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Diskuswerfer verfolgt ehrgeizige Ziele im Corona-Sommer

U18-Talent Jakob Nützel aus Freystadt visiert deutsche Meisterschaft an - 01.07.2020 10:40 Uhr

Seit Ende Mai wieder auf der Trainingsanlage des TSV Freystadt aktiv, freut sich Jakob Nützel auf den ersten Wettkampftest.

© Andre de Geare


Es ist nicht so, dass Jakob Nützel nichts anderes zu tun hätte. In diesen Tagen stehen für den 16-Jährigen die Realschul-Abschlussprüfungen in den Fächern Englisch, Mathe, Französisch und Deutsch auf dem Plan. Der Aufwand fürs Lernen aber sei für ihn eigentlich nie so groß gewesen, dass er auf seine liebste Freizeitbeschäftigung hätte verzichten müssen. Dafür sorgte, nachdem im Januar in Wiesau noch die Winterwurfmeisterschaft stattfand, ein inzwischen allgegenwärtiges Virus.

Nun hat der Diskuswerfer, der nach den vielen Absagen im Frühjahr mit einer verlorenen Saison rechnete und bei sich selbst eine "gesunkene Motivation" feststellte, endlich wieder ein sportliches Ziel vor Augen. Am 5./6. September möchte Jakob Nützel auf den Bayerischen Meisterschaften in Erding starten. Dass der Zeitraum am Ende der meistens trainingsfreien Sommerferien ungünstig liegt und der für das Übungs-Programm sowie Chauffeur-Dienste zuständige Papa Wilfried ein Wörtchen mitzureden hat, kann den Tatendrang des wurfgewaltigen Jugendlichen in diesen außergewöhnlichen Zeiten kaum bremsen.

Bei den U16-Junioren im vergangenen Jahr zur unangefochtenen Nummer eins in Bayern aufgestiegen, will sich das schon seit frühen Kindheitstagen mit der Leichtathletik verbundenen Ausnahmetalent auch bei den U18 etablieren. Die Qualifikation für die deutsche Jugendmeisterschaft soll spätestens 2021 klappen. "Am liebsten möchte ich es bis ganz nach oben zu den Erwachsenen durchziehen", sagt Nützel, der mit dem Wechsel auf die Fachoberschule weiterhin genug Zeit für den Leistungssport einzuräumen gedenkt und praktisch in jedem Familienurlaub seine Disken auspackt – notfalls über Trockenübungen.

Erster Test im Dante-Stadion

Viel mehr Schweiß als sonst vergoss Jakob Nützel, der außerdem gerne Basketball spielt, hingegen in den vergangenen Monaten im Fitness-Keller zu Hause bei den Eltern. Ehe er Ende Mai zunächst als einsamer Trainingsgast auf die Anlage des TSV Freystadt zurückkehren durfte und später bei seinen vier wöchentlichen Einheiten Ausdauer- sowie Koordinations-Sequenzen mit der Lauf-Gruppe einschob, fokussierte sich der 16-Jährige auf die Hanteln.

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Um das im Vergleich zur U16 um 500 Gramm schwerere 1,5-kg-Wurfgerät entsprechend zu beschleunigen, braucht es schließlich mehr Energie. "Anfangs habe ich den Unterschied schon gespürt. Aber mittlerweile bin ich daran gewöhnt und auch die Technik spielt sich wieder ein." Obwohl die Weite nicht gemessen wird, lassen das jeweilige Gefühl beim Abwurf und die Flugbahn grobe Schätzungen zu. Naturgemäß hinter dem 1-kg-Rekord von 53 Metern, aber über der DM-Norm von 48,50 m wähnt sich Nützel, der mit dem Mangel an vereinsinterner Konkurrenz in seiner Disziplin umzugehen gelernt hat. Umso hilfreicher sind die Treffen und der Austausch auf Kaderlehrgängen, die bald wieder regelmäßig stattfinden sollen. Eine aussagekräftige Standortbestimmung bietet bereits am ersten Juli-Wochenende der erste Wettkampf-Auftritt des Sommers im Münchener Dante-Stadion. "Ich freue mich schon und versuche, die DM-Quali direkt zu knacken", erklärt Nützel.

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