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Mittwoch, 23.09.2020

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Pfarrer Jablonski: "Ich habe es hier lieb gewonnen"

Geistlicher verabschiedete sich von der Pfarrgemeinde Pilsach mit einem letzten Gottesdienst - 04.08.2020 09:30 Uhr

Zum Abschied trug sich Pfarrer Andrzej Jablonski nach einem feierlichen Gottesdienst in der St. Peter und Paul-Kirche ins Goldene Buch der Gemeinde Pilsach ein.

© Foto: Maria Krauß


Pfarrangehörige, Vereinsvertreter und Würdenträger aus der Gemeinde waren deshalb ins Gotteshaus geströmt, um den Geistlichen zu verabschieden.

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Peter Nießlbeck betonte, dass ohne die aktuellen Umstände noch viel mehr gekommen wären und sich verabschiedet hätten, und erinnerte an den Lebensweg von Jablonski. Dieser ist am 6. August 1950 in Pilen geboren und zeigte schon frühes Interesse an den Redemptoristen. Nach dem Studium in Krakau wurde Andrzej Jablonski 1975 von Papst Paul VI. in Rom zum Priester geweiht.

Dies war gleichzeitig sein erster Auslandsbesuch. In Rom präsentierte sich eine "ganz neue Welt", wo er schließlich Theologie studierte. Danach lehrte er in Polen im Priesterseminar und ging für zehn Jahre auf Mission nach Argentinien. Ein Zufall wollte es, dass Jablonski 2002 die vakante Pfarrstelle in der Pfarrgemeinde Pilsach antrat, als Nachfolger des Ordensbruders Tadeusz Trojan.

Nießlbeck bedankte sich im Namen aller für die gute Zusammenarbeit in der Pfarrgemeinde, mit den Vereinen, Ministranten, der Jugend und den Chören. "Vergelt‘s Gott für ihren Einsatz", so Nießlbeck. Er habe "höchsten Respekt" vor Jablonski. Dieser sei in 18 Jahren nicht einmal laut geworden, sondern immer ruhig geblieben, selbst wenn es mal unterschiedliche Meinungen gegeben habe. "Ihre Bescheidenheit kam gut an in Pilsach", ebenso wie die zeitlich überschaubaren Predigten.

Nießlbeck wünschte dem Geistlichen im Namen der gesamten Pfarrgemeinde alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit. Als kleines Zeichen des Dankes überreichte er Jablonski ein Fotoalbum mit den Ereignissen der letzten 18 Jahre sowie eine Kerze mit dem Bild der St. Peter und Paul Kirche in Pilsach. "Wir behalten sie in guter Erinnerung", versprach Nießlbeck abschließend.

Jablonski selbst betonte, er zelebriere diesen Gottesdienst als Dankmesse für die Pfarrgemeinde. "Eine meiner großen Stationen war hier, Gott hat mich hierher geschickt". Er sei ein Wanderer und als Redemptorist gehe er dorthin, wo er gebraucht werde. Von seinen 45 Jahren als Priester habe er nur zwölf Jahre in der Heimat Polen verbracht, die längste Station sei in Pilsach gewesen.

Neue Heimat gefunden

"Ich bin dankbar, dass ich mitten unter Ihnen eine neue Heimat gefunden habe". Es falle ihm nicht leicht, die Heimat zu verlassen und er habe den Schritt nach Pilsach nie bereut. "Ich habe es hier lieb gewonnen" und die Sprache hier sei seine Sprache geworden, auch wenn es am Anfang nicht einfach gewesen sei, vor allem der Oberpfälzer Dialekt. Mittlerweile verstehe er davon ungefähr 50 Prozent.

Er habe sich in Pilsach nie wie ein Fremdkörper, nie einsam gefühlt und er bedanke sich von ganzem Herzen, dass er bei allem so freundlich aufgenommen wurde.

Er habe mit Erstaunen festgestellt, dass so viele Kirchgänger auch in der Gemeinde aktiv seien, eine wunderbare Sache für einen Pfarrer. "Nur mit Ihrem Engagement und Ihrer Hingabe haben wir einiges bewirken können", so Jablonski stolz. Er nehme wunderschöne Erinnerungen, Erfahrungen, Bekanntschaften und Freundschaften mit. "Gottes Segen für ihr Wirken", schloss der Geistliche ab.

Im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst gab es einen kleinen Zug vom Kriegerdenkmal bis hin zum Pfarrheim mit allen Vereinen, Würdenträgern und Pfarrangehörigen. Dort schloss sich auch Bürgermeister Andreas Truber den Wünschen an und erinnerte an die herzliche Aufnahme vom damaligen Gemeindeoberhaupt Richard Blomenhofer. Truber wünschte dem Geistlichen viel Gesundheit und Glück bei den neuen Aufgaben.

Es sei damals eine große Herausforderung in Pilsach gewesen, bei der Jablonski mit seiner ruhigen, besonnenen und konsequenten Art das Vertrauen der Gemeinde gewonnen habe. Der Pfarrer habe Pilsach in den letzten Jahren mit geprägt, vor allem habe die Kirchenrenovierung viel Einsatz von ihm gefordert. Truber bedankte sich für die langjährige, vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit.

Abschließend durfte sich Pfarrer Andrzej Jablonski noch ins Goldene Buch der Gemeinde Pilsach eintragen und erhielt das Wappen der Gemeinde als Glas zum Andenken. Jablonski betonte, dass auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde stets gut funktioniert habe.

Auch die Ministranten verabschiedeten sich von ihrem Pfarrer mit einem liebevollem Gedicht. Er sei immer für die Ministranten da gewesen, mit viel Spaß und Heiterkeit.

Die Vereine der Pfarrgemeinde hatten ebenfalls zusammengelegt und überreichten dem Geistlichen einen Präsentkorb mit Produkten aus der Pfarrgemeinde.

MARIA KRAUSS

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