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Dienstag, 22.10.2019

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62 Bogenschützen ließen Pfeile in der Natur fliegen

Die erste Bezirksmeisterschaft im Feldbogenschießen lockte die Szene zum SV Bronn - 16.04.2019 22:28 Uhr

Bei manchen Zielauflagen des Parcours wussten die Teilnehmer gar nicht, wie weit sie entfernt sind. Hier nimmt Helmut Krug bei der Station am kleinen Weiher Maß.


Aus dem Bezirk Mittelfranken, der sich bei den Schützen bis Pegnitz und Neumarkt erstreckt, trafen sich 62 Bogenschützen auf Feld, Wald und Wiese im hügeligen Gelände südlich des Bronner Sportplatzes. Mit dem olympischen Recurvebogen wurde Johannes Wiesheier aus Kleingesee, er trat für den BSC Schnaittach an, Bezirksmeister. Aber auch andere Schützen aus Pegnitz und Umgebung schlugen sich tapfer im Vergleich mit der Elite Mittelfrankens.

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Leistungsvergleich der Feldbogenschützen in Bronn bei Pegnitz

Die besten Bogenschützen trafen mit ihrem Sportgerät bei der Meisterschaft in Feld, Wald und Wiese zum Leistungsvergleich in Bronn bei Pegnitz. Für alle Schützen war das Auf und Ab im Gelände genauso erschwerend wie das Licht und Schattenspiel zwischen den Bäumen.


Bevor der Startschuss durch die örtlichen Böllerschützen den Wettkampftag eröffnete, war durch die gastgebenden Bogenschützen, allen voran Karl Lothes und Karl Zapf, in den letzten Wochen viel Vorbereitungsarbeit nötig. Der Einsatz der Bronner Sportkameraden wurde von allen Teilnehmern der Meisterschaft gelobt.

Noch am Vortag hatte sich der vom Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) beauftragte Kampfrichter Benjamin Reißinger überzeugt, ob alles auf dem rund fünf Kilometer langen Parcours den Bestimmungen entspricht. Dafür wurde nicht nur die Streckenführung in Augenschein genommen, sondern auch die Entfernungen zu den Zielscheiben nachgemessen. "Die Sicherheit steht für uns an erster Stelle, an diesem Sonntag fliegen schließlich rund 5000 Pfeile durch die Luft", bemerkte der Kampfrichter.

Mit dem olympischen Recurve-, dem Compound- oder dem Blankbogen verteilten sich die Teilnehmer meist in Vierer-Gruppen auf 24 Stände. Ein Wechsel erfolgte, wenn jeder Schütze der Gruppe seine drei Pfeile geschossen hatte. Anders als bei der Wertung auf der Bogenwiese oder in der Halle, zählen beim Feldbogenwettkampf die Treffer ins Gold nur fünf oder sechs Ringe.

Bergauf, bergab dem Gelände angepasst, waren vier verschiedene Scheibengrößen zu treffen. Unterschiedliche Entfernungen zwischen fünf und 60 Metern mussten geschätzt werden, wenngleich auch die alten Hasen unter den Schützen die Distanz berechneten, so landeten doch immer wieder Pfeile neben der Zielauflage, die im Durchmesser zwischen 20 und 80 Zentimeter betragen konnte. Bei zwölf der Zielauflagen war die Entfernung bekannt. Dann kramten die Schützen ihre Notizzettel aus dem Rucksack, um die Einstellungen am Visier anzupassen.

Für alle Schützen war das Auf und Ab im Gelände genauso erschwerend wie das Licht- und Schattenspiel zwischen den Bäumen. Jeder Schütze musste innerhalb von drei Minuten seine Pfeile lösen. Für die Wegstrecke selbst gab es keine Zeitvorgabe. Pausen konnten die Gruppen nach eigenem Ermessen einlegen. Wer sich genügend Getränke zu der Sportausrüstung eingepackt hatte, war nicht auf die Verpflegungsstation im Wald angewiesen, musste aber mehr Gewicht schleppen.

