Sonntag, 29.03.2020

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Unermüdlicher Pilger

Der Ungar Gabor Zsigmondo reist seit 30 Jahren durch ganz Europa von einem Kloster zum anderen. - 26.02.2020 09:30 Uhr

Die Stationen seiner Reise hat Gabor Zsigomondo in eingebundenen Pilgerbüchern säuberlich dokumentiert. © Foto: Athina Tsimplostafanki


Seine letzten Stationen vor Neumarkt waren das Franziskanerkloster in Riedenburg und das Kloster Plankstetten. Aktuell übernachtet er im Kloster St. Josef. Am Donnerstag geht es weiter in Richtung Rheinland, nach Köln und Aachen, wie er sagt.

So schlägt Zsigmondo sich durch von Kloster zu Kloster, von Pilgerort zu Pilgerort. Die ersten 20 Jahre war er mit dem Rad unterwegs. Doch nach einem schweren Unfall geht er am Stock. Seitdem fährt er mit Bus und Bahn oder lässt sich mitnehmen. Doch auch diese Art des Reisens fällt ihm zunehmend schwerer. In einem Kauderwelsch aus Ungarisch, Französisch, Italienisch und Deutsch erzählt Zsigmondo, dass er vor einem Jahr schwer erkrankte. In einem französischen Krankenhaus sei eine Lungenembolie behandelt worden, sagt der 72-Jährige.

Auch im Arm seien Blutgefäße verstopft gewesen. Wegen eines Gewächses im Hals bekomme er nur schlecht Luft.

Ohne Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung hat der Ungar übrigens nicht: 1975 floh er aus seinem damals kommunistischen Heimatland nach Frankreich, schlug sich dort zehn Jahre als Putzmann und Koch durch. Doch nachdem er zwei Jahre außer Landes lebte, habe er alle Ansprüche auf soziale Leistungen verloren.

Zsigmondo ist also auf das Wohlwollen seiner Mitmenschen angewiesen. Und da es ihn nirgendwo lange hält, geht seine Pilgerreise immer weiter.

hoe

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