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13. Juli 1970: Kein Platz für Frauen

Die Damen-Mannschaft des 1. FC Nürnberg musste im Wald üben - 13.07.2020 07:00 Uhr

Ein Fall fürs Kopfballpendel? Ganz unprätentiös und ohne Rücksicht auf die Frisur übten die Damen sogar das Kopfballspiel.

© Kammler


13 Kickerinnen waren es, die Lust hatten für den 1. FC Nürnberg dem Ball hinterherzujagen, die beseelt vom runden Leder waren. Sie wollten es den Regionalkickern gleichtun und den Club-Ruhm der frühen Jahre auf ihre Art aufpolieren. Zwei der Fußballerinnen hatten sogar das vom Papa oder vom großen Bruder ererbte und etwas verwaschene Trikot des FCN mitgebracht.

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Doch so einfach wie es klingt, war das alles nicht. Ein Umkleideraum verwehrte der FCN den Damen zunächst: „Nicht angemeldet“ lautete die Begründung. Die Mädchen zogen sich daraufhin in der Damentoilette des Restaurants um. Auf den Platz durften sie auch nicht, also marschierten sie hinüber in die Wälder um den Valzernweiher. Auf der Russenwiese liefen sie spazieren und wärmten sich auf. 

Zeitgleich fand in die Italien die erste inoffizielle Frauen Fußball-WM statt. Sieben Teilnehmer waren dabei, auch eine deutsche Mannschaft, die allerdings vollständig der SC Bad Neuenahr besetzte. Sieger wurde damals Dänemark. 

Hans Huber, Präsident des Bayerischen Fußballverbandes prophezeite dem Frauenfußball auch innerhalb der weiß-blauen Grenzpfähle seine Zukunft — von der in Nürnberg damals freilich noch wenig zu sehen war. 

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Für die Pionierinnen des Clubs war das vielleicht ein Fernziel. Erst 1988 gründete sich ganz offiziell eine Frauen- und Mädchenfußballabteilung, größter Erfolg war ein Jahr Bundesliga in der Saison 1999/00.

E. S.

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