Samstag, 25.05.2019

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Abgeordnete Schmidt fordert Umdenken in der Gesellschaft

Es geht um die "wahren Naturschützer" - 13.03.2019 14:57 Uhr

MdL Gabi Schmidt im Dialog mit dem Referenten des bayerischen Umweltministeriums, Dr. Andreas Kolbinger (r.). © privat


Schmidt, die rund 40 Vertreter der Fischerei und Teichwirtschaft aus ganz Bayern zu der Tagung in Schönficht, Landkreis Tirschenreuth, eingeladen hatte, verwies dazu auch auf ihren heimischen Landkreis Neustadt/Aisch– Bad Windsheim. Denn auch dort seien Betriebe und Vereine aus wirtschaftlichen Gründen in Gefahr, auch weil es immer wieder zu Diffamierungen aus Teilen der Gesellschaft komme. Als jüngeres Beispiel nannte sie diverse Anzeigen gegen Fischer "durch die sogenannte Tierschutzorganisation PETA." Die Abgeordnete ist sich sicher: "Unsere Fischer und Teichwirte haben genug mit Kormoran, Biber, Otter und Co. zu tun. Gegen unsere traditionelle Fischerei und damit ehrenamtliche Natur- und Gewässerpflege rechtlich mit fragwürdigen Vorwürfen vorzugehen, ist mehr als beschämend."

Von politischer Seite nahmen die Europaabgeordnete Ulrike Müller sowie Schmidts Freie Wähler Landtagskollegen Nikolaus Kraus Joachim Hanisch und Tobias Gotthardt an dem Fachtag n teil. In der Diskussion hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit die aktuellen Herausforderungen darzulegen und zu diskutieren. Dabei erwiesen sich die Probleme als vielfältig, bringen insbesondere Kormoran und Fischotter "die Fischerei und Teichwirtschaft fundamental in Bedrängnis". Die Teilnehmer des Fachgespräches beklagten nicht nur die wirtschaftlichen Schäden, die geschultert werden müssten und sie teilweise sogar in Existenznot bringen könne.

Geenpool der Fischzucht betroffen

Darüber hinaus sei auch der Fischotter – unter dem Vorbehalt der Artenvielfalt geschützt – vielmehr eine Gefahr für eben diese: So fresse der Otter nicht nur Fische, sondern auch Flussperlmuscheln, Amphibien, Jungvögel sowie Fischlaiche, wovon auch der Genpool der Fischzucht betroffen sei. Für einige Teichwirte bezeichnete Vorschläge als "völlig unverständlich, zum Schutze des Otters den eigenen Teich einzuzäunen". Dabei müsse man den Zaun einen Meter tief in den Boden eingraben. Aber selbst dann gebe es keinen vollständigen Schutz vor dem Otter – geschweige denn, dass man damit noch immer keinen Schutz vor dem Kormoran habe.

Der Diskussion zwischen den Teichwirten und Abgeordneten angehängt waren Fachvorträge des Kormoranmanagers für Nordbayern Tobias Küblböck sowie des Vertreters des Umweltministeriums, Dr. Andreas Kolbinger, und des Landwirtschaftsministeriums, Dr. Reinhard Reiter). Küblböck erklärte, dass das Kormoranmanagement erfolgreich sei "wenn alle an einem Strang ziehen". Er verwies auf den Bayernatlas Kormoran im Internet, welcher zeige, wann und wo der Kormoran geschossen werden dürfe.

Dr. Kolbinger referierte vor allem über die Hochwasserthematik und die damit einhergehende Problematik der Standsicherheit. In Anlehnung an die DIN 19700 erklärte er, dass man vor allem auf das Prinzip Freiwilligkeit vor Zwang setze. Kolbinger betonte ausdrücklich, dass jeder Betreiber letztlich selbst verantwortlich sei, wenn Schäden entstünden. Dr. Reiter verwies vor allem auf den Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF). Man könne noch Anträge bis 2021 stellen.

Richtlinien meist falsch umgesetzt

Dazu appellierte die Europaabgeordnete Ulrike Müller an die Fischer und Teichwirte, die Gelder, die jetzt noch da seien, abzurufen. Denn mit dem Brexit seien viele Kürzungen im mehrjährigen Finanzrahmen verbunden. Sie verwies auch auf die Problematik, dass die meisten EU-Richtlinien zur Fischerei den örtlichen Teichwirten und Anglern sehr zweckdienlich wären, der Bund und die Länder diese aber meist falsch umsetzen würden.

Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt sprach zudem die Thematik der Verschlammung an: Viel zu häufig würde man Sedimente in Teichen eher als Abfall sehen. Dabei ist solcher Humus eher wertvoller Mutterboden, den man auf Äckern verwenden könne. Als völlig unverständlich für die Teichwirte und Angler wurden Angriffe aus der Mitte der Gesellschaft, "vor allem von Naturschutzverbänden, die sich für den Schutz von Otter und Co. Einsetzen" kritisiert. Die Europaabgeordnete Müller machte während einer hitzigen Diskussion deutlich, "dass man keinen Konsens mit Naturschutzverbänden suchen muss, die Teichwirte nur an den Pranger stellen und dabei völlig übersehen, dass letztere die eigentlichen Umwelt- und Gewässerschützer sind – und das meist ehrenamtlich". Dies fand unter den Anwesenden breite Zustimmung. 

nb/hjm

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