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Dienstag, 22.10.2019

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Martini-Schule in Freystadt wird viel teurer

Ursprünglich hatte das Büro Berschneider 21,8 Millionen Euro Kosten kalkuliert. Jetzt sind es 4,2 Millionen mehr. - 14.09.2019 11:38 Uhr

Mit dem Abbruch des ältesten Bauteils der Martini-Schule in Freystadt ist das Feld bereitet für den nächsten Bauabschnitt in der umfassenden Sanierung und Erweiterung. © Foto: Anne Schöll


Vorangegangen waren Diskussionen um den Innenausbau. Kaschke führte an, dass unter dieses Gewerk, das demnächst zur Ausschreibung ansteht, Wandverkleidungen, Schränke, Garderoben, Schienensysteme und anderes falle. In der Anfangsberechnung habe man für diese Ausstattung brutto 740 000 Euro angesetzt.

In vielen Gesprächen mit Schulleitung und Lehrern sei man in die Detailplanung gegangen, bei der weitere Wünsche und Verbesserungen geäußert worden sind. So sei deutlich geworden, dass beispielsweise anstelle der 400 Meter Schrankwände nun 600 Meter nötig seien, Schränke zum Verstauen der Schultaschen und wenn das nicht reicht, zusätzliche Rollcontainer.

Fensterverkleidungen in den Klassenzimmern und Wandverkleidungen, ein Schienensystem für Arbeitstafeln und weiteres sind auf der Liste, so dass man allein für die Innenausstattung nun bei einer Summe von 1,274 Millionen Euro brutto, also einer halben Million Euro mehr, angekommen ist. Staatliche Zuschüsse für die Innenausstattung gibt es nicht.

Eva Otto-Greiner monierte die Fensterverkleidung mit 150 000 Euro, die nicht in den Planungen war. Es sei ein Raumelement mit Sitzgelegenheit, so Kaschke. Robert Hackner fragte, ob Schultaschenschränke für heutige Schulen Standardausstattung oder Luxus sei. Dazu sagte Schulleiterin Christine Gottschalk, bei dem neuen Lernkonzept, gebe es viel Gruppenarbeit. Die Tische müssten zusammengestellt werden. Da stören Schultaschen. Standard seien Schultaschenschränke nicht.

Fabian Seitz fragte nach: "Hat man schlichtweg vergessen, dass Schultaschenschränke gebraucht werden. Ich finde, dass im Nachhinein zu viele Sachen dazukommen". Gottschalk verteidigte die teurere Innenausstattung. In Schulhäusern stören überquellende Regale oder unaufgeräumte Garderoben.

Man brauche die Schränke, um ein System in die Unterrichtsräume zu bringen, damit die Lehrer nicht alles aus dem Lehrerzimmer mitbringen müssen, die Materialien vor Ort gelagert werden können oder die Jacken oder Turnsachen der Kinder verstaut werden können.

Robert Hackner bohrte nach: "Hat man das nicht vor zwei Jahren auch schon gewusst und wenn ja, warum erst jetzt der Nachtrag". Ludwig Schöll dazu: "Die Anzahl der Schränke ist mir egal, die Kosten zählen". Anton Ferschl ergänzte: "Wir geben das Geld der Bürger aus". Manche Dinge müsse man hinterfragen, denn die Bürger sähen die Maßnahme inzwischen kritischer.

[ZWISCHENZEIL]"Scheibchenweise serviert"

[/ZWISCHENZEIL]Hans Gerngroß ärgert sich: "Wir bekommen die Mehrkosten seit Baubeginn immer scheibchenweise serviert". Erst waren es 21 Millionen Euro, jetzt sei man bei 26 Millionen. "Und wir sind noch lange nicht fertig mit der Baumaßnahme".

Bürgermeister Alexander Dorr sagte, in der ursprünglichen Kostenberechnung seien Dinge der Detailplanung nicht enthalten. Diese hätten sich erst in Gesprächen ergeben. Lukas Lebherz meinte, das alles sei kein Luxus, sondern die Anforderungen der Zeit an das neue Lernkonzept. Schließlich stimmten alle zu, dass das Gewerk "Innenausstattung" in der teuren Variante ausgeschrieben werden soll.

Die Vergabe des Gewerks Innentüren stand an. Drei Angebote zwischen 337 000 Euro und 378 000 Euro (Kostenberechnung: 289 000 Euro) sind gekommen. Den Zuschlag erhielt die Firma Göbes-Türenfertigung, Hardheim.

Zur Oberflächenentwässerung des Gebäudekomplexes erläuterte Michael Meyer vom Bauamt danach, man werde es nicht in die Kläranlage einleiten sondern in die Schwarzach. Dazu wird eine Leitung über die Umgehungsstraße zur Schwarzach auf der anderen Seite gebaut samt einem Regenrückhaltebecken. Kostenschätzung: 90 700 Euro.

Zur Außenanlagenbewässerung inklusive Sportplätze sollen zwei vorhandene Grundwasser-Absinkbrunnen herangezogen und deren Ausschüttung in einer Zisterne gepuffert werden. Ein Hydrologe habe festgestellt, so Meyer, dass jeweils fünf Kubikmeter Wasser pro Stunde kommen.

Für die Bewässerung eines Sportplatzes seien etwa 70 Kubikmeter Wasser notwendig. Die wasserrechtliche Genehmigung habe man bereits abgeklärt. Beide Maßnahmen werden realisiert, bevor die Außengestaltung des Schulgeländes begonnen wird.

ANNE SCHÖLL

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