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Saniertes Gemeinschaftshaus: Langwasser setzt trotzdem auf Kultur

Im Stadtteil ist was los - und das obwohl im Kulturzentrum Baustelle herrscht - 13.06.2019 12:11 Uhr

Langwasser hat sich einiges vorgenommen: Mit Kunst und Kreativität soll die Lebensqualität im Stadtteil gesteigert, die Vielfalt Langwassers als Stärke hervorhoben und das Gemeinschaftsgefühl gefördert werden. © Stefan Hippel


Manuela Berneckers Augen glänzen, als sie die Projekte für die kommende Zeit vorstellt. Sie ist die motivierte Leiterin eines Projektes, das völlig neu ist und dessen Name auch auf ihrem T-Shirt gedruckt steht: #LNGWSSR. Ein Stadtteil, den man kennt und entziffern kann, auch wenn die Vokale fehlen.

Grafisch wird der Schriftzug begleitet von Kreisen, Halbkreisen und Linien. "Die können wie ein Baukasten immer wieder neu gruppiert werden", sagt Manuela Bernecker. Ein Symbol dafür, dass nun viel Material zur Verfügung steht, um den Stadtteil zu beleben. Wie kommt das?


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"Utopolis — Soziokultur im Quartier" heißt das bundesweite Projekt, an dem sich das Gemeinschaftshaus Langwasser, eine Einrichtung des Amtes für Kultur und Freizeit, beteiligt. Seitenweise Unterlagen habe man für die Bewerbung abgeben müssen, sagt Walter Müller-Kalthöner, Leiter des Gemeinschaftshauses. Aber es hat sich gelohnt.

Konkret wird nun eine Fördersumme in Höhe von 440.000 Euro bereitgestellt. Der Förderzeitraum erstreckt sich auf vier Jahre.

Zwölf Städte im Austausch

Dabei sollen soziokulturelle Zentren wie das Gemeinschaftshaus neue Beteiligungsformate ausprobieren, elf weitere Städte nehmen teil — darunter Berlin, Hamburg und Bremen. Die zwölf Städte stehen bei Treffen in regelmäßigem Austausch. "Es gilt dabei zu analysieren, was gut funktioniert und was weniger gut", erklärt Manuela Bernecker.

Langwasser selbst hat sich vier Schwerpunkte vorgenommen. Die Beteiligung der Bürger soll stets im Mittelpunkt stehen. Das Programm will mit Kunst und Kreativität die Lebensqualität im Stadtteil steigern, die Vielfalt Langwassers als Stärke hervorheben und das Gemeinschaftsgefühl fördern. Geplant ist Folgendes: Gemeinschaftshaus.Neu.Machen.

Wendelin Reichl und Ruth Olschinksi („Gemeinschaftshaus.Neu.Machen“) zeigen am Modell des Gemeinschaftshauses, dass hier noch Raum für Ideen ist. © Foto: Stadt Nürnberg/privat


Bereits im Juni geht dieses Projekt an den Start. Hier geht es darum, dass das neue Gemeinschaftshaus ein Domizil für alle werden soll. Und sich neues Publikum erschließt. Bei einer Onlinebeteiligung, Veranstaltungen sowie Aktionen im Stadtteil können die Bürger ihre Anregungen für das Gebäude in der Glogauer Straße loswerden, Ideen diskutieren und Kontakte knüpfen. Für den Bau selbst sind die Weichen zwar schon gestellt, aber bei den Konzepten und Inhalten gibt es noch Spielraum.

Street-Art-Festival

Der Auftakt ist im Sommer dieses Jahres. Langwasser soll bunter werden. Und so werden lokale und internationale Street-Art-Künstler eingeladen. Wände werden dauerhaft gestaltet. Bereits im Vorfeld sind Schulen, Kindergärten und Jugendeinrichtungen involviert, es gibt Workshops zum Thema. Manuela Bernecker: "Wir wollen möglichst viel Menschen mit einbinden." Im Sommer wird ein mehrtägiges Festival zu "Street-Art" veranstaltet.

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Wir.Schreiben.Geschichte: Langwasser hat viele Menschen verschiedener Herkunft — jeder mit seiner ganz eigenen Geschichte. Dies soll bei einem Laien-Theaterprojekt deutlich gemacht werden. Jugendliche werden ab Herbst 2019 die Bürger ihres Stadtteils interviewen und Sagen, Erzählungen oder Lieder sammeln, die aus der Heimat der Menschen stammen — ob mit oder ohne Zuwanderungsgeschichte.

Langwasser.Neu.Entdecken: In dem jungen Stadtteil gibt es doch einiges zu entdecken. Um Architektur und Kunst zu beleuchten, werden ehrenamtliche Stadtteilführer ausgebildet. Ab 2021 soll mit professioneller Unterstützung Wissen gesammelt und vermittelt werden.

Einen Auftaktabend zur Beteiligungsaktion für das Gemeinschaftshaus Langwasser gibt es am Montag, 24. Juni, in der Paul-Gerhard-Gemeinde, Glogauer Straße 25, mit Live-Musik ab 18 Uhr.

Weitere Infos unter www.lngwssr.nuernberg.de

Rurik Schnackig

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