Mittwoch, 11.12.2019

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Alle stimmen für den Neubau am Landratsamt

Kreistag votiert mit großem Einvernehmen für Erweiterung - Nur kleinere Einheiten werden ausgelagert - 15.07.2019 11:00 Uhr

Bei der Diskussion um mögliche Auslagerungen des Landratsamtes Bayreuth befasste sich der Kreistag auch kurz mit dem Schicksal der Hotelfachschule in Pegnitz (Bild). Hier habe Landrat Hübner aber noch andere „Eisen im Feuer“. © nn


Rückblick: Landrat Hermann Hübner räumte ein, das Verfahren sei in den vergangenen Monaten etwas "unglücklich" gelaufen. Die Anfrage der Kreisverwaltung bei den Gemeinden wegen geeigneter Gebäude habe dort falsche Erwartungen geweckt. Tatsächlich hatte es in den vergangenen Monaten Angebote aus Fichtelberg, Speichersdorf, Hollfeld und Bad Berneck gegeben. Dort hätten Außenstellen des Landratsamtes gegründet werden sollen.

Bereits 2014 hatte der Landkreis ein 6000 Quadratmeter großes Grundstück für 1,3 Millionen Euro gekauft. Im Bayreuther Stadtgebiet war auch nach geeigneten Gebäuden gesucht worden. Geprüft wurde ebenfalls, ob ein weiteres Stockwerk aufgesetzt oder angebaut werden könne. Diese Möglichkeiten wurden jedoch aus technischen und organisatorischen Gründen verworfen.

Die Erweiterung sei nötig, weil die Verwaltung mehr Aufgaben erfüllen müsse als Anfang der 1990er Jahre. Damals wurde das heutige Gebäude geplant, so Verwaltungsdirektor Daniel Frieß. Der Kern der Kreisverwaltung solle zusammenbleiben. Es müssten 320 Arbeitsplätze vorgehalten werden. Eine Bedarfsanalyse habe 76 neue Büros ergeben. Gegen Außenstellen spreche auch die finanzielle Seite, so Kreiskämmerer Horst Hager. Er hatte die Fördermöglichkeiten ausgelotet. Die Kosten des Neubaus mit geschätzt fünf Millionen Euro seien überschaubar.

Wie Kreisrat Stefan Frühbeißer von den Freien Wähler darlegte, sei durchaus möglich, Arbeitsplätze auszugliedern. Er regte an, beispielsweise die Geschäftsführung der Therme Obernsees aus dem Landratsamt nach Obernsees zu verlagern. Ähnlich solle mit dem Naturpark verfahren werden. Frühbeißer bat darum, die Alternative eines Anbaus erneut zu prüfen und noch nicht zu entscheiden.

Nachteile der Auslagerung

Stephan Unglaub, SPD: Die Zentralität der Kreisverwaltung in Bayreuth mache Sinn, ohne den ländlichen Raum zu schwächen. Und: "Begeben wir uns nicht in eine nicht endende Diskussion bei der Auswahl einzelner Standorte." Günter Dörfler, CSU: Die Auslagerung wäre mit Nachteilen für Bürger und Mitarbeiter verbunden. Der Neubau sei erforderlich. Eine Altbausanierung ist nicht einfach. Sie käme wohl teurer und dauere auch länger.

Aus Sicht von Karl Lappe, WG, war die kompakte Verwaltung ein Ziel der Gebietsreform. Es mache keinen Sinn, deren Funktionalität zu zerhacken. Hermann Hiery, FDP, dankte der Jungen Liste. Ihr Antrag habe frischen Wind in Kreistag gebracht.

Das bleibt vom Antrag der JL: Die Kreisräte Holger Bär und Andreas Weidinger hatten den Antrag eingebracht. Er sah vor, in leer stehenden Gebäuden im Landkreis Außenstellen einzurichten. Wie Landrat Hübner sagte, brauche die Kreisverwaltung schon in Kürze Räume für den anstehenden Zensus. Da komme das Leerstandsmanagement ins Spiel. Geprüft werde nun, ob kleinere Einheiten ausgelagert werden könnten. Platzbedarf ergebe sich auch für den Gutachterausschuss durch die Reform der Grundsteuer.

Andreas Weidinger forderte eine genaue Prüfung, wo die Büros untergebracht werden sollen. "Für die Kommunen wären die Außenstellen eine große Chance gewesen", so Holger Bär. Er sehe den Ausgang der Debatte mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Servicestelle statt Schule

Hotelfachschule: Die Freien Wähler haben einen Antrag vorgelegt, dem zufolge die Hotelfachschule in Pegnitz wegen ihres Defizits geschlossen werden sollte. Das freie Gebäude könnte so dann eine Servicestelle des Landratsamtes werden. Dem trat die SPD-Fraktion entgegen. "Lehnen die Vermischung der Debatte über die Erweiterung des Landratsamtes mit der Zukunft der Hotelfachschule ab", so Fraktionssprecher Unglaub. Uwe Raab, SPD-Kreisrat und Pegnitzer Bürgermeister, erinnerte an die Pläne, die Berufsschule von Pegnitz nach Bayreuth zu verlegen. Raab warnte davor, die Hotelfachschule zu schließen. Das könne einen Domino-Effekt auslösen, den man nicht auffangen könne. Der Pegnitzer Bürgermeister wünschte sich, mehr Rückhalt für die Schule zeigen.

Die Grünen seien zwar dafür, leere Gebäude zu nutzen, so Helga Raab für ihre Fraktion. Die Verbindung mit der Hotelfachschule sei aber ein "No go".

Dass die Hotelfachschule jetzt kein Thema sei, bekräftigte auch Günter Dörfler für die CSU. Hübner: "Ich warne davor, die Themen zu verknüpfen." Der Platzbedarf im Landratsamt sei dringlich, bei der Hotelfachschule habe er noch Eisen im Feuer.

UDO BARTSCH

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