Anspruchsvollste Disziplin

Grundsätzlich ist das Feldbogenschießen die anspruchsvollste Disziplin im Bogensport. Ein echter Vergleich kann nur erfolgen, wenn alle Schützen den selben Parcours durchlaufen. Daher sind Ringzahlen aus anderen Bezirken nur bedingt vergleichbar. Die Strecke in Bronn war nach der Einschätzung von erfahrenen Feldbogenschützen sehr anspruchsvoll aufgebaut.

Johannes Wiesheier vom BSC Schnaittach setzte bei den ersten drei Ständen gleich sieben von neun Pfeilen ins Gold. Begonnen hatte er mit schwierigen Schüssen, bergab im 45 Grad Winkel, von einem Felsen auf Stand drei, nahe des kleinen oberfränkischen Ortes. Für ihn, der sich schon für Deutsche Meisterschaften qualifiziert hatte, stellten die steilen Schüsse kein Problem dar. Besonders gefallen hat ihm aber die Station am kleinen Weiher. Am Ende platzierte sich Wiesheier in der Herrenklasse um zehn Ringe vor dem wettkampferfahrenen Feuchter Fabian Obst.

Bei den Damen siegte souverän Andrea Lerzer aus Neumarkt vor Angelika Promberger aus Ottenhof. Zum ersten Mal bei einem Feldbogenwettkampf dabei waren die Schützen der KpSG Pegnitz Hartmut Jäkel und Manfred Sorkalla. Für Jäkel gab es den Titel des Vize Bezirksmeisters in der Blankbogenklasse der Herren. Ein toller Erfolg, fand der mittelfränkische Bogenreferent Herbert Plagwitz. Sorkalla war erst zwei Wochen zuvor Bezirksmeister bei den 3D-Wettkämpfen geworden. Dort war aber für seine Blankbogenklasse die maximale Entfernung auf 35 Meter begrenzt. Nun hatte der Intuitivschütze aus Pegnitz aber mit ganz anderen Verhältnissen als bisher gewohnt zu kämpfen. Platz elf für ihn in der teilnahmestärksten Klasse, dicht gefolgt von seinem Vereinskameraden Hartmut Krug. In der Jugendklasse erreichte der Ottenhofer Ragnar Promberger den vierten Platz. Für den jungen Promberger stellten sich die Tiefschüsse vom ehemaligen Steinbruch auf die Scheibe 20 als besonders schwierig heraus.

Als einziger Schütze in der Jugendklasse mit dem zielsicheren Compoundbogen startete Philip Baumann vom SV Enzian Kirchenbirkig am Stand 15. Hier war auch der Senior unter den Compoundern, Fritz Ortner aus Feucht, mit im Team, der sich die Tagesbestleistung von 360 Ringen erkämpfte. Natürlich war hier der Abstand zur Zielscheibe größer als bei Baumann, wie dies auch in den anderen Bogenklassen gehandhabt wird und in den Regeln festgeschrieben ist. Der Auszug eines Compoundbogens bedeutet eine enorme Kraftanstrengung, dafür ist er im gespannten Zustand mit weniger Krafteinsatz zu halten.

Bei der Siegerehrung beglückwünschte die Gauschützenmeisterin Rebecca Kramer zusammen mit Herbert Plagwitz die Sieger der jeweiligen Klassen. Beide hoffen, dass die erreichten Ergebnisse die Schützen nun für die Bayerische Meisterschaft qualifizieren. Ein besonderer Dank von Plagwitz galt den Organisatoren des SV Bronn, denen er eine hervorragende Arbeit bescheinigte. Die aktiven Bronner Bogenschützen durften bei diesem Wettkampf nicht teilnehmen und müssen deshalb an einem anderen Wettkampfort ihre Leistung beweisen. Hier werden Karl Lothes sowie Karl und Thomas Zapf versuchen, sich für die Landesmeisterschaft zu qualifizieren.

VON UDO SCHUSTER

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