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Karstadt in Langwasser: Mitarbeiter kämpfen um ihren Arbeitsplatz

Vor allem ältere Beschäftigte haben Angst - 09.07.2020 14:49 Uhr

Noch zu retten? Die Mitarbieter des Karstadt Langwasser kämpfen um ihren Arbeitsplatz.

© Rurik Schnackig


Während bei den Karstadt-Kollegen vor einigen Tagen die Tränen der Erleichterung geflossen sind, macht sich in Langwasser die Verzweiflung breit. Aber noch ist nichts verloren, deshalb werden Mitarbeiter und Gewerkschaft darauf aufmerksam machen, dass ihre Arbeitsstelle noch zu retten ist. "Herz des Frankencenters", heißt die Aktion, die heute um 16 Uhr im südlich gelegenen Einkaufs-Tempel (Eingang Backbude) statt findet.

Mit dem Titel soll zum einen die zentrale Bedeutung des Warenhauses für das beliebte Center unterstrichen werden - zum anderen aber auch die Gefühlslage verdeutlicht werden: "Den Standort schließen zu wollen ist eine herzlose und verantwortungslose Maßnahme", sagt Katharina Lorenz, Betriebsratsvorsitzende Karstadt Langwasser.


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"Wir wollen zeigen, dass es um mehr als nur Zahlen geht. Wir sind Menschen. Wir haben Familien. Es geht um unser Schicksal!" Jaana Hampel, Gewerkschaftssekretärin ver.di., spricht vielen Kunden aus der Seele, wenn sie in dem Standort Langwasser weit mehr als nur ein Warenhaus sieht: "Karstadt sichert die Grundversorgung in Langwasser. Wo sonst können ältere Mitbürger noch einen neuen Topf, Handtücher oder einen Mixer kaufen ohne eine lange Anreise zu haben?"

Verhandlungen laufen

Britta Gritschke, stellvetrtetende Vorsitzende Karstadt Langwasser pflichtet ihr bei: "Es ist unverantwortlich für die ganze Region dieses Geschäft zu schließen. Es geht um das Herz Langwassers."

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Aktuell laufen die Verhandlungen. Betrieben wird das Franken-Center von der ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG, die zeitweise auch für den City-Point in Nürnberg verantwortlich war. Das Franken-Center ist ein besonderes Kind der ECE, weil es ihr erstes großes Einkaufscenter war. In den Verhandlungen wird es vor allem darum geht, ob die Miete für Karstadt soweit gesenkt werden kann, dass sich der Betrieb fortführen lässt. "Wir sind uns der Magnetwirkung von Karstadt durchaus bewusst", hieß es zuetzt aus dem Centermanagement.

Aiwanger vor Ort

Unterstützung bekommen die Mitarbeiter in Langwasser bei ihrem Kampf weiterhin von den Kollegen aus der Innenstadt. "Wir stehen Seite an Seite", heißt es. Das Wort für den Standort wird heute Nachmittag auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erfreifen: "Wir wollen den Beschäftigten und dem Standort eine Zukunft bieten", teilt er vorab in einer Pressemitteilung mit.


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Rurik Schnackig Lokales

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