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Angestellte der Bleistiftindustrie erhalten mehr Geld

Arbeitgeber und IG Metall einigen sich in Nürnberg auf Tarifabschluss - 03.07.2019 15:19 Uhr

Zwei Milliarden holzgefasste Bunt- und Bleistifte produziert Faber-Castell jährlich. © dapd


Wie es in einer Pressemitteilung der IG Metall heißt, winkt zudem allen Beschäftigten eine Einmalzahlung von 100 Euro, Azubis erhalten 50 Euro. Die Tarifkommission der IG Metall hat dem in Nürnberg geschlossenem Verhandlungsergebnis bereits einstimmig zugestimmt. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, erklärt: "Mit diesem Abschluss haben die Beschäftigten ein ordentliches Reallohnplus in der Tasche. Sie haben sich diesen fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe mit ihren Warnstreiks selbst erkämpft." Anfang Juni hatten die Beschäftigten der Bleistiftindustrie erstmals überhaupt Warnstreiks durchgeführt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

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In der ersten Stufe steigen die Vergütungen zum 1. Juni 2019 um drei Prozent, mindestens aber um 75 Euro. In der zweiten Stufe steigen sie zum 1. Mai 2020 um weitere zwei Prozent, mindestens aber um 50 Euro. Der Tarifvertrag läuft bis zum 30. April 2021.

Carsten Kuttnik, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern, sagt: "Durch die Mindesterhöhungen profitieren die Beschäftigten in den unteren Lohngruppen überproportional von der Tariferhöhung. Das ist auch Ausdruck einer größeren Wertschätzung, die diese Beschäftigten längst verdient haben."

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Zur Tarifgemeinschaft der Bleistiftindustrie gehören die Stiftehersteller Faber-Castell, Schwan-Stabilo und Lyra mit zusammen rund 3.400 Beschäftigten. Der Schwerpunkt liegt in der Metropolregion. Schwan Stabilo hat zwei Standorte in Heroldsberg und Weißenburg mit ca. 2.200 Beschäftigten. Faber Castell hat zwei Standorte in Stein und Geroldsgrün mit rund 1.100 Beschäftigten. Lyra hat einen Standort in Nürnberg mit knapp 100 Beschäftigten. 

evo

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