Sonntag, 17.11.2019

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Gesundheitsamt Neumarkt rät: Erst impfen, dann fliegen

Reisende sollten vorab ihren Impfschutz prüfen - insbesondere gegen Hepatitis A - 19.06.2019 13:49 Uhr

Bevor man abhebt, sollte man seinen Impfpass checken - und gegebenenfalls nachbessern. © dpa


Ein Blick in den Impfpass genüge, um festzustellen, ob noch ein ausreichender Schutz gegen Tetanus/Diphtherie besteht: Die letzte Impfung sollte nicht länger als zehn Jahre zurückliegen.

Im Fall einer notwendigen Auffrischung empfiehlt das Neumarkter Gesundheitsamt, die Tetanus-/Diphtherie-Impfung mit einer Keuchhusten-Komponente zu ergänzen, da Keuchhusten auch im Erwachsenenalter vorkommen kann.

An Nicht-impfbare Leute denken

Der Impfschutz gegen Keuchhusten ist laut dem Amt insbesondere auch zum Schutz von noch nicht geimpften Säuglingen notwendig (Stichwort: Herdenschutz).

Jeder Erwachsene solle zudem auch eine zweimalige Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erhalten haben. "Insbesondere bei jungen Erwachsenen werden immer wieder diesbezügliche Impflücken festgestellt", so das Gesundheitsamt. Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) könne in jeder Altersstufe nachgeholt werden.

Bei Fernreisen – vor allem nach Südamerika, Afrika und Südostasien – sollte laut dem Amt insbesondere an eine Hepatitis A-Impfung gedacht werden: Der dortige Verzehr von Meeresfrüchten beispielsweise könne schlimmstenfalls zu einer Hepatitis A-Erkrankung (Leberentzündung mit Gelbsucht) führen.

Viren in Tieren und Wasser

"Circa 40 Prozent sowohl der gezüchteten als auch der wildlebenden Muscheln aus dem Atlantischen Ozean tragen diese Viren in sich. Vor allem der rohe oder nur leicht gedünstete Verzehr von Meeresfrüchten sollte daher vermieden werden", schreibt das Gesundheitsamt in einer Pressemeldung.

Weil die Erreger über den Stuhl ausgeschieden werden, können sie ins (Trink-)Wasser und auf Speisen gelangen.

Vergangenes Jahr gab es in Bayern 111 Hepatitis A-Neuinfektionen. Zwei Drittel der Betroffenen hatten sich in Deutschland infiziert. Das andere Drittel (Reiserückkehrer) hatten sich mit dem Virus bei ihrer Reise in Länder mit einer starken Hepatitis A-Verbreitung infiziert.

Meist verlaufe die Erkrankung bei Erwachsenen mit schwereren Symptomen als bei Kindern, die die Infektion in der Regel ohne Symptome durchmachten, so das Amt.

Auch unspezifische Symptome

Ein typisches Krankheitssymptom ist die Gelbfärbung von Haut und Augen. Aber auch unspezifische Krankheitssymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen und Abgeschlagenheit/ Müdigkeit können auf eine Infektion mit dem Hepatitis A-Virus hinweisen.

Da keine spezifische Therapie existiert, können bei Erkrankungen lediglich die Symptome behandelt werden. Vorbeugen ginge besser mit einer Impfung gegen eine Virus A- Infektion.

"Diese gibt es derzeit als Einzelimpfstoff oder in Kombination mit einer Impfung gegen Hepatitis B beziehungsweise Typhus", informiert das Gesundheitsamt.

Eine Schutzwirkung bei einem Einzelimpfstoff tritt laut dem Amt meist bereits zwei Wochen nach der ersten Impfung ein. Eine zweite Impfdosis, ein halbes Jahr nach der ersten Impfung verlängert die Schutzwirkung von 20 bis 25 Jahren.

Allgemeine Tipps

Trotz aller Impfungen empfiehlt sich, in allen südlichen Ländern, Wasser nie aus der Leitung zu trinken, Speisen nur gekocht, gegart oder gebraten zu essen sowie Obst niemals ungeschält zu verzehren.

Für Impfberatungen vor der Durchführung einer Fernreise steht das Gesundheitsamt Neumarkt, Tel. (0 91 81) 47 05 12, zur Verfügung.

nn

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