Freitag, 06.12.2019

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Alois Schmitt übernimmt Kathi-Bräu in Heckenhof

Sohn will Kult-Gasthaus weiter führen wie sein Vater Josef - Das Bierrezept kennt der "Neue" auswendig - 30.03.2019 01:01 Uhr

Im Traditionsbetrieb in Heckenhof wird es weiter gehen. Das Foto entstand bei der Kerwa im Jahr 2014. © Foto: Archiv/Manfred Scherer


Das bestätigte Alois Schmitt auf Anfrage. Der 58-Jährige ist seit 1985 Diplom-Braumeister und hat seinen Posten als Braumeister bei der St.-Georgen-Bräu in Buttenheim gekündigt, um sich um die Kathi-Bräu zu kümmern. Eine Nachricht, die der Aufseßer Bürgermeister Ludwig Bäuerlein so kommentiert: "Ich bin hellauf begeistert, dass er das weiterführt. Die Kathi-Bräu ist ganz wichtig für die Gemeinde."

Kathi-Bräu ist eine der vier Aufseßer Brauereien am Bierwanderweg. Die Gemeinde bekam einst den Titel als Weltrekordhalter für die größte Brauereidichte pro Einwohner. Der verstorbene Chef Josef Schmitt hatte seit 1976 das Bier für Kathi-Bräu gebraut und erbte nach dem Tod der Besitzerin Katharina Meyer im Jahr 1993 Brauerei und Gastwirtschaft.

Sein Sohn Alois Schmitt trommelte im Januar die Mitarbeiter von Kathi-Bräu zusammen. Bei der Versammlung hätten ihm alle gesagt: Wir wollen weiter machen. Und von da an war es für ihn selbst keine Frage mehr, die Traditionsbrauerei samt Gasthaus und Biergarten weiterzuführen. Schmitt sagt: "Es soll so weiter gehen, wie bisher."

Also das gleiche Bier im Ausschank, die gleichen Gäste, die vielen Motorradfahrer auf dem großen Parkplatz, der ursprünglich für das große Festzelt der Kerwa geteert worden war. Das Zelt, das schon in den vergangenen zwei Jahren wegen des zu hohen Aufwands nicht mehr aufgestellt wurde, will der neue Kathi-Bräu-Chef auch weiterhin weglassen – aus den gleichen Gründen. Schmitt bekennt, dass er in den vergangenen Wochen regelrecht bestürmt worden sei, bloß nichts zu verändern: Die Ratschläge gingen sogar soweit, den rustikalen, urig anmutenden und teilweise löchrigen alten Putz am Hauptgebäude so zu belassen, wie er ist. Eine andere Aufforderung der Stammgäste lautet: "Behandle bloß deine Mädels gut" und Schmitt sagt: "Das werde ich, denn ohne die Angestellten würde das nicht funktionieren." Vier feste Angestellte hat die Kathi-Bräu – zusammen mit den Saisonkräften kommt der Betrieb in Spitzenzeiten auf bis zu 25 Mitarbeiter.

Für einen nahtlosen Übergang dürfte Alois Schmitt die besten Voraussetzungen haben: Denn er ist kein Neuling auf dem Gelände der Brauerei. Schon seit Jahren hat er seinem Vater beim Bierbrauen geholfen, das von der 1993 verstorbenen Katharina Meyer überlieferte Bierrezept kennt er auswendig.

Alois Schmitt braut wie bisher eine einzige Biersorte in drei Variationen: Das dunkle, würzige Kathi-Lagerbier, das mit weniger Wasser einen Bock ergibt und mit mehr Wasser ein leichteres Bier für den Sommer. Das Bier braut er in der neuen Braustätte auf dem Gelände – 2000 Liter pro Sud. Die Anzahl richtet sich nach dem Bedarf.

Mit 16 zum ersten mal bedient

Der Braumeister, der aus Pietätsgründen so kurz nach dem Tod seines Vaters im Moment nicht auf ein Zeitungsfoto möchte, sagt: Jetzt mit 58 hätte er sich ein gemütliches Leben machen können. "Ich musste nicht lange überlegen. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer, jetzt noch mal neu zu starten. Kathi-Bräu ist irgendwie ja auch mein Lebenswerk." Schon als 16-Jähriger hat Schmitt zum ersten Mal bei der Kathi bedient.

Allerdings: Das mit dem gemütlichen Leben wird vor allem zurzeit nichts. Schmitt sagt, dass er gerade jetzt ein riesiges Arbeitspensum zu bewältigen habe – Ordnung in den Nachlass seines Vaters zu bringen, sei quasi ein zweiter Vollzeitjob.

MANFRED SCHERER

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