Donnerstag, 24.10.2019

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Freiwillige Feuerwehr Forchheim feiert 150. Geburtstag

Mit einfachen Mitteln begann die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim im Jahr 1869, nun wird das Jubiläum groß gefeiert. - 30.05.2019 12:39 Uhr

Sie blicken auf eine lange Vereinshistorie zurück: Mit 49 Feuerwehrmännern und 60 Metern Schlauch wurde die Forchheimer Wehr beim Bezirks-Feuerwehrverband eingetragen. Seither ist viel passiert, die Forchheimer Wehr mit heute 69 Mitgliedern ist gut gerüstet für die Feier ihres 150-jährigen Gründungsjubiläums. © Feuerwehr Forchheim


Der Freitag beginnt mit dem Standkonzert auf dem Dorfplatz mit der Blaskapelle Thannhausen um 17.30 Uhr und anschließendem Abmarsch zur Abholung des Patenvereins.

Beim Bieranstich im Festzelt gegen 19 Uhr werden die Kandidatinnen zur Wahl der "Miss Feuerwehr" vorgestellt, die dann in den Musikpausen, es spielt die Band "D’Rebelln", feuerwehrbezogene Aufgaben lösen müssen. Die Jury mit Kreisbrandmeister Michael Seitz, Harald Schick (Freystadt) und Josef Regensburger (Möning) bewertet die Aktionen und kürt die "Miss Feuerwehr". Die Moderation übernimmt Julia, die bei der letzten Wahl der "Miss Feuerwehr" 2007 in Litzlohe den Titel errang.

Am Samstag gibt es ab 14 Uhr eine Ausstellung von Feuerwehrfahrzeugen, um 15 Uhr "Spiel ohne Grenzen" der Festdamen und um 20 Uhr Party mit den Gipfelstürmern um Jörg Bauer. Freuen darf man sich auf eine Showeinlage der Festdamen.

In aller Frühe um 6.30 Uhr startet der Sonntag mit dem Weckruf auf dem Dorfplatz mit der Stadtkapelle Freystadt und nachfolgendem Einholen der Festdamen und des Patenvereins. Ab 7.15 Uhr wird im Festzelt ein Weißwurstfrühstück angeboten. Um 9 Uhr ist das Totengedenken an der Pfarrkirche "Sankt Ägidius", mit anschließendem Kirchenzug zum Festgottesdienst im Festzelt, samt Überreichung der Fahnenbänder und den Grußworten der Ehrengäste. Ab 11 Uhr spielt die Stadtkapelle Freystadt. Mittagessen wird serviert. Ein weiterer Höhepunkt ist um 14 Uhr der Festzug durch das Dorf und der Fahneneinzug ins Zelt mit der Band "Öha". An allen Tagen ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei.

Schlauch aus Leder

Hier fesch im Dirndl – welche Kleider sie am Festtag tragen werden, verraten die Festdamen der Forchheimer Wehr im Vorfeld noch nicht. © Feuerwehr Forchheim


Zur Geschichte: Die Brandverhütung und Brandbekämpfung waren schon im Mittelalter, also weit vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim, eine Pflichtaufgabe der Gemeinde Forchheim. Alle arbeitsfähigen Einwohner mussten sich am Brandschutz beteiligen. Die feuerwehrtechnische Ausrüstung bestand aus einfachen Hilfsmitteln wie Wassereimern, -fässern, Leitern, Dachkrücken und Einreißhaken.

Im 17. Jahrhundert kam der Schlauch dazu, der zuerst aus genähtem und später aus vernietetem Leder angefertigt wurde. In Forchheim gab es ein Feuerhaus, direkt an der Friedhofsmauer gelegen und eine Feuerordnung.

Dann, am 10. Mai 1869, gründeten 29 Forchheimer Männer die Freiwillige Feuerwehr Forchheim mit Müllermeister Willibald Eibner als Vorsitzendem. Als Vorsteiger war Maurer Sebastian Sirl und als Spritzenmeister Kaufmann Joseph Somerer eingesetzt. Die Eintragung beim Bezirks-Feuerwehrverband Beilngries mit 49 Feuerwehrmännern und 60 Metern Schlauch erfolgte im Mai 1870. Forchheim hatte seinerzeit 380 Einwohner.

Die FF Forchheim besaß in ihren ersten Jahren folgende Ausrüstungsgegenstände: Steiger- und Feuerleitern, Steiggurte, Hacken, Seile, Steigleinen, einen Wagen zum Transport der Leiter und eine Signaltrompete. Für Minderbemittelte und Dienstboten hatte sie 25 Uniformen angeschafft. Sie nutzten die der Gemeinde gehörende Feuerspritze aus dem Jahr 1803, die "von schwerfälliger Bauart" war, von vier Pferden gezogen werden musste und viele "Bedienungsgemeinschaften" erforderte. Da sie diese Feuerspritze nicht mehr für ausreichend hielt, bat Bürgermeister Pfahler 1872 mit Hinweis auf die gute Organisation der FF Forchheim ("ein gut geschüttelter Corps") um einen Zuschuss von 500 Gulden für die Anschaffung einer neuen Löschmaschine, die 1872 angekauft worden ist.

Wenn‘s brennt, dann läutet‘s

Bereits vier Jahre später musterten die Forchheimer ihre Löschmaschine, die bis dahin schon 17 Mal im Einsatz war, wieder aus und schafften eine neue an. Von 1899 bis 1904 war nach dem Tod von Vorgänger Willibald Eibner nun Bäcker Joseph Häring Vorsitzender und Kommandant. Festgelegt worden ist, dass im Brandfall weiterhin die Kirchenglocken zu läuten sind.

Zum 50-jährigen Gründungsfest erhielt die Wehr eine drehbare Holzleiter. 1942 wurde ein Löschweiher angelegt und 1948 daneben ein neues Spritzenhaus gebaut. 1965 zählte die Wehr 69 aktive Mitglieder, die mit einer Tragkraftspritze TS 8 ausgestattet wurden.

Im Januar 1998 wurde diese dann durch eine neue Tragkraftspritze ersetzt. Die Wehr hat aktuell 69 Mitglieder, darunter vier Frauen. Geführt wird sie von Kommandant Josef Götz und Vorsitzendem Stefan Heindl.

ANNE SCHÖLL

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