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Mittwoch, 23.10.2019

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Experte bestätigt: Erste Störche in Ipsheim gesichtet

Bei frühlingshaftem Wetter kehren die Zugvögel aus den Winterquartieren heim - 21.02.2019 12:41 Uhr

Auf dem Kirchendach in Gerhardshofen klappert es wieder: Auf den Tag genau wie im Vorjahr kam Meister Adebar aus dem Winterquartier zurück. © Harald Munzinger


Wie Heike Seefried aus Gerhardshofen berichtetet, kam ein Storch vom Kirchendachnest exakt am gleichen Tag wie im Vorjahr zurück. Im Unteren Aischgrund sind es nach den Feststellungen von LBV-Storchenbeobachter Erwin Taube "schon mehrere". In seiner Heimatgemeinde Ipsheim war der erste vor fünf Tagen eingeflogen und am Sonntag "ein beringter Kastenbaustorch", der in einem Schweizer Nest groß wurde und seit dem vergangenen Jahr dort brütete.

In den nächsten Tagen dürften nach Taubes fachkundiger Einschätzung überall Störche eintreffen, "wenn es auch nicht immer die gleichen aus dem Vorjahr sein werden". Manchmal kämen die "Hausherren" aus den Vorjahren später zurück und müssten sich den bereits besetzten Horst zurückerobern.

Spannende nächste Wochen

Erwin Taube: "Es wird jedenfalls in den nächsten Tagen und Wochen spannend. Fleißiges Ringablesen ist angesagt, um die Frage zu klären, ob die vorjährigen Störche zurück sind oder ob neue erscheinen und woher diese dann kommen, auch ob zwei bis dreijährige Jungstörche dabei sind, die in unserem Landkreis schlüpften und nun erstmals zur Brut schreiten wollen."

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Auch der Landesbund für Vogelschutz in Hilpoltstein meldet das Klappern von immer mehr Dächern in Bayern. "Richtige Frühlingsboten" seien diese überpünktlichen Exemplare aber nicht, so der LBV, der annimmt, dass die vorzeitig zurückgekehrten Störche nur in Spanien überwintert hätten und mit den ersten frühlingshaften Großwetterlagen in wenigen Tagen nach Bayern zurückgeflogen seien.

"Afrikaner" kommen bis Mai

Die Störche, die bis Westafrika oder auf der Ostroute bis nach Nord- oder Südafrika geflogen seien und dabei bis zu 10.000 Kilometer zurückgelegt hätten, kämen teilweise noch im Mai zurück. Nach LBV-Auskunft verbrachten in Bayern rund 300 Störche den Winter. Da die großen Vögel viel Wärme speichern könnten, setzten ihnen Kälte und Schnee nicht zu, solange es keine geschlossene Schneedecke gebe. Erst bei Nahrungsmangel wichen die Zugvögel nach Süden aus.

Spannend wird es für Erwin Taube und weitere Beobachter etwa in den Storchendörfern Uehlfeld und Gerhardshofen auch mit der Anfang März beginnenden und bis Ende April dauernden Brutsaison. 61 erfolgreiche Bruten hatte Erwin Taube mit geschultem Auge 2018 im Landkreis und mit 187 ausgeflogenen Jungstörchen 51 mehr als im Jahr zuvor ausgemacht. Ein einsamer Rekord oder sollte er gar noch getoppt werden?

Video: Im Sommer 2018 hat NN-Wanderreporterin Birgit Heidingsfelder die Storchen-Hochburg Uehlfeld besucht.

58 Paare im Bayern an Tiefstpunkt

58 Brutpaare waren es in ganz Bayern am Tiefpunkt von Adebars Population, der schon vom Aussterben bedrohten schien, wie es eine aufschlussreiche "Storchenkunde" am Rathaus von Gerhardshofen wissen lässt. Auf ihr ist das Nest auf dem Pfarrhaus als "einer der traditionsreichste Storchenhorste im Aischgrund" verzeichnet, der selbst auf dem Tiefstpunkt der Storchenbestände in den 1980/1990er Jahren meistens besetzt gewesen sei. Nun gibt es in Gerhardshofen mit Forst sechs Horste, einer davon auf der Haube des Kirchturmes als das Kunstwerk eines geflügelten Baumeisters.

Harald J. Munzinger

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