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Nürnberg organisiert zusätzliche Winterunterkünfte für Obdachlose

Bayerische Kommunen wappnen sich für steigende Zahl an Wohnsitzlosen - 02.12.2019 15:21 Uhr

Gerade die Wintermonate machen Obdachlosen schwer zu schaffen: Mehrere Kommunen in Bayern - darunter auch Nürnberg - haben deshalb zusätzliche Schlafplätze geschaffen. © Peter Kneffel/dpa


In den Wintermonaten steigt die Zahl der wohnungslosen Menschen, die in den Notschlafstellen der Städte übernachten. Kommunen in Bayern haben sich daher vorbereitet, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

So stehen in Nürnberg 30 zusätzliche Schlafplätze zur Verfügung, wie das Sozialamt der Stadt mitteilte. Dort leben laut einem Sprecher der Stadt etwa 50 Menschen auf der Straße. In Regensburg wurden nach Angaben der Stadt Anfang November zwei neue Unterkünfte für Obdachlose eröffnet.


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In Augsburg wurde in zwei Obdachlosenunterkünften sozialpädagogische Arbeit eingeführt. "Unser Ziel ist, dass durch diese Maßnahmen obdachlose Menschen gerade im Winter die Unterkünfte auch wirklich in Anspruch nehmen", erklärte Sozialamtsleiter Stefan Kiefer. "Das geht bis ins Detail: Für den Fall, dass jemand sich trotz Kälte scheut, in das Heim zu kommen, weil er dorthin seinen Hund nicht mitbringen kann, haben wir eine Vereinbarung mit dem Tierschutzverein getroffen. Dort werden Plätze für Hunde Obdachloser freigehalten." In Augsburg sind in den Unterkünften für Obdachlose nach Angaben der Stadt derzeit rund 275 Personen untergebracht, in Würzburg sind es 392.

Schlafplatz im Wärmebus

In München ist ab Januar 2020 in den Abendstunden ein Wärmebus unterwegs. "Über den Wärmebus stellen wir künftig sicher, dass Menschen, die es nicht selbst schaffen, in die Bayernkaserne zu kommen, dort hingefahren werden können", erklärte Dorothee Schiwy, Sozialreferentin der Stadt München. "Die Menschen erhalten dann dort nicht nur einen warmen Platz zum Schlafen, sondern auch eine Beratung, um die Perspektiven in München zu klären und die Lebenssituation längerfristig zu verbessern." In der Landeshauptstadt nächtigten Ende Oktober 371 Menschen im Übernachtungsschutz.


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Insgesamt steigt die Zahl der Wohnungslosen in Bayern. Das beobachten die bayerischen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie. "Die Mitgliedseinrichtungen der Diakonie in Bayern berichten von einem stetigen Anstieg an Ratsuchenden und von längeren Verweildauern in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe sowie in kommunalen Notunterkünften", teilte der Sprecher der Diakonie Bayern mit. Bei der jüngsten Erhebung des bayerischen Sozialministeriums 2017 waren 15.517 Menschen in Bayern als wohnungslos registriert. Als wohnungslos gilt dabei, wer in speziellen Unterkünften für Wohnungslose oder auf der Straße lebt. "Neben der amtlichen Statistik gibt es auch eine hohe Dunkelziffer derer, die in prekären oder unzumutbaren Wohnverhältnissen leben", sagte der Diakonie-Sprecher.

Vor kurzem hatte eine neue bayerische Stiftung für Obdachlose offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist mit fünf Millionen Euro ausgestattet. Es sollen besonders Projekte gefördert werden, die wegweisend und innovativ im Kampf gegen Obdachlosigkeit sind.

dpa/jm

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