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Erste Kostümprobe: So strahlt Nürnbergs neues Christkind

Maskenbildner schwärmt: "Strahlendes, von Natur aus wunderschönes Mädchen" - 12.11.2019 17:56 Uhr

Am Dienstag trat das Nürnberger Christkind erstmals in Gewand vor die Presse. © Michael Matejka


Warm aber wunderschön – mit diesen Worten beschreibt Benigna Munsi ihre neue "Arbeitskleidung", während sie von einem Ohr zum anderen strahlt. Die 17-Jährige sitzt in der Maske des Staatstheaters. Bis vor wenigen Minuten gehörte der kleine Raum allein ihr und Helke Hadlich. Die Chefmaskenbildnerin hat das neue Nürnberger Christkind geschminkt und frisiert. "Nicht mal 30 Minuten haben wir gebraucht. So ein strahlendes und von Natur aus wunderschönes Mädchen", sagt die Expertin, die seit vielen Jahren die Christkinder für die erste Anprobe und den Eröffnungstag vorbereitet.

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Goldener Glanz: Neues Christkind Benigna Munsi probiert Gewand an

Blondes, krauses Haar, ein schimmernder, goldener Umhang und dazu die festliche, große Krone: Das Christkind des Jahres 2019, Benigna Munsi, probierte am Dienstag das Gewand an. Begleitet wurde die Prozedur von zahlreichen Pressevertretern.


Mit "Perücke auf und Make-up dran" ist das aber nicht getan. Bereits im Vorfeld treffen Helke Hadlich und ihr Team einige Vorbereitungen. "Das fällt so natürlich niemandem auf, aber die Farbe der Perücke ist zum Beispiel bei jedem Christkind immer etwas anders", sagt Hadlich. Für Benigna Munsi erschienen ihr warme Blondtöne am stimmigsten.

"Mal muss ein bisschen mehr rein, mal weniger"

Weniger als sonst zu tun hat an diesem Nachmittag Peter Hofmann. Der Rüstmeister des Staatstheaters ist für die Krone zuständig, die er 2013 auch selbst geschmiedet hat. "Ich musste dieses mal gar nicht viel anpassen", sagt er. Benignas Kopfform sei der ihrer Vorgängerin Rebecca offensichtlich sehr ähnlich. Mit einem Schaumstoffring an der Innenseite der Krone sorgt Hofmann für den perfekten Sitz. "Mal muss ein bisschen mehr rein, mal weniger."

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Entscheidung gefallen: Benigna ist das neue Nürnberger Christkind

21 Bewerbungen waren bei der Stadt eingegangen, unter sechs Finalistinnen setzte sich schließlich die 17-jährige Benigna Munsi durch. Sie wird für die nächsten zwei Jahre im Rauschgoldengel-Kostüm das Nürnberger Christkind mimen - ihr größter Auftritt steht der jungen Frau mit der Eröffnung des Christkindlesmarktes und dem dazugehörigen Prolog auf der Empore der Frauenkirche bevor.


Die Krone bewahrt er über das Jahr übrigens in einer Kiste in seiner Werkstatt auf. "Nur bei Führungen durch das Staatstheater will sie manchmal einer sehen", sagt er. Aus der Hand gibt er sein Werk – abgesehen von der Adventszeit – ungern. Rund 80 Stunden Arbeit stecken in dem Kopfschmuck: "Wenn die mal runterfällt, ja, ich würde weinen", sagt Hofmann. Passiert ist dem guten Stück bislang aber absolut nichts. Noch nicht einmal einer der kleinen Steine, mit denen die Krone rundherum verziert ist, hat sich gelöst. Einen Sturz aus geringer Höhe, glaubt Hofmann, würde die Krone auch überleben: "Da wäre sie wohl etwas verbogen. Wenn sie an der Eröffnung von der Empore fallen würde, wäre sie aber mit Sicherheit kaputt."

Krone muss richtig angepasst werden

Damit das nicht passiert, wird das gute Stück vor dem Prolog mit jeder Menge Haarnadeln befestigt. "Bei anderen Auftritten sitzt sie aber tatsächlich einfach so auf dem Kopf. Deshalb ist es so wichtig, dass sie richtig angepasst ist", so Hofmann.

Benigna Munsi hat währendessen kaum Zeit zu sprechen. Das Blitzlichtgewitter, das sofort über sie hereinbrach, als sich die Garderobentür für Journalisten und Fersehsender öffnete, hält gut zehn Minuten an. Tapfer strahlt die junge Frau von einer Kamera in die andere. Später sagt Benigna: "Das ist noch ungewohnt für mich, dass ich lache und dabei nur in konzentrierte Gesichter, versteckt hinter Kameras, schaue. Am besten wäre, wenn jemand immer mal wieder einen kurzen Witz macht."

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Alle Nürnberger Christkinder damals und heute

Seit 1948 gibt es das Nürnberger Christkind. Die Bildergalerie zeigt alle Christkinder der vergangenen Jahre, die in der Vorweihnachtszeit ihre goldenen Flügel über der Stadt aus Holz und Tuch ausbreiten durften.


Wer Benigna allerdings beobachtet, stellt fest, ein Nürnberger Christkind braucht niemanden, der es zum Lachen bringt. Das können die jungen Frauen von ganz allein. "Als ich in das Kleid geschlüpft bin, konnte ich verstehen, warum meine Vorgängerinnen auch immer so gestrahlt haben. Es fühlt sich einfach wunderbar an, wenn ein Kindheitstraum in Erfüllung geht", sagt Benigna.

Stefanie Taube

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