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Leserforum: Würden Sie sich von einem Roboter pflegen lassen?

Altenpflege-Messe in Nürnberg: Besucher zweifeln an Robotern - 04.04.2019 16:19 Uhr

Diese Maschine wird zum Beispiel in Pflegeheimen benutzt, um schnell Hemden und Shirts bügeln zu können. © Kilian Trabert, NNZ


Rund 28.000 Besucher kamen, 700 Aussteller präsentierten sich. Dazu gehört etwa der koreanische Zahnarzt DoYeon Kim: Entsetzt über faulende Zähne von Heimbewohnern hat er eine weiche Silikonapparatur entwickelt, mit der Hilfebedürftigen die Zähne gespült werden. Ohne dass übergriffig in ihrem Mund herumgefuhrwerkt wird. Oder das Unternehmen Arjo, das eine Art elektrische Schaukel-Liege samt 3,7 Kilogramm schwerer Decke vermarktet, die Musik spielt und Demenzkranke gleich einem Baby im Arm wiegt und beruhigt.

Oder auch die Altenpflegerin Maria Swierkowska, die ein mit ihrer Tochter entwickeltes dreieckiges Lagerungskissen namens "majimo" vorstellt, das sie aus ihrer Alltagserfahrung heraus entwickelt hat. Durch seine Form könnten Patienten sekundenschnell und kräfteschonend gedreht werden, außerdem fördere die Formfestigkeit des Materials ihre Restbeweglichkeit. "So simpel, so genial", sagt die Praktikerin.

Belastung für Angehörige

Auf der Messe "Altenpflege" ist jedoch "Lio" der Star, er wird von den Besuchern getätschelt, hält stoisch als Fotomotiv her. Von seinem Schöpfer Hansruedi Früh und seinem Team der F&P Personal Robotics liebevoll "Lio" getauft, wird der 1,20 Zentimeter große Pflegeroboter erst in Kleinstserien produziert. In Asien umsorgen bereits einige dieser Gesellen zugeteilte Bewohner. In Europa, so sagt Geschäftsführer Früh, "sind humanoide Roboter noch nicht so gewollt". Weil sie vielen doch irgendwie unheimlich sind. "Deshalb kann man Lio nachts auch die Augen abnehmen. Dann fühlt man sich nicht so beobachtet."

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Bis zu 1,4 Millionen Besucher aus aller Welt strömen jedes Jahr auf das Nürnberger Messegelände, um sich über die neuesten Trends in Sachen Spielwaren, Handwerk, Telekomunikation, Ernährung und Lifestyle zu informieren. Wir haben für Sie die wichtigsten Messen des Jahres zusammengestellt.


Das Volumen des Gesundheits- und Pflegemarkts ist enorm. Laut der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml wurde zuletzt jeder achte Euro, also zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts, hier erwirtschaftet. Kein Wunder: 3,4 Millionen Pflegebedürftige wurden 2017 hierzulande gezählt, 400.000 davon in Bayern. 1,8 Millionen Menschen werden in Deutschland von Angehörigen zu Hause gepflegt.


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Nicole Netter

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