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Achtung Wildwechsel: Ausweichen kann böse enden

Wie sich Autofahrer beim Zusammentreffen mit Rehen und Wildschweinen richtig verhalten sollen - 02.07.2019 11:00 Uhr

Bei plötzlich auftauchendem Wild auf der Fahrbahn könnten 80 Stundenkilometer schon zu hoch sein, um noch rechtzeitig abzubremsen. Konsequent bremsen, hupen und abblenden ist die bessere Alternative, damit das Wild fliehen kann. © Foto: TÜV Süddeutschland/dpa/gms


Besonders im Frühjahr und Herbst ist Vorsicht geboten und Bremsbereitschaft gefragt, das weiß jeder Fahrschüler oder sollte es bis zur Prüfung wissen. Das bedeutet aber nicht, dass Autofahrer in den anderen Jahreszeiten allzu entspannt hinter dem Steuer sitzen sollten, wenn sie Waldgebiete passieren. "Die Wildschweine haben sich derart vermehrt, das sind richtige Massen von Säuen. Die sind das ganze Jahr unterwegs", sagt Karl-Heinz Inzelsberger, Vorsitzende der Jägervereinigung Pegnitz.

Eine Zeit, in der es wieder häufiger zu Wildwechsel kommen wird, steht laut Inzelsberger kurz bevor. "Von Anfang Juli bis Mitte August ist die Brunftzeit der Rehe", sagt Inzelsberger. "Der Bock treibt die Geißen vor sich her, da schaut er nicht nach links oder rechts." Geschweige denn auf eine Straße oder ob ein Auto kommt. Deshalb gelte es in Gegenden mit hoher Wilddichte das ganze Jahr über, das Tempo deutlich herabzusetzen.

Bei plötzlich auftauchendem Wild auf der Fahrbahn könnten 80 Stundenkilometer schon zu hoch sein, um noch rechtzeitig abzubremsen. Dem Tier auszuweichen sei eine gefährliche Idee, sagt Inzelsberger: "Dann kann man schnell in den Gegenverkehr oder gegen einen Baum geraten." Stattdessen solle man - sofern die Straße hinter einem frei ist - konsequent bremsen, hupen und abblenden, damit das Wild fliehen kann.

Damit Autofahrer die unfreiwillige Begegnung mit Wild möglichst schadlos überstehen, hat der Tüv einige Tipps: Die Fahrbahnränder im Auge behalten und Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand einhalten. Wenn ein Tier auf der Straße auftaucht, könnten ihm weitere folgen, daher in Bereitschaft bleiben. Tiere verlassen die Fahrbahn nicht immer auf dem kürzesten Weg, sondern laufen oft vor dem Fahrzeug her. Wenn Wild auf der Straße steht, soll der Fahrer nur bremsen, wenn nicht direkt hinter ihm ein weiterer Fahrzeug kommt, sonst droht ein Auffahrunfall.

Dass es bei Unfällen mit Wild bei einer verbeulten Stoßstange oder kaputten Scheinwerfern bleibt, ist im Raum Pegnitz die Regel. 597 sogenannte Wildunfälle hat die Polizei im vergangenen Jahr registriert. "Da spielt sich die Höhe des Schadens meistens zwischen 50 und 500 Euro ab", sagt Roland Schmitt, Leiter der Polizeiinspektion Pegnitz. Heuer sind es bislang 257 Wildunfälle. "Die Zahl wird sich wohl auf dem Vorjahresniveau einpendeln", schlussfolgert Schmitt. In den meisten Fällen krache es wegen nicht angepasster Geschwindkeit. "Oft wird behauptet, dass das Tier ganz plötzlich vors Auto gesprungen sei. Aber daran haben wir erhebliche Zweifel." Wer zu schnell unterwegs ist und sich zu einem Ausweichmanöver gezwungen sieht, werde das womöglich das teuer bezahlen. "Solche Fälle führen dann zu Kollisionen, Totalschäden und Verletzten." 

mast/nn

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