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Frauenleiche im Kofferraum: 22-Jähriger schweigt zum Prozessauftakt

Beschuldigter fuhr in der Nähe von Bamberg mit der Leiche im Auto - 05.12.2019 16:00 Uhr

In der Tiefgarage in der Reindelstraße in Nürnberg lauerte der 22-Jährige seinem Opfer auf. © privat


Der Beschuldigte wurde in der Nacht vom 24. auf den 25. November 2018 bei Bamberg von der Polizei gestoppt, nachdem er auf der A73 mit Schlangenlinien unterwegs war. Der Fahrer wollte zunächst zu Fuß flüchten, wurde von den Beamten aber festgehalten und vorläufig festgenommen. Im Kofferraum des Wagens fanden die Polizisten eine Frauenleiche.

Bei der Getöteten handelt es sich um eine 57-Jährige aus Nürnberg. Laut Staatsanwaltschaft lauerte der Beschuldigte der Frau in der Tiefgarage ihres Wohnhauses im Stadtteil Marienvorstadt auf, drängte sie an den Kofferraum ihres Kleinwagens und versuchte dann, sie mit einer Plastiktüte zu ersticken. Anschließend stach er 19 Mal mit einem Taschenmesser auf den Mundboden und den Hals seines Opfers ein. Schließlich erdrosselte er sie mit dem Trageriemen ihrer Handtasche, so die Anklage. Die Behörden gehen außerdem davon aus, dass der Beschuldigte Sex mit der Frau hatte.

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Nach bisherigen Erkenntnissen leidet der Beschuldigte unter Schizophrenie und könnte die Tat im Wahn verübt haben. Dann wäre er nicht oder nur eingeschränkt schuldfähig. Die Staatsanwaltschaft, die von Totschlag spricht, hat deshalb keine Anklageschrift verfasst, sondern einen Antrag auf Durchführung eines Sicherungsverfahrens gestellt. Am Ende muss entschieden werden, ob der Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und in einer Fachklinik untergebracht werden muss.

Zum Prozessauftakt vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth äußerte sich der 22-Jährige nicht zu den Vorwürfen. Am ersten Verhandlungstag am Donnerstag kamen zahlreiche Polizeibeamte zu Wort, die entweder bei der Festnahme dabei waren oder später mit den Ermittlungen betraut waren. Der Prozess wird fortgesetzt, es sind Termine bis Januar 2020 anberaumt.

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cg

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