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Ärger wegen Sandsturm: Urlauber stranden an Nürnbergs Airport

Nürnberger konnten erst am Faschingsdienstag auf die Kanaren fliegen - 26.02.2020 17:35 Uhr

Eigentlich sollten es die Kanaren werden - doch in Nürnberg war vorerst Schluss. © Ralf Rödel


Mit ihrem Abflugproblem waren sie nicht allein: Tuifly buchte bundesweit elf Maschinen um. "Das ist eine absolute Ausnahme, so einen heftigen Sandsturm über den spanischen Inseln hatten wir noch nie", sagt Tuifly-Pressesprecher Aage Dünhaupt.


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"Wir haben fünf Plätze bei der Kreuzfahrt von 'Mein Schiff 3‘ gebucht“, berichtet Urlauber Detlef Schneider aus Nürnberg, "doch wir hätten es am Rosenmontag in Las Palmas nicht mehr erreicht, weil es dort dann schon abgelegt hätte.“ Also habe man einen Flug nach Teneriffa nehmen müssen — den nächsten Hafen, den "Mein Schiff 3“ anläuft.

"Es war ein großes Durcheinander"

Viele weitere Fluggäste wollten auf das Kreuzfahrtschiff. Die zunächst von Tuifly angebotene Maschine wäre jedoch erst am Abend des Faschingsdienstags gestartet — mit der Folge, dass die Urlauber auch auf Teneriffa nicht mehr an Bord hätten gehen können.

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"Es war ein großes Durcheinander, die Informationen per SMS kamen nur schleppend“, erzählt Schneider, der mit seiner Ehefrau, der 87-jährigen Schwiegermutter und seinen beiden Kindern auf Auskunft wartete. "Mir taten vor allem unsere Kinder leid, die hatten sich schon seit einem Jahr auf diesen Faschingsurlaub gefreut.“

Lange Unsicherheit

Als ärgerlich empfand der 59-Jährige die lange Unsicherheit. Am Sonntag saßen die Urlauber bereits im Flugzeug, doch nach drei Stunden mussten sie wieder aussteigen — weil sich das stürmische Wetter über den Kanaren nicht gelegt hatte. Zwei weitere Stunden verbrachte die Nürnberger Familie mit den anderen Reisenden in der Abflughalle des Airports. Dann erst war endgültig klar, dass der Flug gestrichen war.

Tuifly-Pressesprecher Dünhaupt erklärt, dass es bei Organisieren der Ersatzflüge ähnlich zuging. Die Flughäfen auf den Kanaren waren zeitweilig wieder als anfliegbar gemeldet. Kurze Zeit später wurde diese Aussage wieder zurückgenommen, weil der Sandsturm wieder deutlich zunahm.

Andere Probleme kamen dazu

Das warf die Planungen wieder über den Haufen. "Wir haben in den letzten Tagen alles versucht“, betont Tuifly. Doch es blieb schwierig: Die Überlegung, einen Teil der Urlauber mit einem größeren Flugzeug auf die Kanaren zu schicken, wurde wieder aufgegeben: Der Airbus darf auf den kleinen Flughäfen nicht landen.

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Andererseits konnten nicht beliebig viele Maschine angeheuert werden, weil die Parkpositionen auf den spanischen Inseln belegt waren. Gestern Nachmittag flog dann die Nürnberger Familie Schneider mit rund 200 weiteren Urlaubern nach Teneriffa. Mit einer Entschädigung für die verlorenen Urlaubstage können sie nicht rechnen: "Höhere Gewalt“, bedauert Dünhaupt.

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