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Fall 14: Spielerische Förderung hilft bei schweren Handicaps

Spezialgeräte eröffnen im Blindeninstitut ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten - 25.11.2019 08:22 Uhr

Chinasa beschäftigt sich gern mit dem Paletto – und das fördert sie zugleich. © Foto: Blindeninstitutsstiftung


Sicherheitshalber wird die Jugendliche über eine Magensonde ernährt, um zu vermeiden, dass sie sich womöglich verschluckt. Medikamente zur Behandlung einer Epilepsie helfen ihr gut, anfallsfrei zu leben, berichten ihre Betreuerinnen. Eine kümmert sich sogar in ihrer Freizeit liebevoll um Chinasa – und alle schildern sie als fröhliche, etwas zurückhaltende junge Frau.

Mit einem gewinnenden Lächeln reagiert die 17-Jährige, wenn sie angesprochen wird. Wieviel sie tatsächlich "versteht", ist zwar schwer einzuschätzen. Aber sie zeigt, wie gern sie eine persönliche Zuwendung mag. Oft beginnt sie dann auch zu lautieren, aktiviert Arme und Beine vor Freude und lauter Aufregung.

Wie in solchen Einrichtungen üblich, erhält auch Chinasa Ergo- und Physiotherapie zur Förderung ihrer Eigenbeweglichkeit. Dabei bekam sie kürzlich auch ein sogenanntes Paletto in die Hand – und begann sofort, das Gerät neugierig zu erforschen. Mit seiner klaren farblichen Gestaltung gibt es viel Anreiz zum Schauen und gezielten Agieren. Die extra großen runden Tasten ermöglichen ihr, ganz eigenständig, auch ohne fremde Hilfe, das Paletto zu bedienen und verschiedene Geräusche selbst auszulösen.

Nur ein Gerät vorhanden

Dazu muss Chinasa es schaffen, ihre Arm- und Handbewegungen so zu aktivieren und zu koordinieren, dass ihr das Drücken einzelner Tasten gelingt. Die voreingestellten Geräusche, zum Beispiel von Tieren, lassen sich durch eigene Aufnahmen ergänzen. So können Bezugspersonen kleine Geschichten oder die Erlebnisse vom letzten Konzertbesuch sprachlich aufnehmen.

Chinasa kann sich dann durch das Drücken der richtigen Taste ihren Mitbewohnern oder in ihrer Schulklasse mitteilen, auch wenn sie selbst nicht sprechen kann. Gern würde sich Chinasa auch im Alltag mit dem Paletto ganz selbständig, eigenbestimmt, selbstwirksam und spielerisch beschäftigen, kommunizieren und dabei Spaß haben.

Allerdings verfügt das Blindeninstitut nur über ein solches, etwa 1000 Euro teures Gerät, das reihum eingesetzt wird. Mit einem eigenen Paletto ließe sich das Sinnes- und Bewegungstraining für Chinasa deutlich intensivieren. Ihr und weiteren Kindern vom Dachsberg widmet die Weihnachtsaktion daher ihren heutigen Spendenaufruf.

Wenn Sie zielgerichtet und zweckgebunden spenden wollen, geben Sie bitte nur die Fallnummer an (keine Namen). Alle Fälle zum Nachlesen finden Sie im Internet unter nordbayern.de.

Wolfgang Heilig-Achneck

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