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18. Mai 1969: Wohnungen für 14.000

Siedlungswerk Nürnberg vor fünf Jahrzehnten aus der Taufe gehoben - 18.05.2019 07:00 Uhr

Der Baustil ist der gleiche geblieben. Die Häuser im Loher Moos stammen von 1919, doch die Architektur blieb Vorbild. © Kammler


Die Körperschaft des öffentlichen Rechts ist dabei immer ihrem Grundsatz treugeblieben: sie setzte sich für jenen Personenkreis ein, der einen Mietaufwand nur bis zu einer bestimmten Höhe tragen kann; kinderreiche Familien und ältere Ehepaare wurden dabei nicht vergessen.

Am Montag wird die Arbeit des Siedlungswerkes nicht nur mit Worten gerühmt werden. Der Feierstunde um 14.30 Uhr im Verwaltungsgebäude am Heroldsberger Weg schließt sich eine Rundfahrt zu den Wohnanlagen Loher Moos, Buchenbühl, Gleißhammer und Reichelsdorf an.

Reichswald besiedelt

Die Festschrift mit Grußworten von Bayerns Innenminister Dr. Bruno Merk und Oberbürgermeister Dr. Andreas Urschlechter spiegelt ein gutes Stück der Bauentwicklung Nürnbergs wider. Der erste Weltkrieg war gerade zu Ende gegangen, Tausende waren ohne Erwerb und ohne Aussicht auf eine Verdienstmöglichkeit. Dazu kam, daß die Auflösung der bayerischen Armee im April 1919 zu noch größerer Arbeitslosigkeit führte.

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Damals kam der Gedanke auf, den alten Reichswald zu besiedeln, um den Leuten Arbeit zu geben und der Wohnungsnot Herr zu werden. Alsbald begannen in den beiden Waldabteilungen „Loher Moos“ und „Buchenbühl“ die Rodungsarbeiten. Eine Verbindungsstraße entstand, Militärbaracken und Lagerhallen wurden aufgestellt. Ferner bohrten die Arbeiter Brunnen und richteten eine Schlosserei, ein Sägewerk und eine Schreinerei ein. Innerhalb weniger Wochen stieg die Beschäftigtenzahl auf über 2.500.

Bald in Langwasser

Machen wir einen Sprung über fünf Jahrzehnte. Während in Loher Moos in der Hauptsache Reihenhäuser mit einer Landzuteilung bis 500 Quadratmeter und in Buchenbühl Doppelhäuser mit hohen fränkischen Giebeln errichtet wurden, galt es nach dem zweiten Weltkrieg, das ehemalige Ludwigsfeld zwischen der Regensburger und Zerzabelshofstraße in der Gemarkung Gleißhammer zu bebauen. Auf dem 41.000 Quadratmeter großen Gelände entstanden 56 Mehrfamilienhäuser mit 538 Wohneinheiten; ehemalige Barackenbewohner erhielten Zug um Zug familiengerechte Heime.

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Das vorläufige „Tüpfelchen“ aufs „i“ setzt die Wohnanlage Reichelsdorf. Eingebettet in einen zusammenhängenden Grünanger fanden hier bisher 3.500 Bürger ein neues Heim. Weitere 154 Wohnungen sind bereits geplant. Das Siedlungswerk aber denkt schon wieder an die Zukunft. Sobald die Wohnanlage Reichelsdorf fertig ist, will es seine Erfahrungen im Wohnungsbau auch in der Trabantenstadt Langwasser nutzbringend anwenden. 

R. P.

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