Donnerstag, 12.12.2019

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Traktoren gegen den "Auflagenwahn"

Über 400 Landwirte gehen im Landkreis Neumarkt gegen die Agrarpolitik auf die Straße - 03.12.2019 11:34 Uhr

Die geballte Traktorenmacht aus dem Landkreis Neumarkt brachte sich auf dem Neumarkter Volksfestplatz in Stellung, um nach einer Sternfahrt nach Freystadt den Grünen-Politiker Hofreiter mit ihren Forderungen zu konfrontieren. © Wolf-Dietrich Nahr


"Niemand soll vergessen: Bauern sorgen für euer Essen" und "No Farmers, No Food, No Future" war auf Schildern zu lesen, die Landwirte an die Frontlader ihrer Traktoren geschraubt hatten.

Nach Einbruch der Dunkelheit hatten sich auf dem Volksfestplatz rund 200 Traktoren aufgereiht, Startpunkt einer Sternfahrt nach Freystadt, wo die aufgebrachten Landwirte dem Grünen-Spitzenpolitiker Anton Hofreiter ein Positionspapier übergeben wollten.

400 wütende Landwirte in Freystadt

Auch aus Richtung Berching und Mittelfrankenfuhren  weitere 100 Traktoren zum Cafe´Beck in Freystadt.  Letztlich kamen dort  rund 400 Landwirte mit Transparenten zusammen, berichtet die Polizei. 

Sie musste den  Zutritt zum Saal, in dem rund 100 Interessierte und 50 Landwirte gekommen waren, wegen Überfüllung kurzfristig sperren. unterbunden werden.

Positionspapier überreicht

Nach dem Vortrag gegen 20.30 Uhr überreichte die Organisatorin  Regine Lehmeier dem Grünen-Politiker  Hofreiter beim Verlassen über den Hinterausgang des Cafés das Schriftstück. Die insgesamt leicht aufgeheizte Stimmung konnte durch die anwesende Polizei und die Organisatoren beruhigt werden.

Nach Angaben von Regine Lehmeier von der deutschlandweit agierenden Graswurzelbewegung "Land Schafft Verbindung" war zunächst nicht klar, ob der Kreisverband der Grünen diese symbolische Übergabe ermöglichen würde.

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Landwirte-Protest auf der Straße

Über 100 Traktoren waren auf nächtlichen Landkreis-Straße unterwegs. Die Bauern rollten aus dem gesamten Kreis Richtung Freystadt, um dort den Grünen-Spitzenpolitiker Anton Hofreiter mit ihren Klagen über die Agrarpolitik zu konfrontieren.


Den protestierenden Bauern ging es offenbar darum, dem Spitzenmann der Öko-Partei klar zu machen, dass mancher ökologische Ansatz der Bundes- und Landespolitik die Existenz der Landwirte bedroht. Am Rande der Traktoren-Demo kritisierte Regine Lehmeier, dass der Agrarpakt des Bundes zu einer "einseitigen Betonung der Ökologie" führe. Der "Auflagenwahnsinn" bringe immer mehr kleine landwirtschaftliche Betriebe in Bedrängnis, während agrarische Großunternehmen geradezu gefördert würden.

 

 

Beispielsweise sei die Düngeverordnung mehrmals verschärft worden, wobei die Wirkung der Norm nicht ausreichend kontrolliert werde, so die Landwirtin aus dem Landkreis Neumarkt. Die Agrarpolitik müsse sich an wissenschaftlichen Kriterien orientieren und dürfe nicht einem "ideologischen und populistischen Mainstream" folgen. Standards zum Insektenschutz seien lediglich ein "riesiger Großversuch".

Dieser Artikel wurde aktualisiert am 3. Dezember, 11.33 Uhr (Zahl der Demonstranten, Sperrung des Saals, Übergabe des Positionspapiers).

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