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Donnerstag, 20.06.2019

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Riesenrad der Kultur gedreht

„NeustadtNacht“ bot erneut ein zugkräftiges Programm - 19.05.2019 15:42 Uhr

Volle Besucherreihen bestätigtem dem Kulturverein einmal mehr die richtige Programmgestaltung der „NeustadtNacht“. © Harald Munzinger


Der Kulturverein Neustadt hatte für diese Nacht der Kulturnächte in der Kreisstadt und Region wieder ein vielseitiges Programm arrangiert, das sich auf zwölf Spielstätten mit jeweils ganz eigenem Ambiente verteilte. Dass das Gewölbe unter dem „Kastenbau“ diesmal geschlossen blieb, war der „Abstimmung mit den Füßen“ geschuldet. Da immer mehr Gäste den Weg hinauf zum Nürnberger Tor gescheut hätten, alles ganz in der Nähe haben wollten, wäre der Aufwand für die Einrichtung dieser Spielstätte unverhältnismäßig gewesen, ließ Vorsitzender Wilfried Willner wissen. Dass auch die (teure) „NeuStadtHalle“ nicht mehr dabei war, sollte bestenfalls die Qual der Wahl etwas mindern, wohin man in der „viel zu kurzen Nacht“ pendeln soll.

Die blieb dennoch und brachte zwangsläufig den Verzicht auf die eine oder andere Darbietung, die man auch gerne besucht hätte. So war denn auch die Auswahl der Interpreten wieder so getroffen worden, dass für jeden Geschmack etwas geboten sein sollte: Für den Gospelfan ebenso mit fulminantem Klangkörper in der Stadtkirche wie für den Liebhaber zarter Harfentöne, die Rock-Folk-oder Jazz-Fans, wie für die Poetry Slam Community oder den Freunden des Improtheaters.

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"NeustadtNacht" 2019: Bilder einer besonderen Nacht

Sie ist zu einem Begriff in der Region geworden und zog aus dieser wiederum Hunderte Kulturfreunde an: Die „NeustadtNacht“. Bei dem Wandelkonzert der ganz besonderen Art wechselten mit den Schauplätzen in einem schillernden Kaleidoskop die künstlerischen Darbietungen. Sieben Stunden Musik und Theater an 12 Spielstätten arrangierte der Kulturverein und wurde dafür mit der Begeisterung der Gäste belohnt.


So waren denn auch die erneut erfreulich vielen Besucher in der Altstadt stetig in Bewegung, pendelten zwischen der stets überfüllten Rathaus-Ehrenhalle, quer über den Marktplatz ins „Scharfe Eck“, andere aus dem Schlossgewölbe oder Torhaus mit einem Abstecher in die Stadtkirche „rüber“ in den Gerichtsgarten oder zum „Hof der Begegnung“. In das KinoNEA lockte ein Kurzfilmfestival, in die „Nacht-Galerie der Sparkasse“ die imposante Ausstellung von Barbara Lidfors Menschenbildern und -szenen, denen man auch in dieser Nacht begegnen konnte.

Der Marktplatz, auf dem Old RiverhouseJazz auf das „Riesenrad der Kunst und Kultur“ einstimmten und Oldtimer-Laster für einen ganz besonderen Sound sorgten, war Dreh-und Angelpunkt der Pendlerströme mit der Rast bei ebenfalls vielfältiger kulinarischer Kultur. Im seinem Info-Stand hatte der Kulturverein emsige Helfer mit Dritter Bürgermeisterin Kerstin Rauner an der Spitze und auch an den einzelnen Spielstätten mit dem Blick darauf, ob auch alle Gäste „angebandelt“ hatten.

Wie Wilfried Willner und sein Team mit der Resonanz der „NeustadtNacht“ sehr zufrieden und damit für die Vorbereitungen der nächsten motiviert sein sollten, konnte sich Wolfgang Schniske eine rundum positive Bilanz der stark eingebundenen Musikschule im Landkreis ziehen. So wie ihre jungen Talente im großen Orchester bei der Inszenierung des Sommernachtstraumes überzeugt hatten, taten sie es auch in den Solodarbietungen im „Riegelshaus“. Diese sollten mit der Botschaft hinauswirken, der Jugend die Chancen der musikalischen Förderung zu bieten. Napoleons Rat an den Gesetzgeber, die Musik am meisten zu unterstützten, da sie „von allen Künsten den tiefsten Einfluss auf das Gemüt“ habe, gab er gerne an die Kulturpolitik mit dem Tipp weiter, statt an immer mehr Tablet- an Musikklassen zu denken.

Wie nachhaltig musikalische Bildung sein kann, macht die „NeustadtNacht“ Jahr für Jahr deutlich. Dem Ehrenamt des Kulturvereins verdankt die Kreisstadt das kulturelle Highlight des Jahres weit über ihre Stadtmauern hinaus, an denen entlang die Nachtwächterführung den Schlusspunkt unter erlebnis-bereichernde Stunden setzte. 

Harald J. Munzinger

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