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Frankenschnellweg: Bund Naturschutz will Mitgliederentscheid

Tempolimits und das Verbot von Durchgangsverkehr sorgen für Debatten - 19.09.2019 14:46 Uhr

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Zahlen und Fakten: Der Ausbau des Frankenschnellwegs kurz erklärt

Mehr Autos, über 600 Millionen Euro Baukosten, Lärmschutzwände und ein Tunnel: Der Ausbau des Frankenschnellwegs sorgt seit Jahren für heftige Diskussionen unter Politikern, Naturschützern und Bürgern in der Region. Wir haben die wichtigsten Fakten zu den Planungen zusammengetragen und grafisch aufbereitet. Hier finden Sie einen Überblick.


Die Entscheidung erklärte Landesgeschäftsführer Peter Rottner. Der Landesvorstand hatte sich kurz zuvor auf einen Vergleichsvertrag mit dem Freistaat Bayern und der Stadt Nürnberg geeinigt und empfehle den Mitgliedern, den Vertrag anzunehmen, sagte Rottner. Im Gegenzug hätten sich die Stadt und der Freistaat bereiterklärt, Verbesserungen im Vergleich zu bisherigen Konzepten vorzunehmen. So habe der BN etwa strikte Tempolimits und das Verbot von Durchgangsverkehr durchsetzen können. Es gebe zudem Zusagen der Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs seitens der Stadt Nürnberg.

Frankenschnellweg: Ist der Ausbau überhaupt noch zeitgemäß?

Die Fraktionen von SPD und CSU im Nürnberger Stadtrat sowie die Stadtverwaltung begrüßten die Einigung als wichtiges Signal. Mit dem Ausbau sei dauerhaft auch eine Lärmreduzierung und die Erlösung von Staus möglich.

Der BN klagt seit 2013 gegen den Ausbau, unter anderem weil die Stadt Nürnberg keine Umweltverträglichkeitsprüfung für ihre Planungen in Auftrag gegeben habe. Der BN-Landesvorstand habe dem Vergleich nun zugestimmt, weil erhebliche Verbesserungen erreicht werden konnten und gleichzeitig von geringen Prozesschancen für die erhobene Klage ausgegangen werden müsse.

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Frankenschnellweg soll ausgebaut werden: Das sind die Pläne

"Weniger Stau, weniger Umweltbelastung und ein grüner Tunneldeckel": Mit diesen Worten wirbt die Stadt Nürnberg für den kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs. In einer Ausstellung zeigen Grafiken, wie die verschiedenen Abschnitte einmal aussehen könnten. Wir haben sie in einer Bildergalerie zusammengefasst.


Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Kreisverband Nürnberg sieht die Pläne für den Ausbau indes noch keineswegs "in trockenen Tüchern": "Die Planung, die vom Bund Naturschutz beklagt wurde, ist nicht mehr aktuell", heißt es in einer Pressemitteilung. Demnach gebe es noch viele Einwände, unter anderem sei die Umweltverträglichkeitsstudie der Stadt Nürnberg "in vielen Punkten mangelhaft". Der Verkehrsclub Deutschland will deshalb seinen Wiederspruch aufrecht erhalten und ein Anhörungsverfahren über die Planungen abwarten.

Zudem spricht der Verkehrsclub das Thema Klimapolitik an. Schließlich solle im Hinblick auf die Verkehrswende weniger statt mehr Autoverkehr in Nürnberg geschaffen werden. Fahrradwege und Lärmschutz wären dem VCD zufolge auch ohne Tunnel realisierbar.

Dieser Artikel wurde um 19.34 Uhr korrigiert.

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Was lange währt: Wie der Frankenschnellweg zur A73 wurde

Die allerersten Überlegungen für den Bau des Frankenschnellwegs reichen zurück bis Anfang der 1920er Jahre. Doch bis die Autobahn 73 zwischen Suhl und Nürnberg durchgängig befahrbar war, sollte es noch über 80 Jahre dauern - auch, weil der Weiterbau durch Proteste und Klagen immer wieder ins Stocken geriet.


dpa/evo

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