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Anfängliches Schauspiel am Leiterwagen längst passé

Breitenlesauer Theatergruppe hat sich zu einer Institution entwickelt — Laiendarsteller teils seit 48 Jahren dabei - 21.11.2017 23:31 Uhr

Nachdem Heinrich Richter (vorne in der Mitte mit Ehefrau Marga) die Leistungen der Mitwirkenden der Breitenlesauer Theaterbühne gewürdigt hatte, stand er selbst im Mittelpunkt einer Laudatio von Benedikt Richter. Mit im Bild ist Vorsitzender Klaus Lang. © F.: Dieter Jenß


Seit 1947 wurde regelmäßig Theater gespielt, anfangs noch auf einem Leiterwagen, mit dem der damalige Spielleiter Ernst Wegert mit seiner Truppe in den umliegenden Orten umherzog, berichtete Lang. Wegerts Nachfolger, Konrad Stenglein, habe dann bereits in den frühen 50er Jahren des letzten Jahrhunderts im neu erbauten Saal der Gastwirtschaft Krug in einer festen Spielstätte inszenieren können. Bis zu 500 Gäste fanden dort Platz.

Auf Komödien verlegt

Ab 1989 war das Bürgerhaus das neue Domizil der Theatergruppe. Wurden bis in die 70er Jahre hinein vor allem ernste Volksstücke geboten, begann 1973 die Aufführung ländlicher Lustspiele und Komödien. Dieser Umbruch, so der Vorsitzende, sei eng verbunden mit einem Mann, der bis heute als "Mastermind" der Theatergruppe die Stücke selbst schreibe und Regie führe: Heinrich Richter.

In der Folge zeigte die Theatergruppe bei der Geburtstagsfeier ihr großes Können bei zwei mit Spannung erwarteten Sketchen aus der Feder von Richter mit den Titeln "Die Singstunde oder Stellungswechsel" sowie "Langeweile oder Nachbarschaftshilfe" und sorgte damit für höchst humorvolle Unterhaltung.

Im Laufe des Abends war es Allrounder Richter vorbehalten, in Form von Einzelaudationen eine "Würdigung" jener Theaterspielerinnen und -spieler vorzunehmen, die noch aktiv sind oder es zumindest bis vor Kurzem waren. Eingangs erinnerte Richter zunächst an die Verleihung des Kultur-Förderpreises durch den Landkreis Bayreuth im Jahr 2009.

Hervorragendes Miteinander

Ausdrücklich bedankte sich der seit über 40 Jahren die Geschicke der Theatergruppe lenkende Richter für das hervorragende Miteinander, für viele schöne Augenblicke sowie für den großen schauspielerischen Erfolg.

Für jeden Einzelnen der aufgerufenen Laienschauspieler gab es Anmerkungen des Theaterleiters und ein kleines Geschenk.

Namentlich gehören beziehungsweise gehörten zum Kreis der Theatergruppe: Anna Stenglein, Christof Neuner, Lisa Bieberstein, Christian Teufel, Susanne Düngfelder, Max Neuner, Martin Richter, Tobias Stenglein, Johanna Kohlmann, Matthias Alberth, Elfriede Bezold, Sabine Reh und Stefan Richter. Unter ihnen sind Mitwirkende, die zum Teil seit 24 Jahren dabei sind.

Mehr als 30 Jahren stehen gar die nachfolgenden Schauspieler schon auf den Brettern, die die Welt bedeuten sollen: Gabriele Redel (seit 32 Jahren), Benedikt Richter (ebenfalls 32 Jahre), Norbert Stenglein (34). Anita Bieberstein, die Tochter des langjährigen Theaterleiters Konrad Stenglein, ist ebenfalls seit 34 Jahren dabei. Bei 33 Dreiaktern und einem Einakter sei sie nicht mal von der Schwangerschaft ihrer Tochter Lisa ausgebremst worden, erinnerte Richter. Rekordverdächtig seien auch die 38 Jahre von Cornelia Sönning und Conny Krug, der 1968 erstmals Theater gespielt hat. Wer erinnere sich nicht an dessen komödiantische Auftritte?, fragte Richter. Den Hut ziehen müsse man vor Albert Hümmer, der mit 80 Jahren 2016 verabschiedet worden ist.

Generationen geeint

Heinrich Richter selbst steht seit 48 Jahren auf der Breitenlesauer Bühne. Die Laudatio für ihn sprach Benedikt Richter und erklärte: "Unser Theaterleiter ist unser Leithammel." Sein Talent, Menschen für eine Sache zu begeistern, verbinde Generationen. Trotz dienstlicher Wohnsitze als Polizeibeamter in München oder andernorts sei er stets zur Stelle. Zudem leitete er 25 Jahre lang die Theaterbühne an seinem Wohnort Mistelgau. In 44 Hauptstücken und zwölf Einaktern habe er mitgewirkt, resümierte Richter, der die Laudatio mit den Worten "Schee, dass da bist", beendete.

DIETER JENSS

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