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11. Juli 1969: Sicher in die Tiefe

Der Tauchsport gewann gestern im Freibad West neue begeisterte Anhänger - 11.07.2019 07:00 Uhr

Der Lehrmeister am Beckenrand zeigt seinen Schülern mit einer Handbewegung an, wie sie eintauchen müssen (links). Später dürfen sie schon zwei Sauerstoff-Flaschen tragen (rechts). © NN


Ihre ersten Ausbildungsschritte konnten sie jedoch schon tun, denn zehn Mitglieder des „Deutschen Unterwasser-Clubs“ Nürnberg hatten sich und ihre Ausrüstungen zur Verfügung gestellt, um sie in groben Zügen in die Kunst des Sporttauchers einzuweihen.

Früh um acht Uhr schon waren sie erschienen, die während der Nürnberger Sportwochen am „Tauchen für jedermann“ teilnehmen wollten. Ein ärztliches Attest mußte vorgelegt werden, dann ging es ins Wasser. Allerdings nicht gleich mit zwei Sauerstoffflaschen auf dem Rücken. Zunächst mußten die Grundbegriffe des Schwimmens mit Flossen, Taucherbrille und Schnorchel geübt werden.

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Einige besonders Mutige und Geschickte durften anschließend auf Tauchstation gehen. 4,60 m ist das Wasser unter dem Sprungturm des Westbades immerhin tief. Da machte es schon Spaß, einmal in den vermeintlichen Korallenriffen der Ozeane umherzupirschen oder nach den Wracks versunkener Schiffe zu suchen, wie das die Mitglieder des DUC Nürnberg in ihren Ferien vor Griechenlands Küste tun wollen. Unter den ersten neun Tauchfreudigen waren allein sechs Mädchen. Ob sie üben wollten, wie man als reizende Meerjungfrau Haie becirct?

Für jeden, der das Sporttauchen noch lernen will, sei gesagt, daß er sich zuerst auf die volle Funktionsfähigkeit seiner Lungen untersuchen lassen sollte. An der Wasseroberfläche herrscht nämlich ein Druck von einer Atmosphäre, in zehn Metern Tiefe bereits von zwei atü. Diese erste Tauchstrecke von null bis zehn Metern ist die kritischste, auch wenn man bis zu 80 Meter tief tauchen kann.

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Wer wieder auftauchen will – und wer will das nicht? – sollte dabei unbedingt ausatmen, da sich seine Lungen gewaltig ausdehnen, wenn der Druck, der in der Tiefe herrscht, rapid nachläßt. Daher die letzten zehn Meter bis zur Oberfläche auf keinen Fall die Luft in den Lungen behalten. Die meisten Unfälle beim Sporttauchen passieren in dieser kritischen Phase. Eine soIche Vergrößerung hält die Lunge natürlich nicht unbeschadet aus und platzt leicht. Lungenriß ist dann die Todesursache. Soweit aber wird es hoffentlich bei keinem der Ausbilder und Lehrlinge je kommen. 

B. S.

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