18°

Donnerstag, 20.06.2019

|

Eine Landebahn bei Pavelsbach wird verwirklicht

Die Flugsportfreunde setzen ihr Vorhaben um, doch Bedenken bleiben. - 19.05.2019 06:59 Uhr

Eine Landebahn für Motorflugzeuge bis zu zwei Tonnen soll bei Pavelsbach entstehen (hier eine Archivaufnahme vom Flugplatz Ottenberg). Das Vorhaben in Pavelsbach hat für einige Diskussionen gesorgt, der Gemeinderat hat zugestimmt – und jetzt geht es an die Genehmigung durch das Luftamt Nordbayern. © Foto: privat


"Derzeit werden nach Kenntnis des Luftamtes Nordbayern die Flugbetriebsflächen entsprechend der Genehmigung hergestellt", heißt es auf NN-Nachfrage von dem besagten Amt.

Direkt starten und landen werden hier so schnell dennoch keine Flugzeuge: Dazu "bedarf es noch einer entsprechenden Abnahme und Erteilung der Betriebserlaubnis", teilte das Luftamt den Neumarkter Nachrichten weiter mit.

Die luftrechtliche Genehmigung für den Sonderlandeplatz für Motorflugzeuge bis zwei Tonnen, für Segelflieger, Motorsegler, Ultraleichtflugzeuge sowie Heißluftballone sei laut der Behörde bereits im Januar 2016 erteilt worden, nachdem im Februar 2015 ein Antrag der Flugfreunde gestellt worden war.

Gabriele Bayer, Grünen-Gemeinderätin in Postbauer-Heng befürchtete schon bei der ersten Diskussion im Marktgemeinderat 2014 "eine Salami-Taktik, wie wir sie von andernorts kennen. Erst braucht es eine Wiese. Dann sind die Flieger schon mal da, dann braucht es eine befestigte Fläche und später einen Hangar", wiederholte sie gegenüber den NN nun ihre Befürchtungen von vor fünf Jahren.

Bürger äußerten sich kaum

Zwar sind in allen möglicherweise von dem Landeplatz betroffenen Gemeinden – so wie es das Gesetz vorschreibt – die Träger öffentlicher Belange sowie die Bürger beteiligt und über die gemeindlichen Mitteilungsblätter informiert worden.

Doch "es war auf fast keiner Bürgerversammlung Thema; vermutlich, weil der Standort zu weit entfernt ist, all dass es einen groß tangiert", vermutet beispielsweise Bürgermeister Horst Kratzer.

In Pyrbaum erinnert sich Rathaus-Chef Guido Belzl an eine Bürgerversammlung in Schwarzach – dem Ort in seiner Gemeinde, der am nähesten am geplanten Landeplatz liegt: "Es gab eine Nachfrage: ob durch das Hochziehen der Flieger Lärmbelastung entstehen könnte. Das war etwa 2016, seitdem haben wir hier nichts mehr von dem Vorhaben gehört."

Horst Kratzer sei erst "voriges Jahr im Herbst vor Ort gewesen. Da hieß es, die Fläche müsse wachsen und befestigt werden, für die flugrechtliche Genehmigung." Sein Eindruck: "Offensichtlich haben die Flugfreunde keine Eile damit." Nun etwa doch? Christian Brandl, Vorsitzender des Vereins "Flugfreunde Pavelsbach" und der Breitbandausbauer im Landkreis Neumarkt, äußerte sich zu den Neumarkter Nachrichten schriftlich so: "Das Projekt ist am Anfang und dauert noch zehn bis 20 Jahre."

Die Gemeinderäte werden ihm genau auf die Finger schauen. Denn allein in Postbauer-Heng hatte es im April 2014 eine strittige Marktgemeinderatssitzung zu dem Vorhaben gegeben.

Abstimmung mit 13:6 dafür

Weil eine schnelle Ausweitung des Projekts zulasten der Natur befürchtet worden war, stimmten die Räte am Ende mit sechs Gegenstimmen und 13 unter dem Vorbehalt, das Genehmigungsverfahren des Luftamtes Nordbayern abwarten zu wollen, der Anfrage der Flugsportfreunde zur Etablierung ihres Wiesen-Flugfeldes zu. 

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Postbauer-Heng