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Dienstag, 21.05.2019

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Auch an der Sana-Klinik drohen Warnstreiks

Warum die organisierten Mitarbeiter des Krankenhauses mehr Geld und eine Lohnangleichung fordern - 16.04.2019 19:10 Uhr

Peter Hippmann (links) und Silke Flügel arbeiten in der Pegnitzer Sana Klinik. Bei der dritten Verhandlungsrunde zwischen dem Konzern und Verdi werden sie in Berlin dabei sein.


Gutes Geld für gute Arbeit – unter diesem Motto laufen die Verhandlungen, erklärt Hippmann. Die Hauptforderung ist eine deutliche Lohnanhebung. "Sieben Prozent mehr, mindestens 200 Euro", betont der Krankenpfleger, der wie Flügel Gewerkschaftsmitglied und Mitglied des erweiterten Betriebsrates ist. Auch eine Anhebung der Zuschläge wird gefordert. Diese gibt es für Mitarbeiter mit besonderen Aufgaben, wie den Sicherheits-, Brandschutz-, Gefahrstoff- oder Hygienebeauftragten, aber auch für Stationsleitungen und Datenschutzbeauftragte.

"Ein wesentlicher Punkt ist die Angleichung der Arbeitszeit in den neuen Bundesländern auf das Niveau im Westen", ergänzt Flügel. Während in Pegnitz 38,5 Stunden gelten, sind es in den neuen Bundesländern 39,5 Stunden. "Eine Gleichheit wäre nur Gerechtigkeit", unterstreicht sie. Auch die Auszubildendenentgelte sollten auf das Niveau des öffentlichen Dienstes angehoben werden.

Streit um erfolgsabhängige Vergütung

Ein Punkt der Verhandlungen ist eine Garantie der sogenannten EAV, der erfolgsabhängigen Vergütung. "Wir bekommen bei Sana kein Weihnachts- und Urlaubsgeld, aber eben im März und November die EAV", erklärt Hippmann. Gefordert wird im November eine Anhebung von 50 auf 75 Prozent eines Monatsgehaltes. "Eine Zahlung im März ist wirtschaftlich abhängig, heuer gab es das erste Mal nichts", so Hippmann weiter.

Deutlich sind die Ansagen von Ver.di in Sachen Rehakliniken. Sollten die beiden Häuser in Bald Wildbach und Sommerfeld nicht in die Entgelt- und EAV-Tabelle mit aufgenommen werden, werde man keinem Tarifergebnis zustimmen, betont Flügel. Schließlich soll es für die organisierten Sana-Mitarbeiter noch eine Vorteilsregelung geben. Bisher gibt es zwei freie Tage im Jahr zur Gesundheitsförderung, jetzt werden drei gefordert. "Das sollte eigentlich umsetzbar sein", findet Hippmann.

Im Vorfeld der Tarifverhandlungen wurden Fragebögen an die Beschäftigten ausgeteilt, auf denen sie die Wichtigkeit der einzelnen Forderungen angegeben konnten. "Der Rücklauf war bei Sana in Pegnitz sehr gut", sagt Hippmann. Etwa 63 Prozent der Kollegen hätten sich beteiligt. Rund 60 der knapp 200 Mitarbeiter bei der Sana Klinik sind bei Ver.di organisiert, schätzen Hippmann und Flügel. Die beiden machen auf die Verhandlungen und die gestellten Forderungen unter anderem in Posts in den Abteilungen, an Kollegen und Patienten aufmerksam. "Wir wollen das Thema im Gespräch halten", erklärt Flügel. Und bislang seien sie überall auf Verständnis gestoßen.

Vergangenen Montag wurden die Ergebnisse der zweiten Verhandlungsrunde bekannt. Demnach wurde keine Einigung erzielt, die Lohnerhöhung gar nicht verhandelt und bei der Arbeitszeitangleichung zwischen Ost und West ringe man um die Bedingungen. Hippmann kündigt an, dass es nun zu Warnstreiks, einer Mitgliederversammlung und einer "aktiven Mittagspause" kommen werde. "Das heißt, wir werden eine Plakataktion initiieren und auf unsere Anliegen aufmerksam machen."

Keine Auskunft gibt es von der Sana Klinik Pegnitz selbst zu dem Thema. "Wir kommentieren laufende Verhandlungen nicht", sagt Geschäftsführerin Petra-Marié Rinsche auf Nachfrage. Das gelte ebenso für den Umstand, dass keine konkreten Zahlen benannt werden, da Personalkennzahlen grundsätzlich nicht veröffentlicht würden. 

VON FRAUKE ENGELBRECHT

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