stopft. Eben ihr Wissen weitergeben. Einen bis zu 50 Quadratmeter großen Raum zu finden für das Repaircafé wäre dann noch das i-Tüpfelchen, denn im ehemaligen Hotel wird der Verein Schnupperwerkstatt nicht ewig bleiben können.

InfoDas Repaircafé startet am 22. Februar. Helfende Handwerker können sich bei Trenz-Wittmann (0 96 43) 20 44 55, bei Trager (0 96 24) 90 36 48 oder der Stadt melden.

KLAUS TRENZ

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