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Freitag, 20.09.2019

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900 Jahre alter Ort Weidenloh setzte Akzente

1119 wurde der Ort als "Uvitenloch" in der Gründungsurkunde des Klosters Michelfeld erstmals erwähnt - 30.07.2019 10:29 Uhr

Bürgermeister Stefan Frühbeißer hielt die Festansprache beim Frühschoppen, bei dem die urkundliche Erwähnung des Ortes vor 900 Jahren gefeiert wurde. © Foto: Rosi Thiem


In seiner Festansprache beim Weißwurst-Frühschoppen ging der Bürgermeister auf den bevorstehenden Breitbandausbau ein und meinte im Blick auf die Geschichte: "Früher wartete man auf die Wasserleitung — in diesen Zeiten auf das Breitband." Das allseits bekannte schmucke 125 Seelendorf hatte sich an diesem Tag noch mehr in Schale geworfen. Es gab kein Grundstück, dass nicht durch eine liebevolle Geste glänzte. Zusätzlich konnten die Festgäste eine Fotoausstellung bewundern und an Grundstücken stellten sich liebevoll dekorierte Arrangements bäuerlicher Attribute vergangener Zeiten vor. Vor 900 Jahren wurde Weidenloh als "Uvitenloch" in der Gründungsurkunde des Kloster Michelfeld am 6. Mai 1119 erwähnt. Weidenloh bedeutet so viel wie "zum Weidenwäldchen."

Alexander Berner, der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, erinnerte an die fünf Gefallenen des ersten und die drei Gefallenen des zweiten Weltkrieges aus der Ortschaft. In seinem Rückblick ging er zusammen mit Willi Brütting auf historische Daten des Runddorfes ein. Berner erklärte, dass sich die so genannten Einheitshöfe – Tier und Mensch wohnten gemeinsam unter einem Dach – in Weidenloh erst im vergangenen Jahrhundert änderten und Ställe und Scheunen ausgelagert wurden.

Bis 1925/1926 gab es in Weidenloh zwei Hüllen, aus der das Trinkwasser kam, bevor eine Wasserleitung folgte. "Bei großer Trockenheit musste für das Vieh vorher — mit Jauchefässern an Fuhrwerken – erst Wasser aus dem Weihersbachtal herangeschafft werden", fuhr Berner fort. "Der Gemeinschaftsgeist war und ist in Weidenloh schon immer sehr ausgeprägt", so Berner.

Seit einigen Jahren gibt es keine Viehhaltung mehr im Ort. Es gab gemeinsam angeschaffte Maschinen und aus dem Bauerndorf wurde ein geschätzter Urlaubsort. "Wenn alle Betten belegt sind, haben wir im Ort soviel Gäste wie auch Einwohner."

Eine Festmesse unter freiem Himmel neben dem Glockenturm zelebrierte Pfarrvikar Dominik Urban bei strahlendem Sonnenschein. Urban erklärte, dass er sehr gerne gekommen sei, aber leider wegen den vielen von ihm zu versorgenden Pfarreien nicht in alle Ortschaften kommen kann. Die 900- Jahrfeier war für ihn der Anlass es zu versuchen, möglich zu machen.

Mit Blasmusik gefeiert

Die Blasmusik Kirchenbirkig begleitete stimmungsvoll durch den Festtag. Alle Vereine und viele Fahnenabordnungen aus dem Umland wohnten den Feierstunden bei. Am Nachmittag gab es ein buntes Programm bei Kaffee und Kuchen. Für die Jüngsten bot die ortsansässige Töpferei das alljährlich beliebte Kindertöpfern an. 

ROSI THIEM

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