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Dienstag, 14.07.2020

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Stadt plant neues Katastrophenschutzzentrum für Nürnberg

Bürgermeister Vogel: "Wir müssen uns auf alle möglichen Szenarien vorbereiten" - 14.02.2020 05:30 Uhr

Noch werden in Nürnberg-Großreuth Fahrzeuge der Stadt gewartet. Doch bald soll hier eine der ehemaligen Flugzeughallen zum Katastrophenschutzzentrum umgebaut werden, in dem dann Rettungsfahrzeuge der Hilfsorganisationen stehen werden. © Foto: Günter Distler


Derzeit gehören die zwei ehemaligen Flugzeughallen in Großreuth noch zu einem Standort von Sör. Dort werden städtische Fahrzeuge gewartet und repariert, vom Spielmobil bis zur Straßenkehrmaschine. Weil nun jedoch eine Betriebszentrale am Pferdemarkt entstehen soll, in der mehrere Standorte zusammengefasst werden, stehen die Hallen demnächst leer. "Noch ist nichts entschieden und wir haben noch keinen konkreten Planungsauftrag, aber wir haben eine Idee, an der ich mit den Verantwortlichen seit geraumer Zeit arbeite", sagt Christian Vogel, der als Bürgermeister auch für Sör zuständig ist.

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Neben Fahrzeugen der Feuerwehr und der Nürnberger Hilfsorganisationen könnte man in der unter Denkmalschutz stehenden Halle auch Hilfsmittel und technisches Gerät unterbringen, das nicht ständig, sondern nur zu Übungszwecken und im Notfall gebraucht wird, wie Feldbetten. "Wir hoffen natürlich immer, dass wir keinen Katastrophenschutz brauchen, gleichzeitig müssen wir uns auf alle möglichen Szenarien vorbereiten", sagt Bürgermeister Vogel und nennt große Bombenfunde und besondere Wetterereignisse als Beispiele.

Experten hoffen auf Synergieeffekte 

Derzeit sind viele Fahrzeuge der Feuerwehr und der Johanniter in der Kongresshalle am Dutzendteich untergebracht. Weil die Stadt plant, das Dokumentationszentrum zu erweitern und in die Kongresshalle zudem womöglich Künstler einziehen sollen, müssen die Organisationen früher oder später weichen.

Einst standen hier Flugzeuge: Die früheren Hangar-Hallen befinden sich heute auf dem Betriebsgelände von Sör neben der Kfz-Zulassungsstelle. © Airport Nürnberg


Allerdings würden auch andere Hilfsorganisationen wie der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) von der neuen Unterbringungsmöglichkeit profitieren, so Vogel: "Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Katastrophenschutz-Fahrzeuge in einer Halle untergebracht sein müssen. Der ASB hat Schwierigkeiten damit, geeignete Stellflächen zu finden." Ein Katastrophenschutzzentrum hätte zudem Synergieeffekte: "Die Kooperation der Hilfsorganisationen ist in Nürnberg sowieso schon sehr gut und wäre damit noch mal erleichtert", sagt der Bürgermeister.

Hallen gehörten einst zum Flughafen Marienberg

In der zweiten Halle kann Vogel sich vorstellen, ein Feuerwehr-Museum unterzubringen. "Die Stadt Nürnberg hat eine Vielzahl von Fahrzeugen und technischen Geräten der Feuerwehr, die wir der Öffentlichkeit bislang nicht zeigen können. Gleichzeitig haben wir einen sehr engagierten Feuerwehr-Museums-Verein." Es handele sich teilweise um einzigartige Exponate und die Hallen hätten damit einen historischen Bezug, sagt der Bürgermeister.

Die Flugzeughallen gehörten einst zum Flughafen Nürnberg-Marienberg, der zwischen 1933 und 1940 der internationale Flughafen der Stadt Nürnberg war. Seit der Mobilmachung 1939 bis zur Befreiung Nürnbergs am 20. April 1945 diente der Flugplatz nur noch den Zwecken der Luftwaffe und wurde nach der fast vollständigen Zerstörung der Gebäude im Zweiten Weltkrieg nicht wieder in Betrieb genommen.

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Stephanie Siebert

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