Mittwoch, 13.11.2019

|

Mensa: Hochbegabte bereiten Jahrestreffen in Nürnberg vor

1000 Besucher erwartet: Auch Nicht-Mitglieder können an Events teilnehmen - 25.06.2019 13:07 Uhr

Richtig viel Grips in der Birne: Wer Mensaner werden möchte, muss bei einem anerkannten IQ-Test ein besseres Ergebnis erzielen, als es 98 Prozent der Bevölkerung erreichen würden. An Events des Jahrestreffens können auch Nicht-Mitglieder teilnehmen. © Foto: mohamed_hassan/Pixabay/Liz. CC0


"Wir kennen jetzt jedes Hotel in Nürnberg", sagt Chef-Organisator Christoph Ruge, der seit 2009 kein nationales Jahrestreffen verpasst hat und längst auch Stammgast auf den internationalen Meetings ist. Geeignete Örtlichkeiten für die geplanten Veranstaltungen zu finden, ist gar nicht so einfach. Allein für die Mitgliederversammlung werden mehr als 800 Plätze benötigt. Die Meistersingerhalle ist zu groß, die kleine Meistersingerhalle zu klein, zudem treibt die Organisatoren stets die bange Frage um, ob Hotels überhaupt noch Kapazitäten frei haben. Bis zum 30. September sollten sämtliche Planungen abgeschlossen sein.

In der Regel steht der Ausrichter des Jahrestreffens, zu dem wieder rund 1000 hochbegabte Besucher aus dem In- und Ausland erwartet werden, zwei Jahre im Vorfeld fest. Die schwäbischen Mensaner waren sogar noch früher dran – "Stuttgart 21" wollten sie sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Die Nürnberger Kollegen hatten schon seit Jahren mit dem Gedanken gespielt, in die Rolle des Gastgebers zu schlüpfen, auf dem letztjährigen Treffen in Aachen ging dann alles ganz schnell. Als der für 2020 vorgesehene Ausrichter einen Rückzieher machte, hoben Ruge und seine Mitstreiter die Hand – und erhielten prompt den Zuschlag.

Riesiges Angebot

Eine ambitionierte Aufgabe, die das Organisationsteam um den Leiter Ruge sowie Elena Bail, Norbert Düll und zahlreiche weitere ehrenamtliche Helfer mit viel Herzblut bewältigt. Schließlich sollen die Teilnehmer, die alle einen Intelligenzquotienten von mindestens 130 haben, vom 15. bis 19. April 2020 bestens unterhalten werden.

Der Stab wurde bereits an sie übergeben: Elena Bail, Christoph Ruge (Mitte) und Norbert Düll stecken mitten in den Vorbereitungen für das Mensa-Jahrestreffen 2020. © Foto: Johannes Handl


"In Nürnberg gibt es so viele geile Sachen. Es ist unfassbar, was man hier alles machen kann", sagt Bail, die vor allem Events ausarbeitet. 130 bis 140 Programmpunkte möchten die Nürnberger den Besuchern anbieten: Abwechslungsreiche Vorträge aus dem Bereich Wissenschaft und Bildung sind ebenso vorgesehen wie Betriebsbesichtigungen, Stadtführungen oder auch Escape-Rooms. Auswärtige dürfte sicher auch die fahrerlose U-Bahn interessieren.

"Für das Jahrestreffen öffnen häufig auch Firmen ihre Türen zu exklusiven Führungen, da sie es interessant finden, mit uns in Kontakt zu kommen", sagt Düll, der jeden Monat wechselweise in Nürnberg und Erlangen IQ-Tests leitet. Er hofft, dass sich noch weitere Unternehmen bereiterklären, spannende Einblicke in ihre tägliche Arbeit zu bieten.

Abgesehen von der Mitgliederversammlung, richten sich alle Angebote, die derzeit akribisch vorbereitet werden, übrigens nicht nur an Vereinsangehörige. Auch Nicht-Mensaner können sich für die zahlreichen Programmpunkte und Events anmelden, wenn sie Interesse haben.

Ein großer Vorteil gegenüber dem diesjährigen Ausrichter Hamburg sind die kurzen Wege. Wer will, kann an einem Tag problemlos mehrere Touren unternehmen, an einem Workshop teilnehmen und sich im Dokuzentrum oder den Felsengängen umsehen.

Großer Zulauf

Derzeit freut sich der exklusive Zirkel über großen Zulauf. Das ist laut Ruge immer so, wenn im Fernsehen mal wieder ein Test läuft. Die Mitgliederzahlen sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen. 2011 zählte der Verein 10.000 Hochbegabte, im vergangenen Jahr waren es 13.000, aktuell sind es sogar schon 15.000. Damit stellt Deutschland hinter den USA und Großbritannien die drittgrößte nationale Gruppe. Weltweit gibt es über alle Altersklassen und Bevölkerungsschichten hinweg 140.000 Mitglieder.

Noch sind zehn Monate Zeit, Norbert Düll kann es aber schon jetzt kaum erwarten: "Das Jahrestreffen ist wie ein Besuch auf dem Heimatplaneten. Da muss man sich eine Woche lang nicht verstellen."

Während der fünftägigen Veranstaltung wird traditionell der Deutsche IQ-Preis verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Günther Jauch und Ranga Yogeshwar, aber auch die Vereine Foodsharing und EinDollarBrille. Höhepunkt ist wie immer das festliche Galadiner, das am 18. April stattfindet.

Weitere Infos gibt es unter www.jt2020.mensa.de

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg