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Mittwoch, 23.10.2019

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Gutes Storchenjahr zeichnet sich ab

In den "Kolonien" kam es noch zu Neuansiedlungen - 13.06.2019 19:40 Uhr

Teilweise schon kräftig herangewachsen sind die Jungstörche, wie hier im Neustädter Ortsteil Schauerheim. © Erwin Taube


Bereits am 10. Februar kehrte der erste Storch aus dem Winterquartier zurück und zwar ein in Pörrnbach beringtes Weibchen, welches wieder seinen Brutplatz der vergangenen Jahre, auf dem Kirchendach in Gerhardshofen, einnahm. Von da an tauchten überall Rückkehrer auf. Bis Mitte März war nach Taubes Beobachtungen "ein Großteil der Horste besetzt und Ende März brütete bereits eine stattliche Anzahl. Noch vor etwa 15 Jahren geschah dies mindestens einen Monat später".

Nicht alle kommen jedoch so früh zurück. Später heimkehrende Störche, die zum Beispiel in Afrika überwintern und nicht, wie andere bereits in Spanien, müssen um die Gunst eines Einzelstorches, der einen Horst besetzt hält, werben, oder sich als Paar um einen neuen Standort bemühen. Letzteres ist beispielsweise in Burgberheim der Fall gewesen, wo sich anfangs April ein Storchenpaar für die 2009 installierte Unterlage interessierte und zur Brut schritt. Bereits 2014 gab es dort einen Ansiedlungsversuch. In Schwebheim baute zunächst ein Einzelstorch, das 2013 auf einem Hochsilo befestigte Gestell aus, zu dem sich später ein Partner gesellte. Für eine Brut war es allerdings heuer zu spät.

Zuwachs im Storchenmekka Uehlfeld

Dagegen kam es in Ortschaften mit Kolonien zu weiteren erfolgreichen Bruten. In Ipsheim erwiesen sich die „Adebars“ als wahre Baumeister, indem sie hartnäckig auf das Pfarrhausdach ein Nest bauten und sich auch nicht durch anfängliche Fehlversuche, abhalten ließen. In der Marktgemeinde gibt es nun einschließlich Oberndorf, zwölf Nester. Das Storchenmekka im Landkreis und auch in Bayern befindet sich in Uehlfeld. Dort gab es zu den bestehenden 22 Horsten, sieben neue Ansiedlungen. Eine weitere Hochburg im Landkreis befindet sich in Gerhardshofen. Die Anzahl der Brutpaare stieg von dreizehn auf sechzehn.

Heike Seefried, Gerhardshofen, bemüht sich, die Übersicht im unteren Aischgrund zu behalten und Gerhard Bärthlein, Uehlfeld, hat zu tun, neben den bestehenden Nestern, die Neuen in seiner Gemeinde im Auge zu behalten. Neuansiedlungen, die im obersten Aischgrund und anderen Flusstälern wünschenswert sind und gern gesehen werden, führen flussabwärts manchmal zu Problemen, vor allem, wenn sich die Rotschnäbel Solaranlagen oder beheizte Kamine als Neststandort aussuchen.

Die "Adebars" sind wahre Baumeister, die ihre Nester auch an schwierigsten Stellen sicher befestigten: Hier sogar auf der auf der Uehlfelder Kirchturmhaube. © Harald Munzinger


Insgesamt gibt es heuer im Landkreis 82 Storchenpaare, davon zwei Nichtbrüter, zehn ohne Bruterfolg und etwa 175 Jungvögel in den Nestern, unterschiedlichen Alters. Manche versuchen es schon mit Flugübungen, man kann sie gut erkennen, andere sind erst um die drei Wochen alt und kaum zu sehen. Bis zum flügge werden kann noch viel passieren und gerade die Zeit der ersten Flugversuche sind gefährlich´, weiß Storchenbeauftragter Taube aus langjährigen Beobachtungen. So hatte es im vergangenen Jahr einige Abstürze, auch mit tödlichem Ausgang gegeben.

Ob die stärkeren Regenfälle am Ende der Pfingsfeiertage manchem Jungvogel durch Vernässung und Unterkühlung das Leben kostete, wird sich zeigen. Gefährdet sind vor allem heranwachsende, deren Gefieder noch nicht vollständig vorhanden ist und die schon zu groß sind, um von den Altvögeln abgedeckt zu werden. "Trotzdem kann zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass es in unserem Bereich ein gutes Storchenjahr wird", ist Erwin Taube in seinem Zwischenbericht zuversichtlich.

nb

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