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Neumarkt eher abgeschlagen?

ZDF-Deutschland-Studie bewertet Lebensverhältnisse für Senioren im Landkreis weniger gut. - 13.12.2019 16:11 Uhr

Senioren, die einen Supermarkt in der Nähe haben, haben gut lachen. Auf dem Land ist das freilich nicht immer der Fall. Die große Entfernung der Infrastruktureinrichtungen in manchen Gemeinden ist mit ein Grund, warum der Landkreis Neumarkt in der ZDF-Deutschlandstudie Senioren nicht so gut abschneidet. © Foto: iStock.com


Das ZDF hat 401 kreisfreie Städte und Landkreise in Deutschland untersucht und in verschiedenen Kategorien bewertet. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos wertete dafür amtliche Statistiken, aber auch Daten zu Gesundheit und Pflege, Wohnen und Freizeit, Sicherheit und Infrastruktur sowie Wirtschaft und Demografie aus.

Auf Rang 1 landet bei der Seniorenstudie die kreisfreie Stadt Jena, gefolgt von Suhl und dem Hochtaunuskreis. Am attraktivsten für Familien sind demnach auf Rang 1 der Hochtaunuskreis, gefolgt von der Stadt Baden-Baden und dem Landkreis Starnberg.

Der Landkreis Neumarkt kommt in der Seniorenstudie nur auf Platz 325 von 401 Kreisen und kreisfreien Städten, in Bayern auf Platz 69 von 96. In den Unterkategorien ergibt sich für den Landkreis folgendes Bild: Gesundheit und Pflege Platz 371, Wohnen und Freizeit Platz 156, Sicherheit und Infrastruktur Platz 300, Wirtschaft und Demografie Platz 123.

Zum Vergleich: Die Stadt Fürth kommt bei den Senioren im Gesamtranking auf Rang 49, der Landkreis Fürth auf Rang 58, der Landkreis Nürnberger Land auf Rang 170, die Stadt Regensburg auf Rang 193, die Stadt Nürnberg auf Rang 256, der Landkreis Regensburg auf Rang 264 und der Landkreis Forchheim auf Rang 303.

Bewertungsindikatoren waren zum Beispiel die Lebenserwartung der Senioren, die Erreichbarkeit von Krankenhaus, Hausarzt oder Apotheke, die Pflegesituation, Erholungs- und Freizeitflächen, Bildungs- und Sportmöglichkeiten, die Wohnkosten, Verkehrssicherheit, Kriminalität, die Erreichbarkeit von ÖPNV und Supermärkten, das verfügbare Einkommen und die Grundsicherungsquote.

Rang 208 von 401 bei Familien

Bei der Familienstudie schneidet der Landkreis Neumarkt etwas besser ab und landet mit Rang 208 von 401 im Mittelfeld, in Bayern auf Platz 55 von 96. Das Ergebnis in den Unterkategorien: Geld und Wohnen Platz 286, Bildung und Soziales Platz 168, Gesundheit und Sicherheit Platz 181, Freizeit und Kultur 185.

Zum Vergleich: Die Stadt Fürth kommt bei den Familien auf Rang 35, der Landkreis Fürth auf Rang 72, der Landkreis Forchheim auf Rang 99, der Landkreis Nürnberger Land auf Rang 126, die Stadt Regensburg auf Rang 145, die Stadt Nürnberg auf Rang 149, der Landkreis Regensburg auf Platz 216. Bewertungsindikatoren waren hier zum Beispiel Zu- und Wegzüge von Familien, das Einkommen, die Wohnkosten, Fahrtzeiten, Kinder und Geburten, die Entfernung zur nächsten Grundschule, Schulabgänger ohne Abschluss, die Betreuungssituation, Kinderarmut, Gleichstellung von Männern und Frauen, die (Kinder-)Arztdichte, Kriminalität gegen Kinder, Unfälle mit Kindern, die Lebenserwartung, Freizeitangebote und der Zugang zu Breitbandinternet.

Landrat Willibald Gailler weist darauf hin, dass der Landkreis Neumarkt im Gesamtranking der Deutschlandstudie, das letztes Jahr veröffentlicht worden war, mit 179 Punkten Rang 84 von 401 Regionen einnimmt und damit nahezu im ersten Fünftel liegt (wir berichten).

Bei den Kriterien für die Gruppe der Senioren und Familien sei sehr stark die absolute zeitliche Erreichbarkeit der gesundheitsrelevanten und sonstigen Einrichtungen in die Bewertung einbezogen worden, so Gailler. "Diese liegt in Flächenlandkreisen naturgegeben im Durchschnitt höher als in Städten oder kleineren Landkreisen. Der Landkreis Neumarkt ist mit 1344 Quadratkilometern und rund 100 Einwohnern pro Quadratkilometer einer der flächenmäßig größten und dünnbesiedeltsten Landkreise Bayerns." Daher seien auch die Entfernungen und damit zeitlichen Erreichbarkeiten der Einrichtungen etwas länger, was im Ranking negativ zu Buche schlägt.

Es seien alle Einrichtungen vorhanden, die Region sei gut versorgt, aber die Wege seien etwas länger, sagt Gailler. "Im Übrigen schneiden wir nahezu genauso gut ab wie der Landkreis Regensburg und viel besser als die übrigen Landkreise der Oberpfalz, obwohl die Oberpfalz insgesamt eine sehr gute Entwicklung aufweist." Der Landkreis Neumarkt zähle auch bei den Vorausberechnungen bis 2037 des Statistischen Landesamtes als einer der wenigen in Ostbayern zu den Regionen mit deutlich steigender Bevölkerungszahl.

ÖPNV-Ausbau bereits beschlossen

Auch bei allen übrigen Rankings belege der Landkreis Neumarkt sehr gute vordere Plätze. Gailler betont: "Ungeachtet dessen haben wir bereits einen weiteren deutlichen Ausbau des ÖPNV beschlossen und zum Teil schon auf den Weg gebracht, ebenso ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept, dessen Umsetzung bereits begonnen hat, und auch das Freizeitangebot mit dem Regionalpark QuellenReich wird nochmals deutlich aufgewertet."

Der Landrat sieht damit den Landkreis als "sehr gut positioniert für die weitere Entwicklung als Zukunftsregion mit hoher Lebensqualität für die gesamte Bevölkerung".

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