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20 Hektar Jungwald brannten vor 50 Jahren im Forst

Löschmaßnahmen waren aussichtslos - Feuerwehr verhinderte mit Schneisen das Ausbreiten des feuers - 24.04.2019 18:45 Uhr

20 Hektar Jungwald gingen vor 50 Jahren im Veldensteiner Forst in Flammen auf. © Claus Volz


An die 100 Feuerwehrleute waren 1969 im Einsatz, dazu kamen noch freiwillige Helfer, Waldarbeiter, Polizei und Rotes Kreuz. Zeitweise musste sogar die Bundesstraße 85, die am Brandgebiet vorbeiführte, für den Gesamtverkehr gesperrt werden.

Kurz nach 16 Uhr waren die Polizeistationen aus Pegnitz und Auerbach alarmiert worden. Beide Dienststellen entsandten sofort Bereitschaftswagen in das Brandgebiet, um einmal den anrückenden Feuerwehren an der B85 als sichtbares Zeichen zu dienen und zum anderen, um den starken Verkehr zu regeln und später umzuleiten.

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1969: An ein Löschen des Waldbrandes war nicht zu denken

Welche Gefahren durch die trockene Witterung drohen, zeigte ein verheerender Waldbrand im Veldensteiner Forst, bei dem vor 50 Jahren 20 Hektar in Flammen aufgingen. Die Feuerwehren aus dem weiten Umkreis mussten sich darauf beschränken, durch das Anlegen von Schneisen ein Ausbreiten des Brandes zu verhindern.


Verhängnisvoller Ostwind

Die Freiwillige Feuerwehr Pegnitz mit ihrem Tanklöschfahrzeug und die KSB-Werksfeuerwehr waren die ersten Wehren, die am Einsatzort ankamen. Kreisbrandinspektor Heinrich Hofmann leitete sofort die ersten Löschmaßnahmen ein. Vom Löschen selbst konnte kaum gesprochen werden, denn der KBI ordnete an, dass man sich darauf konzentrieren solle, die Schneisen vom Gras und Laub zu säubern, um ein Übergreifen des Feuers auf die benachbarten Waldstücke zu verhindern.

Dass dies die einzige richtige Maßnahme war, bewies sich schon sehr bald, denn durch den Ostwind angefachte Flammen schlugen teilweise 20 und 30 Meter in die Höhe. Mit jedem Windstoß vergrößerte sich die Brandfläche in Sekundenschnelle und oft genug konnten sich die Wehrmänner nur durch eiligsten Rückzug in Sicherheit bringen.

Neugierige störten schon damals

Auf einer mehrere hundert Meter breiten Front fraß sich das Flammenmeer in Richtung B85 fort. Die Beamten der Auerbacher Polizeidienststelle hatten alle Hände voll zu tun, um einige recht unvernünftige Autofahrer von ihren Parkplätzen am Straßenrand zu „verscheuchen". Denn inzwischen hatte ja auch die Böschung an den Hängen entlang der Straße Feuer gefangen. Sogar über den Rundfunk wurden die Autofahrer vor dem Befahren der B 85 gewarnt.

Die Schneise quer durch das Waldstück zu halten, hatten sich die Feuerwehrleute zur Aufgabe gestellt. Mit Schaufeln und Hacken, Feuerpatschen, Motorsägen und an den Rändern auch mit Wasser aus den Tanklöschfahrzeugen rückten sie dem Feuer zu Leibe. Einige Waldarbeiter versuchten auch, die Schneise zu verbreitern, indem sie Bäume umlegten und überhängende Äste wegschlugen.

Mitten im Wald brannte es noch lange

All diese Maßnahmen, wobei die Schar der Helfer dauernd durch die nachrückenden Wehren aus Neudorf, Auerbach, Michelfeld, Gößweinstein, Hainbronn oder Horlach verstärkt wurde, zeigten bald Erfolge. In manchen kleineren Waldstücken konnte das Feuer unter Kontrolle und schließlich zum Erlöschen gebracht werden. In der Mitte des Waldstücks dagegen brannte es noch einige Zeit weiter. Löschmaßnahmen in diesem dichten Gestrüpp wären nahezu aussichtslos und außerdem sehr gefährlich gewesen.

Ein Lob muss man den Feuerwehrleuten aussprechen, denn sie hielten in dichtem Qualm und Rauch aus, um an den Schneisen ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. Dass ihnen das gelang, lag auch an der Übersicht und der ausgezeichneten Organisation, für die Kreisbrandinspektor Hofmann verantwortlich zeichnete. Vor allem zeigte sich, dass ein Zusammenspiel der Löschkräfte auch über Regierungsbezirksgrenzen hinweg ausgezeichnet klappen kann.

Die Kriminalabteilung der Außenstelle Bayreuth nahm noch im Verlauf der Nachmittagsstunden die Ermittlungen über die Brandursache auf. Nachdem das Waldstück in der Nähe des Bahndamms liegt, ist es nicht ausgeschlossen, dass das Feuer durch Funkenflug aus einem vorbeifahrenden Zug entstanden ist, hiße es.

„Da päppelt man den Wald in Jahren auf und in wenigen Stunden wird die ganze Arbeit zunichte gemacht", meinte der für das Horlacher Revier zuständige Forstamtmann Hans Deinzer resignierend. Um vor einem neuerlichen Aufflackern des Feuers sicher zu sein, wurde die Waldschneise vom Forstamt umgepflügt. Eine Planierraupe, die vom Kreisbrandinspektor in Anbetracht der gefährlichen Lage angefordert wurde, brauchte nicht mehr eingesetzt zu werden, da man inzwischen den Brand unter Kontrolle hatte. 

  

CLAUS VOLZ/RICHARD REINL

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