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Fall 25: Unglücksreigen gipfelte in plötzlichem Kindstod

Nach Schicksalsschlägen ist eine 35-Jährige jetzt als Großmutter gefordert - 07.12.2019 11:54 Uhr

Der tiefe Schmerz und die Trauer sind noch immer sehr präsent. "Ruhe finden wir wohl erst, wenn wir einen Grabstein aufstellen können", sagt Irene M. (alle Namen geändert).

Auf Erspartes kann die Familie indes schon lange nicht mehr zurückgreifen. Im Gegenteil, hat sie doch im Alltag noch gewichtigere Lasten zu schultern. Einiges eingebrockt hatte der 35-Jährigen ihr früherer Mann, auf den sie sich noch als Minderjährige eingelassen hatte – eine pure Dummheit, wie sie zugibt. Statt die Miete zu überweisen, verjubelte er das Geld für den Lebensunterhalt in Spielhallen. Bei der Trennung musste sie notgedrungen die Rückstände beim Eigentümer auf sich nehmen, um die Wohnung nicht zu verlieren, vor allem um ihrer Kinder willen.

Streit mit der Nachbarschaft

Sitzen blieb Irene M. auch auf den Kosten eines Verkehrsunfalls: An einer Baustelle in der Regensburger Straße rammte ein anderer Fahrer ihren Wagen – und machte sich davon. Das Autokennzeichen konnte sie noch notieren. Aber die Polizei fand nur heraus, dass das Nummernschild von einem Anhänger gestohlen worden war, der Täter ließ sich bisher nicht ermitteln.

Zu dem erheblichen Blechschaden kamen noch Therapieausgaben. "Manchmal habe ich das Gefühl, dass mir nichts erspart bleibt", meint die Mutter und spielt damit besonders auf ihre beiden Sorgenkinder an: Der kleine Rafael hatte als echtes "Schreikind" die halbe Nachbarschaft gegen sich und die Mutter aufgebracht, ein rabiater Zeitgenosse scheute auch nicht vor einer handfesten Bedrohung mit einem Messer zurück.

Die ältere Schwester Petra hingegen, die noch im Haushalt der Mutter wohnt, hat unterdessen ebenfalls Nachwuchs bekommen und steht mit ihrer kleinen Nadine ohne Ausbildung da. Obendrein hat sie sich so in ihre eigene innere Welt eingesponnen und abgeschottet, dass sich letztlich vor allem die Oma um das Kleinkind kümmern muss. Rat suchte und fand sie bei "Donum Vitae"; der Dienst bat auch die Weihnachtsaktion um Hilfe. Die Sorgen, was aus der Ältesten und der Familie werden soll, lassen sich indes nicht so leicht zerstreuen.

Wolfgang Heilig-Achneck

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