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Samstag, 17.08.2019

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Ausstellung im "Alten Schloss" will Förderverein unterstützen

Palais vor Verfall gerettet - 20.07.2019 18:12 Uhr

Museumskurator Jochen Ringer und Dr. Christian Schoen (v. r.) vom Retti-Förderverein bei der Einführung in die Wanderausstellung in den Neustädter "Schloss-Museen". © Harald Munzinger


Museumskurator Jochen Ringer machte einleitend deutlich, dass die Ausstellung das Schaffen des Baumeisters Leopoldo Retti würdigt, über das bedeutende Palais und seine adeligen Bewohner informiert und ein Schlaglicht auf die Sanierung wirft. Einzelne Fundstücke ermöglichten einen besonderen Blick auf die Geschichte des Palais. Besichtigt werden kann die Ausstellung anschaulichen Informationstafeln zu Themenschwerpunkten und einzelnen Fundstücken jeweils zu den Öffnungszeiten der Schloss-Museen, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Man wolle, so Ringer, mit der Wanderausstellung, die bis Ende 2020 in der Region unterwegs ist, die Werbetrommel zur Unterstützung des Fördervereins rühren, der diese für sein ambitioniertes Projekt brauche, das spätbarocke Bauwerk in Ansbach nach fast zwei Jahrzehnten Leerstand aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Das nach seinem Baumeister, dem Ansbacher Baudirektor Leopoldo Retti (1704‐1751), benannte Haus wird derzeit aufwendig saniert und soll schon bald in seiner neuen Funktion als Museum eine überregionale Strahlkraft entwickeln. Ergänzt ist die Ausstellung durch einen Film.

Mit Museum nachhaltige Nutzung

Lange Zeit sei das barocke Bauwerk verfallen, bis sogar der Abriss drohte. Diesen habe ein eigens gegründeter Förderverein nach Ringers Schilderung zum Glück verhindern können, der sich für den Erhalt des Baudenkmals einsetze und ein Konzept für dessen Zukunft entwickelt habe. Mit dem Umbau zu einem Museum werde das Gebäude eine nachhaltige Nutzung erfahren. "Dies spricht uns hier im Alten Schloss doppelt an", so der Museumskurator mit dem Hinweis darauf, dass Ansbach wie Neustadt Teil des Territorialbesitzes der fränkischen Hohenzollern gewesen seien. Obwohl Neustadt eigentlich zu Kulmbach-Bayreuth gehört habe, sei es oft in einer Hand mit den Ansbachern, das Alte Schloss Nebenresidenz, Jagdschloss und Witwensitz gewesen.

Die Parallele der Gegenwart: Wie das Alte Schloss nach langjähriger Sanierungsphase, werde auch das Retti-Palais Museum. Man wisse aus eigener Erfahrung, dass dies nicht ohne harte Arbeit und vielseitige Unterstützung gehe, die man mit der Ausstellung in Neustadt fördern wolle, so Jochen Ringer in Übereinstimmung mit der Vorsitzenden des Neustädter Geschichts- und Heimatvereins, Carola Kabelitz.

Pariser und St. Petersburger Schule

Dr. Schoen weckte Interesse für den Ausstellungbesuch mit einem "Portrait" des aus Südtirol stammenden Baumeisters Leopoldo Retti, der nach der Ausbildung unter anderem in Paris und St.Petersburg 1740 nach Ansbach gekommen sei, um hier nach der französischen (Rokoko-)Schule in der Prachtallee "zur Zierde der Straße und der Stadt" ein Palais zu errichten. Als Oberster Baudirektor sollte er dazu mit allen Rechten und planerischen Freiheiten ausgestattet sein. Da sein Talent aber auch anderswo geschätzt und er zugleich nach Stuttgart abberufen war, sollte das Palais erst nach sechs langen Jahren fertiggestellt und 1749 in den Besitz des Freiherrn Ludwig von Seckendorff gelangt sein.

Die "Erzählstränge" der folgenden wechselvollen Geschichte sind für das Museum in 13 Text‐ und drei Bildtafeln aufbereitet. Sie bieten einen breiten Einblick in Leben und Werk Rettis ebenso, wie den Blick hinter die Barockfassade, nehmen den Betrachter mit auf eine interessante Zeitreise am Beispiel des Retti-Palais. Auch über dessen Zukunft als Museum mit Garten und Außenanlage wird anschaulich informiert. hjm 

hjm

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